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Neue Corona-Studie: Warum manche Menschen schwerer an Covid-19 erkranken als andere

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Von: Juliane Gutmann

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Warum müssen manche wegen einer Coronavirus-Infektion ins Krankenhaus und warum äußert sie sich bei anderen wie eine leichte Erkältung? Forscher finden eine mögliche Antwort.

Wenn Coronaviren in den Körper eindringen, leitet der Körper eine Immunreaktion ein, die die Produktion von Antikörpern zur Folge hat. Im Idealfall werden die Viren so innerhalb kurzer Zeit unschädlich gemacht. Doch nicht immer gelingt das. Im Fall von schweren Covid-19-Verläufen beobachteten Mediziner etwa so genannte Zytokinstürme*: eine gefährliche Überreaktion der körpereigenen Abwehr. Und auch so genannte autoreaktive Antikörper beunruhigen Mediziner, weil sich diese gegen körpereigenes Gewebe richten. In früheren Studien wurden solche schädlichen Proteine in Blutgerinnseln bei schweren Covid-19-Fällen auf der Intensivstation nachgewiesen. Matthew Woodruff als Dozent am Zentrum für Humanimmunologie an der US-amerikanischen Emory Universität untersuchte nicht nur die Entwicklung von Covid-19-Antikörpern genauer – auch die Rolle der Antikörper, die sich gegen gesundes, körpereigenes Gewebe richten, wurde von ihm und seinem Team untersucht.

Derartige Autoantikörper wiesen die Forscher auch bei schwer erkrankten Covid-19-Patienten nach, was die Frage aufwirft: Könnte eine Autoimmunreaktion – wie sie etwa bei Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose einsetzt – der Grund für schwerwiegende Corona-Krankheitsverläufe sein?

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Autoimmunreaktion als Auslöser schwerer Corona-Verläufe?

Aus ihrer neu veröffentlichten Studie schlussfolgern Woodruff und sein Team: Schwere Covid-19-Infektionen seien mit der Produktion von Autoantikörpern verbunden. Für ihre Studie analysierten die Forscher die Daten von 52 Covid-19-Patienten, die auf der Intensivstation versorgt werden mussten, wobei keiner der Patienten unter einer Autoimmunerkrankung litt oder gelitten hatte. Trotzdem wurden mehr als die Hälfte der 52 Patienten positiv auf Autoantikörper getestet. Bei Patienten mit den höchsten Konzentrationen von c-reaktivem Protein im Blut (einem Marker für Entzündungen), zeigten mehr als zwei Drittel Anzeichen dafür, dass ihr Immunsystem Antikörper produziert, die ihr eigenes Gewebe angreifen, wie das Portal Sciencealert.com meldete. „Wichtig ist, dass wir glauben, dass die autoreaktiven Reaktionen, die wir hier identifiziert haben, spezifisch für die Sars-CoV-2-Infektion sind“, wird Woodruff von Sciencealert.com zitiert. Jedoch können die Forscher aus ihrer Studie nicht ableiten, inwieweit die Autoantikörper die Schwere der Symptome tatsächlich beeinflussen. Es könnte sein, dass eine schwere Viruserkrankung generell zur Produktion von Autoantikörpern führt, ohne dass dies Folgen hat. Es müsse deshalb in weiteren Studien erforscht werden, ob die Behandlung schwerster Covid-19-Verläufe mit Dexamethason (ein Immunsuppressivum, das zur Unterdrückung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt wird) wirksam sein könnte. (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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