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Corona-bedingt gesünder? Diesen Effekt haben Lockdown und Co. auf das Immunsystem

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Von: Juliane Gutmann

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Menschen gehen in Zeiten von Corona aus Angst vor einer Ansteckung mit Covid-19 seltener zum Arzt – und seltener in die Apotheke.
Menschen gehen in Zeiten von Corona aus Angst vor einer Ansteckung mit Covid-19 seltener zum Arzt – und seltener in die Apotheke. © Arno Burgi/dpa

Die Corona-Kontaktbeschränkungen haben auch ihr Gutes: Es kommt zu weit weniger Erkältungen. Apotheken verkaufen auch weniger von folgenden Arzneimitteln.

Erkältungen, Grippe, Magen-Darm: Alles Erkrankungen, die in regelmäßigen Abständen für reihenweise Ausfälle in Büros sorgen. Doch seit Anfang 2020 beobachten Mediziner und Apotheker, dass sich weit weniger Menschen als üblich wegen solcher Leiden in den Praxen untersuchen lassen beziehungsweise Hilfe und Beratung in der Apotheke suchen. Eine große Rolle spielen hier in jedem Fall die Lockdown-Vorgaben der Bundesregierung, die nur die nötigsten Besorgungen und Kontakte vorsehen.

Arztbesuche waren und sind zwar auch in Lockdown-Zeiten ausdrücklich erlaubt, doch viele Menschen haben in den letzten Monaten aus Angst vor einer Corona-Ansteckung* davon abgesehen. Entsprechend wurden auch weniger Magen-Darm- oder Erkältungskrankheiten diagnostiziert. Doch es gibt einen weiteren Faktor, der für weniger Erkältungen und andere Krankheiten verantwortlich ist.

Corona-AHA-Regeln führen zu weniger Erkältungen und Magen-Darm-Krankheiten

So wirkt sich die zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingeführte AHA-Formel – auch AHA-Regel – positiv auf das Ansteckungsrisiko aus. Und zwar nicht nur in Hinblick auf Covid-19. AHA steht dabei für Abstand halten, Hygiene beachten und im Alltag Maske (Mund-Nasen-Bedeckung) tragen. Wer diese Regeln einhält, macht es unter anderem Influenza-, Noroviren aber auch Bakterien und auch Läusen schwerer, sich von Mensch zu Mensch auszubreiten.

Das macht sich auch im Gesundheitswesen bemerkbar. „Wir merken die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen – Erkältungskrankheiten, Magen-Darm-Erkrankungen, aber vor allem Patienten mit Läusebefall werden weniger“, zitiert das ZDF Marlen Ludwig von der Eulen-Apotheke im hessischen Taunusstein. Seit dem Frühjahr 2020 sei der Absatz an Medikamenten gegen solche Krankheiten spürbar zurückgegangen. „Am stärksten zeigt sich die Wirkung des Abstandhaltens beim Läusebefall. Im Vergleich zum Vorjahr (Anmerkung der Redaktion: 2019) hat sich die Nachfrage nach Läusemittel um fast zwei Drittel reduziert“, erläutert Ludwig. Dem ZDF zufolge wurden in deutschen Apotheken im ersten Halbjahr 2020 außerdem fast 25 Prozent weniger Arzneimittel gegen Durchfallerkrankungen verkauft als im ersten Halbjahr 2019.

Vonseiten des Robert Koch-Instituts (RKI) heißt es im Grippe-Bericht vom 19. Januar 2021: „Die kontaktreduzierenden Maßnahmen spiegeln sich in der Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen wider. Seit der 36. KW 2020 liegen die ARE- und ILI-Raten deutlich unter den Vorjahreswerten.“ Mit ARE werden akute Atemwegserkrankungen und mit ILI grippale Infekte bezeichnet. Auch Läuse kommen seltener vor. So zitiert das ZDF Heinz Mehlhorn, emeritierten Professor für Parasitologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf: „Läuse können sich nur verbreiten, wenn Menschen Kontakt zueinander haben“ – in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und geschlossenen Kitas derzeit selten der Fall. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Mehr Quellen: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/alltag-in-zeiten-von-corona.html

Weiterlesen: Lockdown senkt Corona-Zahlen aber begünstigt zwei lebensbedrohliche Krankheiten: Arzt mit eindringlichem Appell.

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