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Corona-Risikofaktor „männlich“: Forscher finden Ursache, warum Männer schwerer erkranken

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Von: Juliane Gutmann

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Eine Krankenschwester in Schutzkleidung pflegt einen Patienten auf der Corona-Intensivstation der Poliklinik Tor Vergata
Eine Krankenschwester in Schutzkleidung pflegt einen Patienten auf der Corona-Intensivstation der Poliklinik Tor Vergata: Weltweit müssen mehr Männer auf Intensivstationen behandelt werden als Frauen. © Alessandra Tarantino/dpa

Das Geschlecht hat enormen Einfluss auf den Corona-Krankheitsverlauf. Nach Auswertung von 90 Studien finden Forscher eine Erklärung, warum Männer häufiger schwer erkranken.

Weltweit beobachten Mediziner, dass auf Corona-Stationen mehr Männer mit schwerem Covid-19 behandelt werden müssen als Frauen. Abschließend ist zwar noch nicht geklärt, welche Faktoren die Schwere von Coronavirus-Infektionen maßgeblich beeinflussen: Jedoch laufen weltweit unzählige Studien, die diese Frage klären sollen. Wissenschaftler um Kate Webb von der University of Cape Town und Claire Deakin vom University Kollege in London analysierten kürzlich 90 Covid-19-Studien, um herauszufinden, warum Männer häufiger schwer erkranken.

Insgesamt wurden in der Metastudie die Daten von knapp 3.111.800 Corona-Patienten ausgewertet. Eines der überraschendsten Ergebnisse: Männer und Frauen stecken sich in etwa gleich häufig mit dem Coronavirus an, jedoch fanden die Forscher erhebliche geschlechterspezifische Unterschiede in Hinblick auf den Krankheitsverlauf. So haben Männer der Meta-Analyse zufolge ein fast dreimal so hohes Risiko, aufgrund eines schweren Corona-Verlaufs auf eine Intensivstation verlegt zu werden. Und auch das Risiko, an Covid-19 zu versterben, lag bei Männern höher als bei Frauen (1,39 Mal höher).

Männer erkranken häufiger schwer an Covid-19: Geschlechtsspezifische Immunantwort als Ursache?

„Diese Daten lassen vermuten, dass fundamentale Unterschiede in der Immunantwort von Männern und Frauen wahrscheinlich ein treibender Faktor hinter der signifikanten geschlechtlichen Voreingenommenheit der Covid-19-Pandemie sind“, so die Forschenden, die weiter ausführen: „Geschlechtliche Unterschiede im Immunsystem könnten für den weiblichen Vorteil bei Covid-19 verantwortlich sein, wie Studien bereits gezeigt haben.“

So sind etwa britische Forscher am King‘s College London in einer Studie zu dem Schluss gekommen, das das weibliche Geschlechtshormon Östrogen einen gewissen Schutz vor schweren Corona-Verläufen bietet. Nach der Datenanalyse von mehr als 500.000 Britinnen unterschiedlichen Alters, kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis: Der sinkende Östrogen-Spiegel bei Frauen mittleren Alters führt dazu, dass die Covid-19-Symptome sehr viel schwerer im Krankheitsverlauf auftreten als bei anderen Patienten. Eine Hauptursache sei weniger Östrogen im Körper – ein Geschlechtshormon, das unter anderem den Monatszyklus reguliert. Eine Weile wurde auch ein Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel und einem erhöhten Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Wie 24vita.de* berichtet, widerlegt eine US-Studie diese Vermutung inzwischen. (jg) *Merkur.de und 24vita.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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