Wenn es nicht mehr summt und brummt

Die Bienen sterben! Doch was können wir dagegen tun? 

+
Biene im Anflug. Ohne sie gäbe es keine Blütenpracht.

Du hörst nicht's mehr brummen? Du hörst nicht's mehr summen? Kein Wunder. Die Bienen fehlen. Was Du dagegen tun kannst.

Erinnerst Du dich noch an Insekten-behangene Windschutzscheiben während der Autofahrt? An sich tümmelnde Insekten, die Dich fast schon genervt haben? Lang ist's her. Und was hat man sich aufgeregt! Heute ist das Gegenteil der Fall. Kaum noch Insekten, kaum noch Bienen. Manchen wird es freuen, gut ist es trotzdem nicht. 

Speziell das Bienensterben ist ein globales aber eben auch ein lokales Problem. Und gerade weil große Dinge immer im Kleinen anfangen, kannst eben auch Du etwas dagegen tun. Warum? Ganz einfach weil Bienen wichtig für uns alle sind.

Warum sind Bienen so wichtig für uns?

Aufgrund ihrer Bestäubungsleistungen. Mehr als 75 Prozent aller europäischen Nutz- und Kulturpflanzen sind auf Bienenbestäubung angewiesen. Damit sind sie hinter Schweinen und Rindern das drittwichtigste Nutztier und somit unverzichtbar! 

Folge vom Bienenmangel können Ernteausfälle und somit Vitaminmangel für Mensch und Tier sein. Und auch zur Ästhetik tragen Bienen ein erheblichen Teil bei. Keine Bestäubung bedeutet keine Blüten, bedeutet ein tristes Stadtbild ohne bunte Farbenpracht.

Warum Bienen sterben: Die Hauptursachen

Monotone Agrarlandschaften

Zum einen finden die Bienen kaum noch Nahrung. Monotone Agrarlandschaften bieten nämlich kaum Kräuter, Blühpflanzen oder Hecken, die ihnen sonst als Nahrungsquelle dienen. Auch auf ertragsorientiertem und zu oft gemähtem Grünland finden die Bienen kaum mehr Blühpflanzen. So ist der Honigertrag in Städten mittlerweile oft höher als auf dem Land.

Bienensterben stoppen

Die Mischung macht's

Bienen nehmen aus Luft, Wasser und Pflanzen Gifte auf, die in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Einzeln, wären dies nicht allzu schlimm. Erst die Mischung dieses Chemiecocktails kann gravierendere Auswirkungen haben.

Der Einsatz von Insektiziden

Ob in der Landwirtschaft, im Obst- und Gemüsebau oder  Haus- und Kleingärten, Insektenvernichtungsmittel kommen oft zum Einsatz. Ziel ist die Bekämpfung von Schädlingen. Neben diesen werden aber auch Bienen und alle anderen Insekten bekämpft.                                                   

Zucht kann, muss aber nicht gegensteuern

Die einfachste Lösung schiene das Züchten widerstandsfähigerer Bienen zu sein, die dem Stress ihrer Umgebung standhalten. Vor allem waren es aber Honigbienen, auf die sich die Zucht in den letzten Jahrzehnten fokussierte. Diese sind fleißig aber eben nicht allzu anpassungsfähig gegenüber sich ändernden Umweltbedingungen.

Was Du gegen das Bienensterben tun kannst

Du hast einen Garten, eine Terrasse, einen Balkon oder eine Fensterbank? Prima! Dann steht der Bienenhilfe ja nichts mehr im Weg. Bevor du den Brummern unter die Flügel greifen kannst, solltest du natürlich wissen wie oder besser womit. Denn nicht jede Pflanze ist bienenfreundlich. Einige sind es, je nach Grundstücksgröße.

Wie wäre es mit einer Bienenweide?

Auf dem Balkon/der Fensterbank

Egal ob Rosmarin, Bohnenkraut, Thymian, Minze, Basilikum, Salbei, Schnittlauch oder Zitronenmelisse. Kräuter mag doch jeder. Bienen wie Menschen. Und dazu schmeckt diese Auswahl noch beiden. Wichtig: Die Blüten sollten nicht abgeschnitten werden.

Für den Blumenkasten eignen sich Studenten-, Vanilleblume, Männertreu, Steinkraut, Lavendel, Wicken oder Winden. Auch Kletterer wie Waldrebe, Kapuzinerkresse oder Efeu gefallen Mensch und Biene.

Auf der Terrasse

Bei einer großen Terrasse und größerer Fläche bieten sich Sonnenblumen, Königskerzen, Mohn, Kornblumen oder Margerite an. Auch Fetthenne, Kugeldistel, Löwenmäulchen, Phlox, Flockenblumen, Malven oder Vergissmeinnicht sollten für den Bienenerhalt gepflanzt werden. Wer auch was zum naschen will, pflanzt Brom- oder Johannisbeeren, Zucchinis oder Kürbisse. Im kommenden Frühjahr sind Krokus, Winterling, Blaustern und Märzenbecher optimale Nahrung für hungrige Bienen. 

Im Garten 

Wie wäre es mit einer Bienenweide? Einer Art bunter Blumenwiese aus regionalen Kultur- und Wildarten. Phacelia, Buchweizen, Ackersenf, Ringelblume und Koriander eigenen sich hervorragend dafür. Noch mehr Vielfalt bieten ‚Blühende Landschaft mehrjährig‘ oder ‚Veitshöchheimer Bienenweide‘. Rasenmäher-Kontakt vermeiden! 

Krieg ein Kind, pflanz einen Baum? Zumindest das zweitere kannst du schon einmal erledigen. Obstbäume wie Apfel, Birne, Quitte oder Sauerkirsche erfreuen Deinen und den Bienengaumen. Nicht so lecker für dich, aber umso leckerer für die Bienen sind Kastanie, Linde, Haselnuss oder Ahorn.

Besonders in der Schwarmzeit lassen sich Bienen manchmal an ungewöhnlichen Orten nieder. Das wusste die Wiener Feuerwehr im Mai 2018 jedoch nicht und wunderte sich nicht wenig, als sich ein Bienenschwarm erst auf einem Fahrrad und dann auf einem Auto niedergelassen hatte. So siedelte ein speziell ausgebildeter Feuerwehrmann die Bienen ohne großen Aufhebens um.  

Bienen ja, Wespen nein? Sie werden von Limonade und Ostkuchen geradezu angezogen: Wespen können einem schon so manchen Grillabend vermiesen. Versucht man sie zu verscheuchen, erreicht man eher das Gegenteil. Sie werden aggressiv und können auch schon einmal zustechen. Mit diesem einfachen Trick, kannst du lästige Wespen ganz einfach vertreiben

chh

Kommentare