Samsung, Motorola, iPhone und Co

Technische Smartphone-Highlights 2020: Faltfunktion, 100-Megapixel-Kameras und mehr

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Insbesondere Samsung zeigt sich 2020 innovationsfreudig. Apple sorgt mit einem Patent für Aufsehen.

Der Konkurrenzkampf unter den Smartphone-Herstellern animiert die Unternehmen zu Innovationen – von weiterentwickelten Displays über hochauflösende Kameras bis hin zu zukunftsweisenden Graphen-Akkus.

AMOLED und Super-AMOLED – Neue Farbdarstellung durch neue Displays 

Das Samsung Galaxy S20 ist ein Beispiel dafür, welche Möglichkeiten sich durch neue Display-Technologien ergeben. Durch die Steuerung des Bildaufbaus über eine aktive Matrix kommt es bei AMOLED-Displays zu einem beschleunigten sowie präziseren Bildaufbau. Zudem sendet jedes Pixel selbst Licht aus, sodass es keiner zusätzlichen Hintergrundbeleuchtung bedarf. Das Endergebnis sind neben besseren Farbdarstellungen Ersparnisse im Stromverbrauch.

Eine Weiterentwicklung sind die Super-AMOLEDs, die unter dem Display eine berührungsempfindliche Schicht haben. Diese Technologie führt zu einer Optimierung der Lichtdurchlässigkeit. Im gleichen Zuge wird die Menge der Reflexionen gesenkt, was bedeutet, dass bei Sonneneinstrahlung die Bilder und Texte besser erkennbar werden.

Faltfunktion bei Smartphones noch längst nicht am Gipfel der Entwicklung

Bei der Entwicklung von Smartphones mit faltbaren Bildschirmen waren bereits mehrere Hersteller aktiv:

  • Samsung Galaxy Fold und Samsung Galaxy Fold 2
  • Samsung Galaxy Z Flip
  • Motorola Razr
  • Huawei Mate X
  • Escobar Fold 1
  • TCL Fold

Anfang des Jahres machte noch das Samsung Galaxy Z Flip mit seinem äußerst eigenen Design auf sich aufmerksam. Nutzer machten sich über das Aussehen im zusammengefalteten Zustand lustig, welches an Puderdosen erinnerte. Auch im aufgeklappten Zustand bekam das Samsung Galaxy Z Flip viel Kritik, wobei es mit dem Aussehen früherer Gameboys assoziiert wurde.

Letzten Endes weiß keiner der Hersteller mit faltbaren Smartphones vollends zu überzeugen. Die Falttechnologie ist zwar optisch aufsehenerregend, aber der Mehrwert muss aufgrund des Preises und einiger Produktions- sowie Designschwächen bei den Modellen relativiert werden. Zu diesen Designschwächen gehören mitunter die Scharniere und die Folien über den Displays, die gegen Dreck und Fremdkörper immer noch – nach mehreren Jahren Entwicklung – äußerst empfindlich sind.

100 Megapixel bei Smartphone-Kameras: Wird die Profikamera überflüssig?

Xiaomi hat letztes Jahr bereits mit einer Smartphone-Kamera mit mehr als 100 Megapixel vorgelegt. Samsung, das eng mit Xiaomi an der Entwicklung einer Kamera mit dieser Auflösung gearbeitet hatte, will in diesem Jahr ein eigenes Modell mit einer solchen Kamera hervorbringen. Wird es also der Trend 2020, dass Smartphone-Kameras mehrerer Hersteller 100-Megapixel-Kameras verbauen werden?

Mehrere Aspekte sprechen dagegen:

  • Sony, Honor und weitere Hersteller haben geäußert, keine 100-Megapixel-Kameras verbauen zu wollen
  • Je höher die Auflösung ist, umso schwerer wird es, eine Pixelgröße von mindestens 1 μm zu erreichen
  • Wird die Pixelgröße von einem 1 μm unterschritten, so können keine adäquaten Werte in Bezug auf Lichtempfindlichkeit und Bildqualität gewährleistet werden

Es spricht somit einiges gegen diverse Flaggschiffe der Großunternehmen mit Kameras von 100 Megapixeln Auflösung. Das in diesem Jahr innovationsfreudige Unternehmen Samsung wird wohl ein entsprechendes Modell hervorbringen, aber in Bezug auf die Qualität der Bilder ist von keinem angemessenen Ersatz für Profikameras zu sprechen. Also sei festgehalten: Fortschritte werden in puncto Kamera gemacht, aber von Revolutionen kann nicht die Rede sein. Professionelle Fotografen werden demnach wie bereits bis zu diesem Zeitpunkt auf separate Kameras angewiesen sein.

Sind Revolutionen möglich?

Die beeindruckendste Revolution könnte formbare iPhones hervorbringen, die wahrscheinlichste Revolution könnte den ersten Graphen-Akku in einem Smartphone bescheren.

Die Technologie befindet sich in einer exponentiellen Entwicklung, weswegen kein Gedanke als abwegig zu bezeichnen ist. Demnach kann es in einigen Bereichen förmlich zu Revolutionen kommen.

Samsung wird mit einer Akku-Revolution in Verbindung gebracht, im Zuge derer erstmals ein Graphen-Akku in einem Smartphone verbaut werden könnte. Apple kommt zum ersten Mal in diesem Artikel zur Sprache, wobei ein Patent eine vordergründig irrsinnige Idee des Konzerns naheliegen lässt; nämlich die komplett formbaren Displays. Eine andere Revolution hingegen ist sehr wahrscheinlich: Die Veränderung der Smartphone-Ränder.

Graphen-Akku in einem neuen Galaxy-Modell denkbar

Samsung hält sich bedeckt, was die Akkus der neuen Galaxy-Modelle anbelangt. Es gilt allerdings als wahrscheinlich, dass der Konzern um die Ausstattung seiner Modelle mit einem Graphen-Akku bemüht ist. Bei Graphen handelt es sich um eine Schicht, die aufgrund ihrer zweidimensionalen Form dem Akku mehr Energie zuführen, aber im gleichen Zuge die Gefahr für Brände und Hitzestaus reduzieren soll. Das Endergebnis ist ein Akku, der im besten Fall in 20 Minuten aufgeladen ist und eine längere Laufzeit hat. In Powerbanks des Herstellers Real Graphene finden die Graphen-Akkus bereits Anwendung, aber bei Smartphones wäre es eine Neuheit. Damit eine Umsetzung bei Samsung noch in diesem Jahr gelingt, müssen die Herstellungskosten der Produkte gesenkt und die Kapazitäten in der Produktion gesteigert werden. Inwiefern sich dies ergibt, bleibt abzuwarten.

Komplett formbare Displays bei Apple in Diskussion

Ob es 2020 so weit kommen wird, dass die Displays im neuen iPhone komplett formbar sein werden, darf stark angezweifelt werden. Aber ein Patent von Apple mit dem Namen „Flexible Devices with Flexible Displays“ lässt Spektakuläres vermuten: Könnte es zumindest bald zur Realität werden, dass Smartphones komplett formbar sein werden? In diesem Jahr nicht, aber das erste faltbare iPhone ist eine berechtigte Vermutung. Eventuell wird dieses auf mehrere Weisen faltbar sein, sodass Apple die fast schon obligatorische individuelle Duftmarke unter den Smartphone-Highlights 2020 hinterlassen wird.

Smartphone-Ränder nehmen konsequenten Kurs auf Randlosigkeit

Der Trend der Entwicklung randloser Smartphones ist ungebrochen und scheint langsam auf die Zielgerade zuzugehen. Pop-up-Kameras, Punch-Hole-Einkerbungen und unsichtbare Kameras unter den Oberflächen des Displays oder in der Rückseite des Smartphones sind in diesem Jahr wahrscheinlich. Zudem werden wohl die ersten Curved-Displays bei Smartphones in diesem Jahr erscheinen.

Die Frage ist: Welche Features sind notwendig?

Die Smartphone-Neuheiten offerieren neue Spielräume. Aber es stellt sich wie immer die Frage, welche dieser Spielräume überhaupt genutzt werden. Ein Smartphone für 500 bis 1.000 € mehr aufgrund einer oder zweier Innovationen zu verkaufen, ist erfahrungsgemäß in seltenen Fällen sinnvoll. Das kontaktlose Bezahlen ist bereits seit Jahren vorhanden, aber erst in der Corona-Krise wird aus sicherheitstechnischen Gründen davon verstärkt Gebrauch gemacht. Somit muss sich am Ende bei jeder der Neuheiten der Verbraucher die Frage stellen: Brauche ich dieses Highlight tatsächlich? Die Antwort darauf bewahrt Verbraucher vor unnötigen Ausgaben.

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