Landesregierung sucht Beweise

Wolf in Baden-Württemberg fotografiert - Aufnahme gibt Rätsel auf

Eine Wildkamera fotografiert nachts einen Wolf
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Wölfe in Baden-Württemberg werden mit Wildkameras fotografiert

Ein Wolf wurde im Landkreis Schwäbisch Hall fotografiert - zumindest wahrscheinlich. Die Bildqualität ist schlecht, darum sucht das Umweltministerium Stuttgart Zeugen. Das hat einen wichtigen Grund.

Stuttgart/Frankenhardt - Das Umweltministerium der Landeshauptstadt Stuttgart (BW24* berichtete) sucht Zeugen, die einen Wolf in Baden-Württemberg gesehen haben - genauer im Landkreis Schwäbisch Hall, wie die Südwest Presse meldet. Auch Menschen, die nur Haare oder Kot des Tiers nahe der Gemeinde Frankenhardt im Regierungsbezirk Stuttgart * gefunden haben, werden gebeten, sich zu melden.

Im Landkreis Schwäbisch Hall, etwa 70 Kilometer von Stuttgart entfernt, sei am 24. Mai ein Tier von einer Wildkamera fotografiert worden, das „sehr wahrscheinlich“ einer der seltenen Wölfe in Baden-Württemberg sei, wie das Regierungspräsidium mitteilte. Für einen eindeutigen Nachweis sei die Bildqualität allerdings zu schlecht.

Wölfe in Baden-Württemberg: Sichtung in Schwäbisch Hall stellt Experten vor Rätsel

Als eindeutige Beweise für den Aufenthalt von Wölfen in Baden-Württemberg und der Region Stuttgart gelten nur Lebendfang, Totfund, Telemetrieortung, ein Foto, Video oder genetisches Material, wie aus einer Übersicht auf der Website des Umweltministeriums von Baden-Württemberg hervorgeht.

Symbolbild: Ein Wolf wurde in Baden-Württemberg gesichtet. Diese Aufnahme stammt aus dem Wolfsgehege im Wildparadies Tripsdrill.

Sollte jemand in Frankenhardt, im Landkreis Schwäbisch Hall oder an einem anderen Ort einem Wolf begegnen, ist das kein Grund, Angst zu haben. Eine Expertin vom Alternativen Wolfs- und Bärenpark in Baden-Württemberg erklärt, wie ihr euch bei einer Begegnung mit einem Wolf verhalten solltet.* Da die Tiere scheu seien, reiche es im Falle der Begegnung mit einem Wolf in Baden-Württemberg aus, auf sich aufmerksam zu machen. „Das Wildtier will mit uns nichts zu tun haben“, sagt Sabrina Reimann. „Es gibt so wenige Wölfe in Deutschland, dass man froh sein kann, wenn man mal einen zu Gesicht bekommt.“ 

Landkreis Schwäbisch Hall: Tierhalter müssen aufpassen, Wolf greift Ziegen und Schafe an

Dem stimmt Julia Winterfeldt, Jägermeisterin im Landkreis Schwäbisch Hall, zu. Wölfe in Baden-Württemberg suchten sich leichte Beute, sagte sie laut SWP. Halter von Ziegen, Schafen oder Pferden bräuchten deshalb einen geeigneten Schutzzaun oder Herdenschutzhunde. Diese Maßnahmen werden aus dem „Ausgleichsfonds Wolf“ finanziell unterstützt. Sollten trotzdem Wölfe in Baden-Württemberg Nutztiere reißen, wird der Schaden dem Halter aus diesem Fonds ersetzt.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Ort innerhalb der sogenannten „Förderkulisse Wolfsprävention“ liegt. Genau das ist der Grund, aus dem das Umweltministerium von Baden-Württemberg mit Sitz in Stuttgart Zeugen sucht. Nur wenn die Anwesenheit eines Wolfs in Baden-Württemberg sechs Monate lang nachgewiesen wurde, kann ein Ort in die Förderkulisse Wolf aufgenommen werden. Das ist in Frankenhardt bisher nicht der Fall.

*BW24 ist Teil des Ippen-Redaktionsnetzwerks

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