Nachwuchs im Zoo

Daumengroße Zwillinge: Kleinste Affen der Welt in der Stuttgarter Wilhelma geboren

Die neugeborenen Zwergseidenäffchen klammern sich an ihrem Vater fest.
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Die neugeborenen Zwergseidenäffchen klammern sich an ihrem Vater fest.

Die Stuttgarter Wilhelma hat doppelten Zuwachs bei den Zwerg-Seidenäffchen bekommen. Artgenossen tragen die kleinen Däumlinge huckepack umher.

Stuttgart - Die Wilhelma gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Stuttgart* (BW24* berichtete). Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg* ist der Zoo derzeit zwar geschlossen. Dennoch gibt es positive Nachrichten aus der Landeshauptstadt Stuttgart*: Die Zwerg-Seidenäffchen, bekannt als kleinste Affen der Welt, sind gleich im zweifachen Babyglück. Wie die Wilhelma kürzlich bekannt gab, kamen die beiden Jungtiere vor rund einem Monat zur Welt und erkunden jetzt ihr Umfeld.

Wer die kleinen Primaten besuchen möchte, sobald die Wilhelma wieder öffnet, findet sie im Menschenaffenhaus. Nur durch eine Scheibe getrennt wohnen sie hier in der direkten Nachbarschaft der bis zu 200 Kilogramm schweren Gorillas, mit denen sie sich durch das Glas beäugen können. Der Kontrast könnte nicht größer sein: Ausgewachsene Zwerg-Seidenäffchen bringen gerade einmal 140 Gramm auf die Waage.

Zwerg-Seidenäffchen in der Wilhelma Stuttgart: Babys werden in der Affenbande herumgereicht

Typisch für Zwerg-Seidenäffchen ist, dass die ganze Familie sich am Babysitting beteiligt. Nur das ranghöchste Weibchen der Gruppe bekommt Nachwuchs. Zwar muss sie das Säugen selbst übernehmen, aber sonst reicht die Mutter die Kleinen schon bald nach der Geburt an andere ausgewachsene Mitglieder der Affenbande weiter. Wechselweise tragen die Artgenossen die daumengroßen Babys huckepack umher. Vielfach behütet haben diese in der Wildnis bessere Chancen zu überleben.

Gemeinsam mit den Springtamarinen und Faultieren leben die kleinen südamerikanischen Äffchen in dem Stuttgarter Menschenaffenhaus, das 2013 neu gebaut wurde. Im Gegensatz zu ihren Mitbewohnern ist es bei den Zwerg-Seidenäffchen keine Besonderheit, sondern sogar der Normalfall, dass sie Zwillinge bekommen. Für das Elternpaar Valentina und Rocko ist es der erste Nachwuchs. 140 Tage beträgt die Tragzeit der Äffchen. Nach drei Monaten Milchspeise an Mutters Brust nähren sich die Nachkommen schon wie die Erwachsenen selbst - hauptsächlich von Blüten, Früchten Insekten, Spinnen und Baumsaft.

Wilhelma Stuttgart: Neues Leben kommt, altes Leben geht - älteste Tigerin gestorben

Während die freudige Nachricht über den Affennachwuchs Zoo-Fans erfreuen dürfte, gibt es in der Wilhelma jedoch auch Verluste zu beklagen: Tiger-Dame Duma, der zweitältester Sumatra-Tiger der Welt, ist am Freitag gestorben*. Wegen Altersschwäche starb die Tigerin fast genau zwei Monate vor ihrem 21. Geburtstag - was in menschlichen Maßstäben mit einer Hundertjährigen vergleichbar ist.

Die Pandemie macht der Wilhelma wie vielen Zoos zu schaffen. Die fatalen Folgen des Coronavirus für die Wirtschaft* sind auch in Stuttgarts beliebtem Zoo deutlich spürbar. Monatelang brachen Einnahmen weg, denn die Besucher blieben fern. Welche langfristigen Schäden und nachhaltigen Veränderungen die Pandemie für die Wilhelma haben wird, ist noch nicht abzusehen. Während andere Tierparks in Deutschland Notschlachtungen von Tieren in Betracht ziehen, machte der Direktor der Wilhelma Stuttgart jedoch eine klare Ansage*: „Bei uns ist ein solches Planspiel überhaupt nicht denkbar.“ *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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