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Nach Wetter-Warnung: Droht wirklich ein arktischer Winter im Februar?

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Von: Tobias Becker

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Der Winter ist da, aber wird er auch schlimmer? Von einem arktischen Wintereinbruch im Februar ist die Rede. Das würde minus 20 Grad in Baden-Württemberg bedeuten.

Der Winter ist zurück in der Region und bringt seit Tagen Kälte und Schnee bis in die tiefen Lagen. Sogar Städte wie Heilbronn oder Stuttgart durften sich über eine weiße Schneedecke freuen, auch wenn sie nicht so lange anhält wie in höher gelegenen Gebieten. Doch einige Wetter-Experten setzen noch einen drauf: Ein arktischer Wintereinbruch soll im Februar möglich sein, dabei tendierte die Prognose langfristiger Wettermodelle eher in Richtung „zu warm“. Ist der Mega-Winter dennoch möglich?

BundeslandBaden-Württemberg
LandeshauptstadtStuttgart
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann
Bevölkerung11,07 Mio.

Arktischer Winter in Baden-Württemberg möglich? Das sagt der „Deutsche Wetterdienst“

„Sicher ist alles möglich“, erklärt Meteorologe Andreas Friedrich vom „Deutschen Wetterdienst“ (DWD) gegenüber echo24.de. Aber: „An den Prognosen des arktischen Winters ist nichts dran.“ Ganz im Gegenteil! Zwar kann es im Februar auch nochmal kalte Phasen geben, doch gerade in den kommenden Tagen erwartet der DWD eher mildes Wetter.

Ein arktischer Winter in Baden-Württemberg? Das würde minus 20 Grad bedeuten. Der Grund für die extreme Prognose: „La Niña“ soll den Polarwirbel stören und verdrängen. Doch die Gefahr sieht Friedrich nicht: „Das haben wir nicht und sehen wir auch nicht.“ Schließlich können Vorhersagen beim Wetter nur sieben bis zehn Tage in die Zukunft gehen. Und da ist von solch einem extremen Wintereinbruch keine Spur.

Meteorologe über Extrem-Winter: „Da war sogar der Bodensee zugefroren.“

In der kommenden Woche sollen die Temperaturen laut DWD-Experte Andreas Friedrich wieder in den milden Bereich steigen. Heißt: Zwischen fünf und acht Grad. Dazu soll es in tieferen Lagen auch zu Regen kommen. Schnee ist eher unwahrscheinlich. Bis dahin bleibt es „nasskalt“, wie der Meteorologe schildert. „Nachts kann es Frost geben, tagsüber steigen die Temperaturen auf knapp über null Grad“, so Friedrich zu echo24.de.

Der Februar ist dennoch ein Wintermonat, kann also auch noch kalte Überraschungen parat halten. „Es gab mal einen Winter, da war sogar der Bodensee zugefroren“, erinnert sich der Wetter-Experte. 1963, so schrieb die „Süddeutsche Zeitung“ zum 50. Jahrestag, ist der drittgrößte See in Mitteleuropa zur Eiswüste geworden. „Seegfrörne“ wird das am Bodensee demnach genannt. 1956 froren ebenfalls ganze Flüsse in Deutschland zu. Keine Bäche, keine kleineren Nebenflüsse – es geht um den Rhein.

Die Eisprozession über den Bodensee
1963 ist der Bodensee komplett zugefroren. Teilweise konnte der drittgrößte See Mitteleuropas wohl zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto überquert werden. © picture alliance / Harry Flesch

Wetter-Experte erklärt: Arktischer Winter in Baden-Württemberg nicht sehr wahrscheinlich

Doch die Zeiten sind längst vorbei. Statt wie vor 60 Jahren am Bodensee oder noch sieben Jahre zuvor, ist der Februar nicht zehn Grad kälter als das langjährige Mittel. Der zweite Monat des Jahres wird eher mild und zu warm prognostiziert. „Wir haben die Klimaerwärmung. Die Wetter-Ausschläge nach unten sind eher weniger wahrscheinlich“, sagt Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst.

Dennoch kann es zu Schnee oder Dauerfrost kommen im Februar in Baden-Württemberg. Beim Wetter ist eben fast alles möglich. Doch ein arktischer Winter, der schlimme Folgen haben kann, sieht Andreas Friedrich nicht kommen. „Da ist nichts dran“, erklärt der DWD-Experte gegenüber echo24.de.

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