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Tübinger Modell startet wieder – mit einer besonderen Neuerung

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Von: Lisa Klein

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grünen).

Am 14. Mai geht das Tübinger Modellprojekt in die zweite Runde — diesmal in Verbindung mit der Luca-App. © Sebastian Gollnow/dpa

Am Freitag (14. Mai) geht das Tübinger Modellprojekt in die zweite Runde – diesmal in Verbindung mit der Luca-App. Auch Besucher von außerhalb dürfen kommen.

Das Tübinger Modellprojekt soll am heutigen Freitag (14. Mai) wieder an den Start gehen — mithilfe der Luca-App, wie *echo24.de berichtet. Geschäfte, die wegen der Bundesnotbremse* drei Wochen geschlossen waren, dürfen laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) wieder für Kunden mit Termin öffnen. Dies ist möglich, da die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Tübingen fünf Tage in Folge unter 150 lag. Am Donnerstag lag der Wert für den Landkreis Tübingen bei 101,5.

Zum Einkaufen ist in Tübingen ein tagesaktueller negativer Schnelltest Pflicht. Wie beim ersten Anlauf des Tübinger Modells sollen dazu mehrere Teststationen die Arbeit aufnehmen. In Läden gelten Abstands- und Hygieneregeln unter anderem mit Begrenzung der Kundenzahl. Zusätzlich zu den bisherigen Standorten in der Innenstadt sollen Schnelltest-Stationen am Haagtor und in der Friedrichstraße in Betrieb gehen. Von Montag an soll auch am Kelternplatz getestet werden. Einige Stationen werden nach Angaben aus dem Rathaus abgebaut, da die Nachfrage gering gewesen sei.

Tübinger Modell startet wieder — diesmal in Kombination mit der Luca-App

Bei der zweiten Auflage des Modells soll die Luca-App zur digitalisierten Kontaktnachverfolgung eine tragende Rolle spielen, wie es heißt. Wer ein Geschäft betritt, kann sich durch das Scannen eines dort angebrachten QR-Codes mit der Luca-App einchecken und erfüllt damit die Terminvereinbarungspflicht. Weitere Datenerhebungen seien dann nicht mehr erforderlich.

Gleichwohl könnten Geschäfte auch weiterhin auf telefonische Terminvereinbarung beziehungsweise auf Anmeldungen per E-Mail oder online setzen. „Im Unterschied zum Modellversuch können die Tagestickets wieder an Auswärtige ausgegeben werden“, heißt es zudem in einer entsprechenden Mitteilung.

Tübinger Modell als Basis für Lockerungen im Südwesten

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) und die Notärztin Lisa Federle raten zum Tübinger Modellversuch als Grundlage für Lockerungsschritte in ganz Baden-Württemberg. „Im Ergebnis kann empfohlen werden, die anstehenden Öffnungen im Abklingen der dritten Welle nach dem in Tübingen erprobten Modell durchzuführen“, schrieben sie gemeinsam mit Peter Kremsner und Peter Martus vom Universitätsklinikum Tübingen in ihrem Abschlussbericht an das Sozialministerium am Dienstag.

Den Initiatoren zufolge ist der erste Versuch erfolgreich verlaufen. Die Öffnungen hätten nicht zu einem messbaren Anstieg der Infektionen geführt, hieß es in dem Bericht. Die Inzidenz in der Stadt war von 20 zu Versuchsbeginn zwischenzeitlich auf 110 gestiegen, kurz zurückgegangen und wieder auf 114 gestiegen. Die Inzidenzen sind allerdings zum selben Zeitpunkt in ganz Baden-Württemberg in die Höhe geschossen.

Tübinger Modell: Teststrategie kostet Millionen — ist es das wert?

Dem Bericht zufolge lag der erste Sprung auch an einem Corona-Ausbruch in der Tübinger Landeserstaufnahmestelle. Im ganzen Landkreis hatte die Inzidenz zwischenzeitlich bei 200 gelegen. An den Teststationen wurden im Versuchszeitraum rund 165.000 Tests durchgeführt und etwa gleich viele in Betrieben, Kitas und Schulen. Das ergab Testkosten von 3,5 Millionen Euro, von denen der Bund 2,5 Millionen übernimmt. Die Kosten seien volkswirtschaftlich gut vertretbar.

Nach Ansicht der Initiatoren kompensiert der Kontrolleffekt der vielen Tests die zusätzlichen Risiken durch mehr Kontakte in Handel, Gastronomie und Kultur. In der Bevölkerung gebe es Akzeptanz für den Modellversuch. In einer Phase, in der die Stadt mit Tagestouristen überfüllt gewesen sei, habe es aber kritische Stimmen gegeben. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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