1. Mannheim24
  2. Baden-Württemberg

Baden-Württemberg: Spritpreis-Drama – kommt jetzt das Tempolimit auf Autobahnen?

Erstellt:

Von: Fabienne Schimbeno

Kommentare

Baden-Württemberg - Über ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen wird bereits seit Jahren diskutiert. Mit dem Ukraine-Krieg flammt die Debatte einmal mehr auf:

Tempolimit oder nicht? Eine Frage, die hierzulande bereits seit Jahren diskutiert wird. Angesichts des Ukraine-Kriegs* kommt das Thema einmal mehr auf den Tisch: Der Gasstreit mit Russland spitzt sich zu, Benzin wird teurer, Energiepreise steigen. Auch in Baden-Württemberg* wird eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km/h auf deutschen Autobahnen heiß diskutiert. Können sich Befürworter durchsetzen? HEIDELBERG24* klärt auf:

BundeslandBaden-Württemberg
HauptstadtStuttgart
Einwohner11,07 Mio. (Stand: 2019)
Fläche35.751 km²
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)

„Höchste Zeit“: BW-Verkehrsminister Hermann für Tempolimit auf Autobahnen

„Es ist höchste Zeit für spritsparendes Autofahren und für ein Tempolimit“, sagte Landes-Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) vor einigen Tagen laut Bericht des SWR. Mit solchen konkreten Schritten können alle etwas gegen die Abhängigkeit von russischem Öl tun, so der Grünen-Politiker.

Auch SPD-Landes- und Fraktionschef Andreas Stoch sprach sich für eine verbindliche Höchstgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen aus. Ein generelles Tempolimit biete einen „erheblichen Einsparungseffekt“ und mache den Verkehr sicherer.

Bei den Koalitionsverhandlungen haben sich die beiden Parteien aber nicht gegen den Partner FDP durchsetzen können. „Ein generelles Tempolimit bringt unabhängig von der aktuellen Situation für den Klimaschutz überhaupt nichts“, sagte der baden-württembergische FDP-Verkehrsexperte Christian Jung.

Umfrage zeigt: Mehrheit der Deutschen für Tempolimit auf Autobahnen

Für Landes-Verkehrsminister Winfried Hermann sei es „nicht nachvollziehbar“, dass sich die FDP nach wie vor gegen ein allgemeines Tempolimit auf deutschen Autobahnen weigert. Angesichts der „schweren Energiekrise“ in der sich das Land derzeit befinde, sei das „Sturheit pur“, so der Grünen-Politiker laut SWR.

Eine Umfrage des britischen Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov hat ergeben, dass 57 Prozent der Deutschen für eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km/h auf Autobahnen sind. 33 Prozent sprechen sich dagegen aus, 10 Prozent sind unschlüssig.

Tempolimit auf Autobahnen: Befürworter größtenteils Anhänger der Grünen

Von den bundesweit 2.054 Befragten sind die meisten Befürworter eines generellen Tempolimits Anhänger der Grünen (87 Prozent). 72 Prozent wählen SPD. Die meisten Gegner eines Tempolimits gibt es unter den FDP-Anhängern. Hier sprechen sich 52 Prozent gegen ein allgemeines Tempolimit auf deutschen Autobahnen aus.

Laut YouGov-Umfrage sind Frauen eher für ein Tempolimit als Männer (62 Prozent zu 52 Prozent). Darüber hinaus sprechen sich Ältere eher für eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus als Jüngere.

Tempolimit 130
Tempolimit 130? Mehrheit der Deutschen spricht sich dafür aus. (Symbolfoto) © Patrick Seeger/dpa

600 Millionen Liter Sprit durch Tempo 130 sparen: „Wo immer diese Zahlen herkommen...“

So geben in der Altersklasse der 60- bis 69-Jährigen 61 Prozent an, für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen zu sein. In der Altersklasse der 18 bis 29-Jährigen sind es 47 Prozent, die sich für eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung aussprechen. Wie eine Berechnung des Umweltbundesamtes zeigt, würde ein Tempolimit von 130 km/h rund 600 Millionen Liter Sprit sparen*.

„Man kommt doch so gut wie nie dazu mehr als 120km/h zu fahren, weil alles verstopft ist. Also kommt nicht wieder mit solch unsinnigen Studien, die einem grünen Kleingeist entsprungen sind“, kritisiert ein HEIDELBERG24*-Leser. Die Mehrheit spricht sich gegen ein generelles Tempolimit aus.

„Wer Sprit sparen will kann ja langsam fahren auf der rechten Spur!! Wie es sich gehört!“, schlägt ein Leser vor. Ob sich eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung in Zukunft durchsetzen wird, bleibt weiterhin offen. Fakt ist: Die Meinungen dazu sind nach wie vor gespalten. (fas mit dpa) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare