Keine Perspektive für Verbrenner-Standorte

Sparkurs kostet Tausende Jobs: Mahle aus Stuttgart schließt Werk in Baden-Württemberg

Der Autozulieferer Mahle aus Stuttgart muss seinem Sparkurs weiter Tribut zollen. Tausende Stellen fallen weg und Werke werden komplett geschlossen.

Stuttgarter Autozulieferer Mahle macht Werk in BaWü dicht! Doch das ist nicht alles...

Update vom 25. September: Der Autozulieferer Mahle aus Stuttgart steckt in einer schweren Krise. Erst gestern wurde bekannt: Der Konzern aus Stuttgart schließt zwei Werke in Deutschland. Darunter die Produktionsstätte im baden-württembergischen Gaildorf mit fast 300 Mitarbeitern. Davor hatte Mahle bereits angekündigt, weltweit 7.600 Stellen zu streichen. Allein in Deutschland sind laut Konzernangaben 2.000 Mahle-Mitarbeiter betroffen. Und das ist noch nicht einmal die Spitze des Eisbergs.

NameMahle GmbH
SitzStuttgart, Deutschland
GeschäftsführerJörg Stratmann
Mitarbeiterzahl77.015 (Stand: 2019)
BrancheAutomobilzulieferer

Der Grund: Weltweit wurden bereits 6.700 Stellen abgebaut. Jetzt sollen also 7.600 weitere folgen. In der Summe werden somit weltweit 14.300 Stellen abgebaut. Und Mahle macht klar, dass auch Deutschland vom Sparkurs nicht verschont bleibt. Für die Standorte in Gaildorf (Baden-Württemberg) und Freiberg (Sachsen) sieht der Autozulieferer aus Stuttgart keine Perspektive mehr. Grund dafür sei eine wirtschaftliche und nachhaltige Aufstellung im Wettbewerbsumfeld, heißt es von Seiten des Konzerns.

Mahle aus Stuttgart: Personalanpassung in weiteren deutschen Werken

Die Schließung des Mahle-Werks in Baden-Württemberg sei deshalb unumgänglich, erklärt der Autozulieferer aus Stuttgart in einer Pressemitteilung. Zudem werden in Deutschland weitere Produktionsstandorte von Mahle mit Stellenstreichungen rechnen müssen. In der Mitteilung vom 24. September heißt es weiter: „Mahle hat heute den Wirtschaftsausschuss des Gesamtbetriebsrates sowie den Europäischen Betriebsrat informiert und geht nun zeitnah in die Gespräche mit den jeweils zuständigen Arbeitnehmervertretern vor Ort.“

In Gesprächen wolle man die Einzelheiten der Sparmaßnahmen beraten. Folgende Mahle-Werke in Deutschland sind von weiteren Personalanpassungen betroffen:

  • Konzernzentrale in Stuttgart
  • Mühlacker/Vaihingen
  • Neustadt
  •  Rottweil
  • St. Michael (Österreich)

Mahle aus Stuttgart: Deshalb müssen Werke schließen und Mitarbeiter gehen

Durch Werksschließungen und Stellenstreichungen will der Autozulieferer Mahle aus Stuttgart laut eigener Aussage seine Kostensenkungs- und Restrukturierungsprogramme weiter vorantreiben. Durch die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie sei die Dringlichkeit der Sparmaßnahmen noch stärker geworden. Zum Hintergrund: Schon vor der Corona-Krise hatte Mahle sich ein Sparprogramm auferlegt. Auslöser dafür ist der Wandel vom Verbrennermotor hin zum Elektroantrieb.

Durch die Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen wolle man die Wettbewerbsfähigkeit von Mahle auch in Zukunft sichern, heißt es vom Unternehmen. Das bedeutet aber auch, dass Tausende Mahle-Mitarbeiter ihren Job verlieren könnten. Der Konzern aus Stuttgart betont, dass die Stellen sozialverträglich abgebaut werden sollen. Zum Beispiel durch Abfindungsprogramme wie bei Daimler oder Maßnahmen wie beispielsweise Altersteilzeit. Genauere Details dazu sind aber noch nicht bekannt.

Stuttgart: Mahle schließt Werk in Baden-Württemberg mit über 100 Mitarbeitern

Update vom 24. September: Der Stuttgarter Autozulieferer Mahle steckt auch wegen der Coronavirus-Pandemie in einer schweren Krise. echo24.de berichtete bereits ausführlich über die harten Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen im Konzern. Doch damit nicht genug. Jetzt wird bekannt, dass Mahle zwei Werke in Deutschland endgültig schließen will. Konkret geht es um die Produktionsstätte in Baden-Württemberg (Gaildorf) und das etwas kleinere Mahle-Werk im sächsischen Freiberg.

Stuttgart: Mahle streicht Stellen und schließt Werke in Deutschland

In Baden-Württemberg sind rund 290 Mitarbeiter bei Mahle in Gaildorf beschäftigt. Doch spätestens ab 2023 könnten viele der Mitarbeiter arbeitslos werden. Der Grund: Im Laufe des Jahres 2023 soll die Schließung der Produktionsstätte in Baden-Württemberg abgeschlossen sein. Das bestätigt eine Sprecherin des Autozulieferers aus Stuttgart auf Anfrage der Deutschen-Presse-Agentur. in Gaildorf werden unter anderem Nockenwellen und Stahlteile für Nutzfahrzeuge und Autos hergestellt.

Mahle-Geschäftsführer Jörg Stratmann rechtfertigt die Sparmaßnahmen mit der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

Im Mahle-Werk in Freiberg sind circa 85 Mitarbeiter beschäftigt. Die Produktionsstätte dort soll bis zum ersten Halbjahr 2022 aufgegeben werden. Im ersten Schritt hatte der Autozulieferer Mahle aus Stuttgart angekündigt, weltweit 7.600 Stellen zu streichen. Davon sind allein in Deutschland 2.000 Mahle-Mitarbeiter betroffen. Mit der Schließung von zwei kompletten Werken in Deutschland geht der Konzern jetzt noch einen Schritt weiter. Die IG Metall sowie der Betriebsrat haben sich eingeschaltet.

Stuttgart: Autozulieferer Mahle streicht Tausende Stellen weltweit

Erstmeldung vom 17. September: Die Autobranche steckt tief in der Krise. Das ist nun einmal mehr bewiesen, wie echo24.de* berichtet. Neben Daimler*, Bosch*und Co. streicht nun auch das Stuttgarter Unternehmen Mahle radikal Stellen und verschärft damit den eigenen Sparkurs weiter. Weltweit fallen 7.600 Stellen weg - 2.000 davon in Deutschland, wie der Vorsitzende der Geschäftsführung, Jörg Stratmann, am Mittwoch mitteilte. „Wir haben es aktuell mit einer Krise zu tun, wie wir sie noch nicht erlebt haben“, erklärte Stratmann.

„Wir haben es aktuell mit einer Krise zu tun, wie wir sie noch nicht erlebt haben“, erklärte Stratmann. Gerade jetzt sei es deshalb wichtig, die Anstrengungen zur Kostensenkung konsequent fortzusetzen und die strategischen Ziele noch stärker in den Fokus zu nehmen. Der Autozulieferer fährt bereits seit 2018 einen strikten Sparkurs. Im Zuge dessen waren bereits weltweit 6.700 Stellen gekürzt worden. Dennoch erlitt der Konzern 2019 einen Verlust von 212 Millionen Euro.

Autozulieferer Mahle in Stuttgart: Corona-Krise nicht allein Schuld am Stellenabbau?

Nun kam die Corona-Krise nicht nur für Mahle zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Längst steckt die gesamte Branche in der Misere*.Dennoch will das Stuttgarter Stiftungsunternehmen einen sozialverträglichen Abbau planen. Dafür sollen auch Gespräche mit dem Betriebsrat geführt und gemeinsam die Maßnahmen im Detail ausgearbeitet werden.

Der Vize-Chef des Gesamtbetriebsrats, Dieter Kiesling, sieht die Schuld an der Misere nicht allein in den fehlenden Umsätzen durch die Corona-Krise und dem wachsenden Druck zur Kostensenkung. Die Transformation der gesamten Automobilindustrie dauere schon eine ganze Weile an und Mahle habe bis heute keine Perspektiven für die Verbrenner-Standorte vorgelegt. 

Mahle streicht Tausende Stellen: Stuttgarter Unternehmen sucht sozialverträgliche Lösung

Das Stuttgarter Unternehmen kündigte an, Gespräche mit dem Betriebsrat aufnehmen zu wollen. Es sollten gemeinsam die Maßnahmen im Detail beraten und deren sozialverträgliche Umsetzung geplant werden.

Mit Blick auf diese Entwicklungen bei Mahle dürfte auch der am heutigen Donnerstag stattfindende „Strategiedialog" zwischen Baden-Württembergs Autobranche und der Landesregierung an Bedeutung gewinnen. Das Land und die Automobilindustrie hatten ihre strategische Partnerschaft im Mai 2017 ins Leben gerufen, um damit gemeinsam den Wandel hin zur Elektromobilität anzugehen. Für den Südwesten ist die Branche schließlich von immenser Bedeutung. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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