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Kein „seriöses Umfeld“: Abgeordnete wollen Skater vor dem Landtag in Stuttgart loswerden

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Von: Nadja Pohr

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Fotomontage zeigt den Landtag in Baden-Württemberg und einen Skater
Seit 2016 darf der Vorplatz des baden-württembergischen Landtags offiziell als Treffpunkt zum Skaten genutzt werden. © Fotomontage BW24/IMAGO/Arnulf Hettrich/Westend61

Der Vorplatz des baden-württembergischen Landtags ist ein beliebter Treffpunkt für Skater in Stuttgart. Einige Abgeordnete fühlen sich jedoch zunehmend gestört von ihnen.

Stuttgart - Der baden-württembergische Landtag im Herzen der Landeshauptstadt Stuttgart ist nicht nur ein Treffpunkt der Politiker des Landes, sondern auch ein beliebter Ort für Skater. Seitdem Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) im Amt ist, darf der Platz vor dem „Hohen Haus“ offiziell als Skate-Area genutzt werden. „Der Landtag muss für eine vielfältige und bürgernahe Gesellschaft stehen“, begründete Aras damals die Entscheidung.

Lediglich an Plenartagen, wenn alle Abgeordneten zusammenkommen, gilt Skate-Verbot auf dem Vorplatz. Entsprechende Schilder weisen darauf hin, ebenso wie die Flaggen am Landtag, die nur bei Vollversammlungen gehisst werden. Das Nebeneinander von Sport und Politik in Baden-Württemberg funktioniere insgesamt gut, wie ein Parlamentssprecher gegenüber der Stuttgarter Zeitung (StZ) sagte. Nun klagen jedoch einige Abgeordnete zunehmend über Probleme mit den Skatern.

Stuttgart: Abgeordnete beschweren sich über Skater vor dem Landtag

Der FDP-Abgeordnete Erik Schweickert sammelte in einem Brief an die Landtagsspitze Stimmen von 44 weiteren Kollegen, die sich über die Skater vor dem Landtag beschweren. Sie kritisieren unter anderem den Lärm, der entstehe - denn auch wenn keine Sitzungstage seien, werde in dem Abgeordnetenhaus in Baden-Württemberg gearbeitet. Zudem würden Gäste oft mit Kopfschütteln reagieren, wenn sie die Skater sehen, wie die StZ schreibt. Ein „seriöses Umfeld“ stelle man sich anders vor.

Die Abgeordneten klagen neben dem Lärm und dem unpassenden Bild vor dem „Hohen Haus“ auch über Müll, Beschädigung der Platten sowie den „Missbrauch des Treppenabgangs als Urinal“. Sie fordern deshalb, dass Landtagspräsidentin Muhterem Aras gemeinsam mit der Stadt Stuttgart einen neuen Ort für die Skater suchen soll. Man biete sogar an, dass das Parlament sich gerne an den Kosten der Verlegung beteiligen könne.

„Bereicherung für den Landtag“: Grüne und SPD sprechen sich für Skater aus

Die SPD stellt sich jedoch klar gegen den Vorschlag, die Skater umzusiedeln. SPD-Fraktionsmanager Sascha Binder finde es schön, dass der Treffpunkt von den jungen Leuten geschätzt werde und hält es für ein „fatales Zeichen“, ihnen diese Möglichkeit zu nehmen. Ebenso sieht es der Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz. Die Skater seien „eine Bereicherung für den Landtag“, sagte er der StZ. Öffentliche Räume seien außerdem für alle da. Die Landtagsspitze nimmt das Anliegen der Abgeordneten dennoch ernst und will nun nach Lösungen suchen, die „allen Beteiligten gerecht werden“, wie Präsidentin Aras mitteilen lässt.

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