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Brutale Szenen: Jäger findet 14 tote Rehe im Wald – Rätsel um Schuldigen

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Von: Valentin Betz

Ein totes Reh liegt im Wald
Im Schwarzwald nimmt die Zahl der gerissenen Rehe aktuell zu (Symbolbild). © Arno Burgi/dpa

Im Schwarzwald hat ein Jäger dieses Jahr bislang 14 tote Rehe gefunden. Teilweise sind sie brutal zugerichtet. Was die Wildtiere gerissen hat, ist rätselhaft.

Heuweiler - Wenn in Baden-Württemberg* vermehrt Nutz- oder Wildtiere eines unnatürlichen Todes sterben, ist der Verdacht auf einen umher streunenden Wolf inzwischen nicht mehr weit. Denn das Raubtier fühlt sich zusehends wieder wohl im Südwesten, ganz besonders im Schwarzwald.

Entsprechend konnte auch schon belegt werden, dass Wölfe in Baden-Württemberg für den Tod von Nutz- und Wildtieren verantwortlich sind. Ein Video zeigte gar einen Wolf im Schwarzwald auf der Pirsch (BW24* berichtete). Im Wald der Gemeinde Heuweiler im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald hat ein Jäger alleine in diesem Jahr bislang 14 gerissene Rehe gefunden. Klar, dass auch Wölfe als Schuldige dafür infrage kommen. Wie die Badische Zeitung berichtet, sind die Tode allerdings weitaus mysteriöser.

Gerissene Rehe im Schwarzwald: Tiere äußerst brutal zugerichtet

Der Wolf ist im Südwesten inzwischen keine absolute Sensation mehr. Erst im Juni war ein neuer Wolf aus den Alpen im Schwarzwald aufgetaucht*. Natürlich werden nicht alle sesshaft, aber hungrig sind sie allemal - und gehen dann auf die Jagd nach Rehen oder eben Nutztieren. Gerade erst hat ein Wolf aus Italien hierzulande Schafe und Ziegen gerissen*.

Laut der Badischen Zeitung haben auch die 14 gerissenen Rehe im Wald bei Heuweiler Bisswunden, die darauf schließen lassen, dass sie gejagt wurden - nämlich am hinteren Rücken oder den Hinterläufen. Der Jäger schildert makabere Szenerien: Riesige Bisswunden, abgetrennte Gliedmaßen, bei einem toten Reh fehlte der Kopf. Dafür muss allerdings nicht zwangsläufig das Tier verantwortlich sein, das die Rehe gerissen hat. Füchse oder andere Aasfresser könnten sich ebenso an den Kadavern bedient haben.

Allerdings steht inzwischen fest: Ein Wolf ist dieses Mal nicht der Übeltäter. Der Verdacht fiel ohnehin bei nur drei der vierzehn Rehe auf das scheue Raubtier - bis auf ein Reh konnte bei allen ein Wolfsriss ausgeschlossen werden. Zudem sei der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt kein Wolf in Heuweiler und Umgebung bekannt - unwahrscheinlich, dass das Raubtier so lange unbemerkt bleibt, bis es 14 Rehe getötet hat. Nur, was hat die Rehe dann getötet?

Tote Rehe im Schwarzwald: Häufung der Risse ist höchst ungewöhnlich

Der Jäger betont gegenüber der Badischen Zeitung jedenfalls, dass er in 30 Jahren noch keine solche Häufung gerissener Rehe festgestellt habe. Doch nicht etwa Wölfe haben sich über die Tiere hergemacht. Der beziehungsweise die Verantwortlichen für die toten Rehe sind viel bekannter - und trotzdem überraschend: Hunde. Tatsächlich nicht etwa halbwilde, streunende Hunde, sondern solche mit menschlichem Besitzer.

Viele würden ihre Vierbeiner nämlich im Wald nicht anleinen. „Bisweilen sind die Besitzer 300 bis 400 Meter entfernt, die bekommen dann gar nicht mit, was ihr Hund treibt“, erklärt der Jäger gegenüber der Badischen Zeitung. Denn auch die längst domestizierten Hunde haben noch einen tief verankerten Jagdinstinkt, den sie bei entsprechender Gelegenheit leider auch ausleben.

Gerade in freier Wildbahn ist es deshalb umso wichtiger, Hunde an die Leine zu nehmen. Selbst wenn ein Reh nicht direkt getötet wird, kann der Energieverlust durch die Jagd dem Tier das Leben kosten. Außerdem sind auch die Hinterlassenschaften der Hunde ein Problem für Landwirte. Der Jäger weist deshalb Hundehalter immer wieder darauf hin, ihre Vierbeiner an die Leine zu nehmen. Viele nähmen das an, andere wiederum seien unbelehrbar. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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