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Musik aus BW: Nach Würzburg – nächste Stadt verbietet Ballermann-Hit „Layla“ auf Volksfest

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Von: Fabienne Schimbeno

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Seit 3 Wochen ist der Ballermann-Hit „Layla“ auf Platz 1 der deutschen Charts. Nach Würzburg hat jetzt nun auch die nächste Stadt den Chartstürmer auf einem Volksfest verboten:

Update vom 13. Juli: Auch auf der anstehenden Düsseldorfer Kirmes mit bis zu vier Millionen Besuchern soll der umstrittene Partysong „Layla“ nicht gespielt werden. Eine entsprechende Entscheidung haben die Veranstalter vom Schützenverein St. Sebastianus getroffen. „Ich bin der Meinung, dass dieses Lied überall hingehört - nur nicht auf unseren Festplatz“, sagte Schützen Chef Lothar Inden der Deutschen Presse-Agentur. 

Unterdessen hatte sich Bundesjustizminister Marco Buschmann in der Sexismusdebatte um den Ballermann-Hit zu Wort gemeldet. „Man muss Schlagertexte nicht mögen. Man kann sie sogar doof oder geschmacklos finden. Sie aber behördlich zu verbieten, finde ich, ist eins zu viel“, schrieb der FDP-Politiker am Dienstagabend bei Twitter. Inzwischen hat auch ein Radiosender im Fall von „Layla“ durchgegriffen: Der Sender spielt den Chart-Hit nur noch nachts.

Musik aus BW: Ballermann-Hit „Layla“ auf Volksfest verboten – Fans protestieren

Erstmeldung vom 12. Juli: „Ich hab nen Puff und meine Puffmama heißt Layla“ – der Ballermann-Hit „Layla“ von DJ Robin und Schürze aus Baden-Württemberg ist auf keiner Party mehr wegzudenken. Auf Malle läuft der Song rauf und runter, seit drei Wochen ist er auf Platz 1 der deutschen Singlecharts und überholt damit sogar den 80er-Jahre-Hit „Running up that hill (A deal with god)“ von Kate Bush, der durch die aktuelle „Stranger Things“-Staffel auf Netflix ein Revival erlebt.

LiedLayla
InterpretenDJ Robin, Schürze
Erscheinungsjahr2022

Musik aus BW: Würzburg verbietet Ballermann-Hit „Layla“ – aus diesem Grund

Doch Würzburg sagt jetzt: Schluss mit „Layla“! Die Stadt hat den Chartstürmer auf dem dortigen Kiliani-Volksfest, das vom 1. bis 17. Juli auf der Würzburger Talavera stattfindet, verboten, wie HEIDELBERG24 berichtet. Hintergrund ist der von Kritikern als sexistisch empfundene Inhalt des Songtexts:

„Es wird sichergestellt, dass das Lied künftig nicht mehr gespielt wird“, zitiert die Mainpost am Dienstag (12. Juli) einen Sprecher der Stadt. Der Ballermann-Hit wird insbesondere von jungen Menschen gefeiert, bundesweit ist allerdings eine Debatte
um den Liedtext entbrannt, in dem es um eine Prostituierte geht, die – laut Refrain – „schöner, jünger, geiler“ sei.

Nach „Layla“-Verbot auf Würzburger Volksfest: Fans gehen auf die Barrikaden

Die Stadt Würzburg greift nun durch. Bereits in der Vergangenheit hatte die kreisfreie Stadt in Bayern eine Vereinbarung geschlossen, dass Lieder mit rassistischem oder sexistischem Inhalt nicht auf dem Kiliani-Volksfest gespielt werden dürfen. Dazu gehört zum Beispiel auch das umstrittene „Donaulied“, das die Vergewaltigung einer Frau thematisiert.

Fans von „Layla“ sind außer Rand und Band: Auf Instagram teilt Interpret DJ Robin (bürgerlich Robin Leutner) Videos vom Kiliani-Volksfest in Würzburg, auf denen die Besucher in den Zelten ganz laut „Layla“ hintereinander rufen.

„Layla“-Verbot auf Kiliani-Volksfest: DJ Robin und Schürze nehmen Stellung

„Liebe Stadt Würzburg! In dem Song gehts nicht um ne prostituierte sondern um die die den Puff leitet“, postet DJ Robin am Montag (11. Juli) in seine Instagram-Story. Und auch Schürze alias Michael Müller sagt am Dienstag bei Punkt 12 auf RTL: „Viele meinen, wir singen über eine Prostituierte, das ist aber komplett falsch. Wir singen über die Puffmama (...), die eine Zigarette und nen Kaffee in der Hand hat“ – der Fall von „Layla“ erinnert stark an die Sexismus-Debatte um die Mannheimer Mess: Politiker hatten hier „sexistische Darstellungen“ auf den Buden und Fahrgeschäften kritisiert.

DJ Robin und Schürze lassen sich von dem Ganzen aber erstmal nicht unterkriegen. Die Jungs aus Baden-Württemberg posten weiterhin munter Videos von ihren Auftritten auf den Partymeilen Europas. Erst am Dienstag ist ein wilder „Layla“-Mob auf Mallorca unterwegs: Die Feierwütigen klatschen und singen den Song, der gerade für so viel Aufruhr sorgt. (fas mit dpa)

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