Sicherer Wolfsnachweis in Kirchberg

Wolf im Landkreis Schwäbisch Hall gesichtet - weitreichende Folgen drohen

Ein Wolf wurde im Landkreis Schwäbisch Hall gesichtet. Wie es nach der Sichtung nun weitergeht.

Update, 8. Mai: Es waren spektakuläre Bilder, die ein Autofahrer Ende April in Kirchberg an der Jagst im Landkreis Schwäbisch Hall gemacht hat. Und bislang sind die Fotos einmalig. Der Mann hatte einen Wolf „erwischt“. Doch ein weiteres Mal kam das Tier laut echo24.de* seither nicht vor eine Linse. Das berichtet der SWR mit Bezug auf das Landratsamt.

Demnach habe es zwar nicht in Schwäbisch Hall - dafür aber in Bayern weitere Wolfssichtungen gegeben. Ob es sich um dasselbe Tier handelt, sei nicht klar. Möglich wäre es aber immerhin.

Schwäbisch Hall: Wolf gesichtet - was jetzt weiter passiert

Nun bliebe abzuwarten, ob der Wolf sich in Schwäbisch Hall dauerhaft niederlässt. „Wenn er sich ansiedelt, dann wäre natürlich anzustreben, dass der Landkreis Schwäbisch Hall und dann vermutlich auch die benachbarten Landkreise, weil der Wolf ein relativ großes Streifgebiet hat, als Präventionsgebiet erklärt werden“, wird der Leiter des Forstamts Schwäbisch Hall, Sebastian Schüller, zitiert.

Das würde bedeuten, dass Nutztiere in der Umgebung unter Umständen besser geschützt werden könnten. Denn: In einem Präventionsgebiet können Landwirte Förderungen für entsprechende Umrüstungen beantragen.

Wolf im Landkreis Schwäbisch Hall: Ministerium meldet sich zu Wort

Erstmeldung, 30. April: In Kirchberg an der Jagst im Landkreis Schwäbisch Hall fotografierte ein Autofahrer am Donnerstagmorgen, 29. April 2021, einen Wolf und informierte umgehend die Behörden. Experten bestätigten mittlerweile, dass es sich auf der Fotoaufnahme tatsächlich um einen Wolf handelt. Das geht aus einer Pressemitteilung des Umweltministeriums Baden-Württemberg hervor, die echo24.de* vorliegt. Das Ministerium stuft das Foto als einen „sicheren Wolfsnachweis“ ein.

Die Fachleute der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg (FVA) gehen nach weiteren Nachweisen in Bayern bei Abtswind, Schonungen und Reckertshausen davon aus, dass der Wolf, der in Kirchberg an der Jagst im Landkreis Schwäbisch Hall fotografiert wurde, ein abgewandertes Tier ist. Auf solchen Wanderungen kann es passieren, dass die Wildtiere in der Nähe von Siedlungen oder – wie vermutlich auch der Wolf in Schwäbisch Hall* – an einer Straße entlang gehen, berichtet auch bw24.de*.

Wolf in Kirchberg im Landkreis Schwäbisch Hall: Umweltministerium gibt wichtige Verhaltenstipps

Müssen sich die Menschen in Kirchberg an der Jagst im Landkreis Schwäbisch Hall deshalb Sorge machen? Immerhin kommt es hin und wieder vor, dass Wölfe Weidetiere reißen – auch in Baden-Württemberg. Das Umweltministerium schreibt dazu: „Wölfe haben grundsätzlich kein Interesse am Menschen.“ Man solle die Tiere aber keinesfalls füttern oder bedrängen, das gelte übrigens auch für andere Wildtiere, wie zum Beispiel Wildschweine.

Ob der Wolf, der in Kirchberg an der Jagst im Landkreis Schwäbisch Hall gesehen wurde, ein männliches oder weibliches Tier ist, können die Experten anhand der Fotoaufnahme nicht sagen. Auch woher der Wolf genau stamme, sei bisher nicht bekannt, schreibt das Umweltministerium von Baden-Württemberg in der Mitteilung weiter. Der Landkreis Schwäbisch Hall liegt außerhalb der baden-württembergischen Wolfspräventionsgebiete im Schwarzwald und Odenwald.

„Die Verbände der Koordinationsgruppe Wolf sowie die Wildtierbeauftragten der Region sind aber über das Ereignis informiert“, teilt das Umweltministerium Baden-Württemberg mit. Wer übrigens eine mögliche Wolfs-Beobachtung sollte umgehend die FVA in Freiburg informieren. Doch wie kam der Wolf bis nach Schwäbisch Hall?

Landkreis Schwäbisch Hall: Autofahrer macht Foto von Wolf in Kirchberg

Wölfe leben zumeist in Rudeln zusammen. Doch im Alter von 10 bis 22 Monaten verlassen die Jungtiere ihren Familienverband und machen sich auf die Suche nach einem neuen Territorium. Sprich: Wölfe können aus anderen Regionen Deutschlands nach Baden-Württemberg zuwandern, beispielsweise aus Bayern, Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern. Aber auch aus der Schweiz, Frankreich, Italien oder Polen können laut Umweltministerium Wölfe nach Baden-Württemberg kommen.

Wölfe können aus anderen Bundesländern aber auch aus Nachbarländern nach Baden-Württemberg einwandern (Symbolbild).

Sichtungen von einzelnen Wölfen wie in Kirchberg an der Jagst im Landkreis Schwäbisch Hall sind in Baden-Württemberg selten. Derzeit sind dem Umweltministerium zwei Wölfe im Schwarzwald und ein Wolf im Odenwald bekannt. Der Wolf ist übrigens eine nach nationalem und internationalem Recht streng geschützte Art. Auch im Landkreis Heilbronn wurde schon ein Wolf* gesichtet, das war allerdings schon vor einigen Jahren.

Nicht nur der Wolf ist übrigens ein Tier, das allmählich wieder in Baden-Württembergs Wäldern anzutreffen sind. Erst kürzlich hatte echo24.de* über einen Goldschakal in Rastatt* berichtet, der für viel Aufregung sorgte. Wer noch mehr zum Thema Wölfe erfahren möchte, sollte sich unbedingt die Themenseite Wolf auf der Homepage des Umweltministeriums anschauen. Dort kann man zum Beispiel nachlesen, wie der Wolf lebt oder was er frisst. *echo24.de und bw.24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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