1. Mannheim24
  2. Baden-Württemberg

Schock-Fund bei Familie - zweiter giftiger Skorpion aufgetaucht

Erstellt:

Von: Simon Mones

Kommentare

Im Landkreis Böblingen wurden innerhalb weniger Tage zwei Skorpione entdeckt. Doch wie kamen die Tiere nach Baden-Württemberg?

Wenn es um giftige Tiere geht, denken die meisten wohl erst einmal an Australien. Doch auch in Deutschland gibt es zahlreiche giftige Tiere*, darunter auch einige hierzulande heimische Schlangen*. Vor Skorpionen muss man sich jedoch eigentlich in Deutschland nicht fürchten. Diese leben normalerweise in sandigen oder steinigen Böden oder in Bodennähe der Tropen und Subtropen, Wüsten und Halbwüsten. Doch wie echo24.de* berichtet, wurden in der Nähe von Stuttgart gleich zwei Exemplare entdeckt.

Und das innerhalb von nur drei Tagen: Wie die Tierrettung Böblingen auf Facebook schrieb, wurde der erste Skorpion der Art „Euscorpius Flavicaudus“ am Freitag in Holzgerlingen auf einer Fußmatte entdeckt. Auch der am Montag auf einer Treppe in Ehningen gefundene Skorpion gehörte dieser Gattung an.

Skorpion-Funde im Landkreis Böblingen: Euscorpius Flavicaudus in Südeuropa heimisch

Die Gattung Euscorpius kommt weitestgehend in Europa vor und besteht aus 17 Arten. Die Tiere leben vor allem im Süden, einige Arten erreichen jedoch auch Mitteleuropa. Der in Holzgerlingen und Ehningen entdeckte „Euscorpius Flavicaudus“ lebt normalerweise in den küstennahen Bereichen des westlichen Mittelmeerraums*.

Das Verbreitungsgebiet reicht vom Nordosten Spaniens und den Balearen über den Süden Frankreichs und das westliche Italien bis zur Südwestspitze der italienischen Halbinsel. Außerdem lebt diese Skorpion-Art auch im Norden Algeriens und Tunesiens sowie auf den Inseln Korsika und Sardinien.

Wie kamen die Skorpione nach Böblingen - Tierrettung hat mögliche Erklärung

Wie also sind die beiden Spinnentiere nach Baden-Württemberg gekommen? „Wir vermuten, dass die Skorpione im Urlaubsgepäck mitgereist sind“, erklärte Denise Riedmüller, organisatorische Leiterin der Tierrettung Unterland für den Landkreis Böblingen, der Stuttgarter Zeitung.

Zudem vermuteten die Tierretter einen Zusammenhang zwischen den Funden in Holzgerlingen und Ehringen. „Wir haben die Hausbesitzer dann gefragt, ob sie etwas mit Holzgerlingen zu tun haben“, sagte Riedmüller. Mit dieser Vermutung lagen die Tierretter richtig, denn wie sich rausstellte, war der Sohn der Familie mehrmals zum Fußballspielen auf einem Platz in Holzgerlingen gewesen. Vermutlich war der Skorpion von dort „unbemerkt als blinder Passagier in den Sportsachen“ nach Ehningen gelangt.

Skorpion-Fund für Tierretterin „sehr aufregend“

Für Riedmüller waren es so oder so besondere Einsätze: „Ich habe schon öfter gehört, dass Skorpione gefunden wurden, selber erlebt habe ich es noch nicht.“ Insbesondere, da sie sonst nur zu Einsätzen mit verletzten Vögeln oder Katzen gerufen wird. Daher waren die Funde der beiden Skorpione für sie „sehr aufregend“.

Stuttgart: Mann bemerkt Skorpion auf seinem Körper - und reagiert einmalig
Im Landkreis Böblingen wurden zwei Skorpione entdeckt. © Bundespolizei Stuttgart

Die beiden Tiere seien etwa drei bis fünf Zentimeter lang gewesen und hätten „keine Anzeichen von Aggression“ gezeigt, betonte Riedmüller gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Einer der beiden Skorpione musste sogar angestupst werden, um zu prüfen, ob er noch lebt.

Nach Skorpion-Fund in Böblingen - Wilhelma hilft

Bei der Rettung der Skorpione mussten Riedmüller und ihre Kollegen zudem auf moderne Hilfsmittel zurückgreifen: „Wir mussten uns erst mal im Internet informieren, dann habe ich eine Tupperdose mit Luftlöchern und Erde präpariert – aus unseren normalen Transportboxen wären die Skorpione ja herausgelaufen.“

Und auch ein anderes Problem musste noch gelöst werden: wohin mit den Skorpionen? Die Böblinger Tierheime sind für solch exotische Gäste nicht ausgelegt. Daher wandten sich die Tierretter an die Wilhelma in Stuttgart. „Die Kollegen dort haben direkt anhand meiner Fotos erkannt, um welche Arten es sich bei den Skorpionen handelt“, sagte Riedmüller. Zudem gab es auch die Information, dass Skorpione zwar giftig seien, es aber immer darauf ankäme, wie viel Gift abgegeben werde. Immerhin: Die gefundenen Tiere seien nicht gefährlich. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare