Mordlustige Vierbeiner

Hunde in Freiberg am Neckar im Blutrausch - Anwohner haben Angst: „tickende Zeitbombe“

Ein Kangal steht auf einem Stein vor einer Hecke.
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Kangals gelten nicht als Kampfhunde. Das heißt aber nicht, dass sie nicht gefährlich werden können. (Symbolbild).

In einem Wohngebiet in Freiberg am Neckar herrscht Panik. Die Kangals von neuen Nachbarn haben einen Hund fast totgebissen. Anwohner fürchten um ihre Kinder.

Freiberg am Neckar - Die Haltung von Kampfhunden wird in Deutschland kontrovers diskutiert. Immer wieder kommt es zu Vorfällen, bei denen Menschen oder andere Lebewesen von den Tieren verletzt werden. Erst kürzlich mussten im Kreis Heidelberg zwei Kampfhunde nach einer Attacke auf einen Jugendlichen (BW24* berichtete) eingeschläfert werden. Doch was, wenn nicht nur Kampfhunde solche blutigen Angriffe starten, sondern auch andere? Ein Fall in Freiberg am Neckar (Kreis Ludwigsburg*) lässt aufhorchen: Zwei Kangals gingen am Karfreitag in einem Wohngebiet auf einen Boxer los und verfielen dabei minutenlang in einen regelrechten Blutrausch. Anwohner fürchten um ihre Kinder.

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, rissen sich die zwei Kangals auf einem Privatgrundstück erst mit ihrer Leine von einem Treppengeländer los, zerstörten mit voller Wucht einen Maschendrahtzaun, durchbrachen zusätzlich einen hölzernen Jägerzaun, und attackierten dann den fremden Hund über Minuten hinweg. „Wir hätten nicht gedacht, dass der Hund das überlebt“, berichteten Augenzeugen der Zeitung. Das Tier habe während und nach dem Angriff am Boden gelegen, ohne sich aufrichten zu können. „Er hatte keine Chance“, meinte auch der Besitzer des angegriffenen Hundes. Mit aller Wucht habe er versucht, die mordlustigen Tiere von seinem Hund wegzutreten - ohne Erfolg.

Nach Kangal-Angriff auf ihren Boxer: Schock bei der betroffenen Familie sitzt tief

Irgendwann konnten die Besitzer ihre Kangals wegziehen - der Boxer wurde in eine Tierklinik gebracht und überlebte schwer verletzt. Der Schock bei der betroffenen Familie, die aus Murrhardt kommt, sitzt tief. Laut des Berichts sei der Sohn des Halters erst im Grundschulalter. Mit ansehen zu müssen, wie der eigene Hund vor den eigenen Augen fast getötet wird, kann ohne Frage ein höchst traumatisierendes Erlebnis sein. Er habe während des Angriffs „durchweg geweint“. Und es kommt noch dicker: Die Halter der Kangals weigerten sich, die Kosten für die Operation des schwer verletzten Hundes zu übernehmen.

Laut der Stuttgarter Zeitung seien die Besitzer der Kangals noch gar nicht in dem Haus mit dem kleinen Garten, vor dem der Vorfall passierte, eingezogen. Da sie aber offenbar bald hier wohnen, ist die Freiberger Nachbarschaft rund um die Graf-Adelmann-Straße alarmiert. Hier sieht man die Hunde als „tickende Zeitbombe“, die womöglich durch ihren Blutrausch erst auf den Geschmack gekommen sind - und vielleicht bald Kinder oder Erwachsene angreifen.

War das Verhalten der Kangal-Besitzer strafbar? Polizei ermittelt

Der Fall liegt nun beim Polizeipräsidium Ludwigsburg*. Nachdem die geschädigte Familie Anzeige erstattet hat, wird ermittelt, ob das Verhalten der Kangal-Besitzer strafbar war. Möglicherweise wurden die Hunde nicht sicher gehalten. In Deutschland wird der Kangal derzeit nur in zwei Bundesländern als gefährlich eingestuft, nämlich in Hessen und Hamburg. Nach Angaben des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) sind die Tiere vor allem Herdenschutzhunde, das heißt, sie sollen zum Beispiel Schafe vor Wölfen schützen. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEdia.

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