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Nach Amoklauf Uni Heidelberg: Schütze litt unter Persönlichkeitsstörung

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Von: Julia Thielen, Julia Cuprakowa

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In einem Hörsaal der Uni Heidelberg eröffnet ein 18-jähriger Student während der Vorlesung im Januar das Feuer. Es gibt ein Todesopfer und Verletzte. Schütze litt wohl unter Persönlichkeitsstörung.

Update, 18. März: Der Schütze beim Amoklauf an der Universität Heidelberg mit einer Toten und mehreren Verletzten hat sich womöglich mit seiner Tat für eine vermeintlich erlittene Kränkung rächen wollen. Mit völliger Sicherheit lasse sich das Motiv aber nicht klären, teilten Staatsanwaltschaft Heidelberg und Polizei zum Abschluss des Todesermittlungsverfahrens wegen der Amoktat am 24. Januar mit. Bis zuletzt hätten sich keine belastbaren Anhaltspunkte für ein politisches, namentlich rechtsradikales Tatmotiv des 18-Jährigen ergeben, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Fest steht aber: Der Heidelberger Schütze war wohl zwischen 2018 und 2020 ambulant und stationär psychiatrisch behandelt worden und litt nach Erkenntnissen eines Experten unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Diese kann demnach mit Hass gegen sich selbst sowie einem sich hieraus entwickelnden Hass gegen beliebige andere Menschen einhergehen.

Nach Amoklauf Uni Heidelberg: Schütze fühlte sich vermeintlich gekränkt

Update, 17. März: Der Schock sitzt tief, an der Uni Heidelberg. Ein 18-jähriger Student hatte am 24. Januar in einem Hörsaal mit rund 30 Studenten das Feuer eröffnet. Bei dem Amoklauf wurde eine junge Frau getötet, mehrere Personen wurden verletzt. Als Motiv für die Tat sahen die Ermittler womöglich eine vermeintlich erlittene Kränkung, für die sich der 18-Jährige wohl habe rächen wollen – doch nicht an einer bestimmten Person. Die Polizei weiß mittlerweile: Zu keinem der Studenten im Hörsaal hatte der Einzelgänger eine persönliche Beziehung.

Nach Amoklauf in Heidelberg: Waffenhändler im Visier der Ermittler

Nun steht allerdings noch eine ganz andere Person im Fokus der Ermittler. Wie die Staatsanwaltschaft berichtet, besteht ein strafrechtlicher Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung gegen den Inhaber des Wiener Waffengeschäftes und seinen Mitarbeiter, der den Täter bedient hatte. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur dpa. Aus besagtem Geschäft stammten die zwei Langwaffen, die der Student ohne Mittäter oder Mitwisser zu seiner Tat mitgebracht hatte.

Wie die dpa weiter berichtet, missachteten die Verkäufer der Waffen eine sogenannte „Abkühlphase“, die nach österreichischem Recht besagt, dass drei Tage zwischen dem Abschluss des Kaufvertrages über die Waffe und deren Übergabe an den Käufer liegen müssen. In einer Mitteilung der Behörden heißt es: „Bei korrekter Einhaltung der Abkühlphase wäre der Täter zum Tatzeitpunkt noch nicht im Besitz der beiden Waffen gewesen und hätte die Amoktat – jedenfalls zur gegebenen Zeit und in der gegebenen Art und Weise – nicht ausführen können.“

Amoklauf in Heidelberg: Täter mit Schrotflinte in Vorlesung gestürmt

Update, 24. Januar, 21 Uhr: Bei einem Amoklauf in einem Hörsaal der Universität Heidelberg hat ein 18 Jahre alter Student eine junge Frau erschossen und drei weitere Menschen verletzt. Der Täter sei am Montagmittag mit einer Schrotflinte bei laufender Vorlesung in den Hörsaal gestürmt und habe um sich geschossen, teilte die Polizei mit.

Der deutsche Staatsbürger, der in Mannheim wohnte, habe der jungen Frau in den Kopf geschossen, wie die dpa aus Sicherheitskreisen erfuhr. Nur wenige Stunden später erlag sie ihren schweren Verletzungen. Nach der Tat sei der 18-Jährige aus dem Uni-Gebäude nach draußen geflohen und habe sich selbst getötet, teilte die Polizei mit.

Amoklauf in Heidelberg: Schütze kündigte seine Tat per WhatsApp an

Kurz vor dem Amoklauf soll der 18-Jährige seine Tat angekündigt haben. Er habe eine WhatsApp-Nachricht an „eine Person“ geschickt und geschrieben, „dass Leute jetzt bestraft werden müssen“, sagte Siegfried Kollmar, Polizeipräsident in Mannheim, am Abend. Das Geschehene sei „an Tragik nicht mehr zu überbieten“.

Nach ersten Erkenntnissen soll der Täter keine politischen oder religiösen Motive gehabt haben, hieß es in Sicherheitskreisen. Man gehe eher von einer Beziehungstat oder psychischen Problemen aus. Die Ermittler machten noch keine Angaben zum Motiv. Dafür sei es noch zu früh, sagte Andreas Herrgen, Leiter der Staatsanwaltschaft Heidelberg. Neben der Frage nach dem Motiv, stellt sich auch die Frage, wie der 18-Jährige an eine Schrotflinte kam.

Amoklauf an Heidelberger Uni: Waffen erwarb er im Ausland – ohne Waffenschein

Wie die dpa weiter berichtet, habe der mutmaßliche Täter zwei Gewehre dabeigehabt, die Tatwaffe sei eine Schrotflinte gewesen. Die Waffen habe er nach bisherigen Erkenntnissen vor einigen Tagen selbst im Ausland gekauft. Es gebe Kaufbelege, die dies belegen. Zu klären sei nun, wer jemandem ohne Waffenschein eine Waffe verkaufe.

Außerdem soll der Mann noch mehr als 100 Schuss Munition im Rucksack gehabt haben. Warum er mit dem Schießen aufgehört habe, wisse man noch nicht, sagte Kollmar. Das sei spekulativ. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass eine bestimmte Person getroffen werden sollte. Der 18-Jährige hätte noch nachladen können.

Heidelberg: Amoklauf an der Uni – Täter war Polizei bisher nicht bekannt

Der Polizeipräsident bezeichnete die Sachlage als sehr außergewöhnlich, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Denn: Der junge Mann sei bisher nicht polizeilich erfasst. Er habe auch keinen Führerschein gehabt.

Weil bei der Leiche des jungen Mannes ein Rucksack mit unbekanntem Inhalt gewesen sei, habe die Polizei lange nicht zu dem Toten gekonnt. Es hätte sich um Sprengstoff handeln können, erklärte Kollmar. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg habe daher auch Entschärfer geschickt, die den Rucksack untersuchten.

Eine Sache war nach der schrecklichen Tat an der Heidelberger Uni heute klar: Der 18-Jährige handelte als Einzeltäter. Schon kurz nach den Schüssen am Mittag hatte die Polizei erklärt: „Wir gehen nicht von weiteren Tätern aus.“ Zur Sicherheit wurde das Gelände aber weiter abgesucht. Ein Spezialeinsatzkommando habe auf dem labyrinthartigen Gelände nach einem möglichen zweiten Täter gesucht. Gegen 15.15 Uhr dann die Entwarnung: Der Mann sei ein Einzeltäter gewesen.

Amoklauf in Heidelberg: Täter erschießt einen Menschen – drei Verletzte

Update, 16.20 Uhr: Bei einem Amoklauf in einem Hörsaal der Universität Heidelberg hat ein Mann einen Menschen erschossen und drei weitere zum Teil schwer verletzt. Ein Opfer sei seinen schweren Schussverletzungen wenige Stunden nach der Tat erlegen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfahren haben soll.

Zur Identität der Opfer und des Täters machte die Polizei zunächst keine Angaben, wie die dpa weiter berichtet. Fakt ist nur: Nach der schrecklichen Tat soll sich der Täter selbst erschossen haben. Ersten Erkenntnissen nach sei der Mann selbst Student gewesen. Er soll demnach keine politischen oder religiösen Motive gehabt haben.

Amoklauf in Heidelberg: Täter platzte in Vorlesung und schoss um sich

Update, 15.10 Uhr: Nach dem Amoklauf in Heidelberg am Vormittag werden immer mehr Details bekannt. Sie zeigen: Es müssen sich dramatische Szenen im betroffenen Hörsaal abgespielt haben. Laut den derzeitigen Erkenntnissen der Polizei soll der Täter während einer laufenden Vorlesung in einen Hörsaal geplatzt sein. Dann schoss er mit einer Langwaffe um sich.

Bei seinem Amoklauf verletzte der Täter vier Personen zum Teil schwer. Anschließend flüchtete der Mann, der ebenfalls Student sein soll, in den Außenbereich auf dem Campus im Neuenheimer Feld. Schließlich nahm sich der Täter offenbar selbst das Leben.

Heidelberg: Nach Amoklauf - immer mehr erschreckende Details bekannt

Die einzig gute Nachricht: Offenbar wurde bei dem Amoklauf niemand außer dem Täter getötet. „Derzeit ist keine Gefahrenlage mehr gegeben“, gibt die Polizei Mannheim zudem aktuell Entwarnung. Schnell waren die Einsatzkräfte von einem Einzeltäter ausgegangen.

Update, 14.10 Uhr: Nach einem Amoklauf in einem Hörsaal auf dem Uni-Campus Im Neuenheimer Feld in Heidelberg gibt es aktuell noch viele Fragezeichen. Noch ist unklar, was genau sich auf dem Gelände am Vormittag abspielte. Mittlerweile ist Folgendes bestätigt:

Wie viele Menschen bei dem Amoklauf verletzt wurden und über die Schwere der Verletzungen ist bislang nichts bekannt. Wie echo24.de* erfuhr, warnten Studenten via Telegram und WhatsApp andere Kommilitonen vor dem Amokläufer. Demnach sollen mindestens vier Menschen angeschossen worden sein.

Amoklauf auf Uni-Campus in Heidelberg mit mehreren Verletzten
Fahrzeuge der Polizei stehen am Gelände der Heidelberger Universität. © R.Priebe//Pr-Video/dpa

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, soll die akute Bedrohungslage inzwischen vorüber sein. Trotzdem wird darum gebeten, den Bereich rund um Botanischen Garten, Universitätsklinikum und Im Neuenheimer Feld großzügig zu meiden.

Amoklauf in Heidelberg: Erste Informationen zum Täter

Der inzwischen tote Täter soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur selbst Student gewesen sein und nach ersten Erkenntnissen keine politischen oder religiösen Motive gehabt haben, hieß es in Sicherheitskreisen. Er habe mehrere Langwaffen bei sich gehabt und soll sich schließlich selbst erschossen haben.

Die Polizei erklärte: „Wir gehen nicht von weiteren Tätern aus.“ Zur Sicherheit werde das Gelände aber weiter abgesucht.

Heidelberg: Amoklauf auf Uni-Campus - Täter mit Schusswaffe

Update, 14 Uhr: Wie die Polizei soeben offiziell bestätigt, hat es in Heidelberg tatsächlich am Vormittag einen Amoklauf gegeben. Ein „Einzeltäter“ hat demnach in einem Hörsaal auf dem Uni-Campus Im Neuenheimer Feld „mit einer Langwaffe“ mehrere Personen verletzt. „Der Täter selbst ist tot“, heißt es von den Beamten auf Twitter. Der Großeinsatz dauere an.

Erstmeldung, 24. Januar, 13.40 Uhr: In Heidelberg kommt es aktuell zu einem Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften im Neuenheimer Feld. Auf dem Klinikgelände sollen womöglich Schüsse gefallen sein. Im Internet ist gar von einem Amoklauf die Rede. Beides hat die Polizei bislang allerdings nicht offiziell bestätigt. Doch die ersten Informationen auch von offizieller Stelle sind beunruhigend, wie echo24.de* berichtet.

Demnach hieß es in einer kurzen Mitteilung der Polizei, dass „nach bisherigen Erkenntnissen eine Person dort mehrere andere Personen verletzt haben soll“. Das Neuenheimer Feld sei derzeit weiträumig abgesperrt. Auch auf Twitter hieß es von den Beamten bereits, dass es „mehrere Verletzte“ gibt.

Heidelberg: Schüsse? Amoklauf? Aktueller Großeinsatz - Lage unklar

Auf Twitter überschlagen sich derweil die Meldungen von Privatpersonen, auf dem Campus Neuenheimer Feld sei ein Mann mit Schusswaffe unterwegs. Viele warnen davor, in Gebäuden zu bleiben. Die Polizei hat eine solche Meldung bislang ebenfalls nicht herausgegeben. Allerdings gab es die dringende Bitte, den Bereich Neuenheimer Feld „weiträumig“ zu umfahren oder zu umgehen, „damit Rettungskräfte und Einsatzkräfte freie Fahrt haben!“

Laut heidelberg24.de* sollen nach Schüssen in einem Uni-Hörsaal auch das SEK und ein Hubschrauber im Einsatz sein. Mehr Informationen folgen in Kürze... *echo24.de und heidelberg24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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