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Digitaler Impfpass seit dieser Woche: Kommen die Apotheken noch nach?

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Von: Anna-Maureen Bremer, Simon Mones

„CovPass“: Ab dieser Woche ist der digitale Impfnachweis in Apotheken zu bekommen - diese hatten bereits Sorge, überrannt zu werden. So verlief der Start.

Update, 15. Juni: Er ist da! Der digitale Impfnachweis ist für alle, die ihre zweite Corona-Impfung bekommen haben, erhältlich. Konkret heißt das, dass über 18 Millionen Menschen Anspruch auf das Zertifikat haben. Da überrascht es nicht, dass der Landesapothekerverband um etwas Geduld bat. Denn: Wenn in der ersten Woche alle gleichzeitig ihren Digi-Nachweis anforderten, sei mit langen Schlangen vor den Apotheken zu rechnen. Nun gibt es bereits eine erste Bilanz.

„Die Ausstellung von digitalen Impfnachweisen in Apotheken ist dem Deutschen Apothekerverband (DAV) zufolge erfolgreich gestartet“, schreibt der SWR. Im bericht heißt es weiter: „Bereits am Vormittag seien 140.000 Zertifikate ausgestellt worden, sagte der DAV-Vorsitzende Thomas Dittrich am Montag. Mehr als 13.000 Apotheken böten die Leistung an, das seien mehr als zwei Drittel aller Apotheken. Auf das Online-Portal „mein-apothekenmanager.de“, auf dem man teilnehmende Apotheken abrufen kann, kam es laut Dittrich zu einer extrem hohen Nachfrage. Zeitweise war das Portal am Vormittag nicht zu erreichen.“

Digitaler Impfnachweis: Apotheken stellen schon über 100.000 Zertifikate aus

Ganz zu vermeiden war der Anstwurm vor Ort wohl nicht. Vor einigen Apotheken hatten sich demnach lange Schlangen gebildet - etwa in Ulm. Technische Probleme seien zeitweise dazugekommen. Obwohl das Ausstellen der Zertifikate für die Apotheken eine deutliche Mehrarbeit während des Alltagsgeschäfts bedeutet, sind laut des Baden-Württembergischen Apothekerverbands die allermeisten Apotheken bereit, die Ausstellung des digitalen Impfnachweises zu übernehmen. Technische und organisatorische Gründe verhinderten allerdings noch, dass die Nachweise überall erhältlich sind. Frank Eickmann, Sprecher des Verbands bat gegenüber dem SWR darum, dass die Menschen sich in der ersten Woche noch etwas geduldeten.

Digitaler Impfpass: Startschuss ab heute - doch es gibt einen Haken

Update, 14. Juni: Seit heute (Montag, 14. Juni) ist es so weit: Endlich gibt es den digitalen Impfpass fürs Smartphone in Deutschland. Künftig kann der gelbe Impfpass aus Papier beim Besuch der Kneipe um die Ecke also zu Hause bleiben. Um den digitalen Impfpass aufs Smartphone zubekommen, braucht es jedoch einen QR-Code, wer in Baden-Württemberg in einem Impfzentrum geimpft wurde, bekommt diesen bequem per Post zugeschickt.

Wer hingegen seine Impfungen beim Hausarzt erhalten hat, der muss eine der rund 2.400 Apotheke aufsuchen. Das gilt im Übrigen auch für Genesene oder Menschen, die nicht in Baden-Württemberg geimpft wurden. In den Arztpraxen erfolgt die Ausstellung des digitalen Impfzertifikats erst ab Mitte Juli.

Digitaler Impfpass: Ab heute verfügbar - aber nicht in allen Apotheken in Baden-Württemberg

Allerdings hat die Sache einen gewaltigen Haken: Denn zum Start des digitalen Impfpasses können wohl nur ein Drittel bis die Hälfte aller Apotheken das Zertifikat anbieten, davon geht zumindest der Landesapothekerverband Baden-Württemberg aus. Wie der SWR berichtet, hätten die allermeisten Apotheken ein großes Interesse daran, doch aus technischen und organisatorischen Gründen sei das noch nicht überall möglich.

Im SWR bat der Sprecher des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg, Frank Eickmann daher darum, dass nicht alle Menschen sofort am Montag oder Dienstag in die Apotheken kommen: „Dieses digitale Impfzertifikat ist ja nichts Lebensnotwendiges. Es brauchen in den nächsten Tagen in erster Linie die Personen, die grenzüberschreitend Reisen werden.“ Ansonsten hätte die Ausstellung des digitalen Impfpasses auch noch einige Tage Zeit, betont Eickmann.

Digitaler Impfpass: Zertifikat auch für Erstimpfungen - Apothekerverband mit Appelle

Zudem betont er, dass die Apotheken den digitalen Impfpass zusätzlich zur normalen Arzneimittelversorgung ausstellen. Diese seit sicherlich wesentlich wichtiger. „Geduld, gegenseitiger Respekt und Rücksichtnahme und dann kommen wir auch durch dieses Nadelöhr“, so der Appell des Sprechers der des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg.

Neben den vollständig Geimpften und Genesenen können sich in Baden-Württemberg auch Menschen einen digitalen Impfpass ausstellen lassen, die lediglich einmal geimpft wurden. Zudem betonte Eickmann, das für jede Impfung ein Zertifikat ausgestellt werde. Die könne insbesondere für Österreich-Reisende von Interesse sein, da es dort in einzelnen Bereich auch Lockerungen für Erstgeimpfte gebe. In Baden-Württemberg bringe dies jedoch nichts. Ob Menschen, die ihre Erstimpfung im Impfzentrum erhalten, ein Zertifikat mit QR-Code bekommen oder ebenfalls in die Apotheke müssen, ist noch nicht klar.

Digitaler Impfpass ab heute: Wie funktioniert‘s und wo gibt‘s den Nachweis?

Update, 11. Juni: Ab Montag soll es losgehen: Wer zweifach geimpft ist, soll dies auch in digitaler Form nachweisen können. In Apotheken sollen Menschen dann ein gültiges Zertifikat „abholen“ können, welches sie mit der sogenannten „Cov-Pass“-App scannen. Wann immer nötig - etwa bei Kulturveranstaltungen - soll auf diese Art schnell und sicher die vollständige Impfung belegt werden - später möglicherweise auch eine Genesung oder ein aktueller Negativ-Test. Apotheken fürchten jetzt allerdings, ab Montag vollkommen überrannt zu werden.

„Die Apotheken sind vorbereitet.“, schreibt der SWR. „ Die meisten können ab Montag Impfzertifikate ausgeben, so Frank Eickmann, Sprecher des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg, am Donnerstag. Vereinzelt hake es allerdings noch an der technischen Anbindung an das System. Dies müsse „hochsicherheitsmäßig“ ablaufen, weil mit sensiblen Daten gearbeitet werde.“

Da könnte eine Menge Stress auf die Apotheken in Deutschland zukommen nächste Woche. Denn: Die Impfzertifikate müssen während des laufenden Apotheken-Betriebs ausgestellt werden. Wenn am Montag alle Geimpften gleichzeitig ihren Nachweis haben wollen, dann gibt‘s lange Schlagen. Eickmann rät deshalb vorher in der Apotheke anzurufen und sich besser noch einige Tage zu gedulden.

Entscheiden sind bei den Impfnachweisen natürlich Datenschutz und Fälschungssicherheit. Auch, weil die Behörden bereits zunehmend mit gefälschten Impfnachweisen zu kämpfen* hatten, ist eine sichere Variante nun gefragt. Diese ist laut Eickmann in bestmöglichem Maß gegeben. In den aufgesuchten Apotheken würden die gelben Impfbücher genau geprüft und auch mit dem Personalausweis der Patienten abgeglichen. Beim SWR heißt es zudem: „Außerdem würden die Kundinnen und Kunden gebeten, in ihre ortsnahe Apotheke zu gehen, in der sie persönlich bekannt seien. „Alles Weitere werden wir aus Erfahrung lernen.“

Mit Hilfe aus Neckarsulm: Digitaler Impfpass für Deutschland soll nächste Woche kommen

Meldung von 9. Juni: Die Impfkampagne in Deutschland nimmt endlich Fahrt auf. Demnach sind in Deutschland mittlerweile rund 22 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft - in Zahlen sind das 18,2 Millionen Menschen. Wie echo24.de* berichtet wurden dafür 55,5 Millionen Vakzin-Dosen verabreicht. Hoffnung macht zusätzlich die Ankündigung, dass bald auch der Impfstoff von CureVac zugelassen* werden soll. Mit Fortschritt der Impfungen, fallenden Inzidenz-Zahlen und mehr und mehr Lockerungen wird der digitale Impfnachweis ebenfalls immer wichtiger. Bereits nächste Woche soll er zur Verfügung stehen.

Corona-Impfung: Impfnachweis soll schon nächste Woche digital zur Verfügung stehen

„Der Start für den digitalen Coronaimpfpass in Deutschland* rückt näher“, schreibt der Spiegel. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände meldet demnach, dass sich ab Montag (14. Juni) vollständig Geimpfte in vielen Apotheken auch nachträglich einen digitalen Nachweis ausstellen lassen können.

Vorher schon soll die freiwillige App „CovPass“ laut Bundesgesundheitsministerium für alle, die sie nutzen möchten, im App-Store zur Verfügung stehen. Damit auch aus datenschutzrechtlichen Aspekten alles ordnungsgemäß abläuft, haben sich große IT-Firmen an der Entwicklung des Digitalnachweises beteiligt. Auch das Neckarsulmer Unternehmen Bechtle trägt einen entscheidenden Teil zum Ablauf bei.

Wie läuft das dann ab? Dazu heißt es beim Spiegel: „Apotheken, Impfzentren oder Ärzte stellen das Zertifikat aus, das sie über den dafür entwickelten Service der Firmen Ubirch, IBM Deutschland, govdigital und Bechtle beantragen. Dazu brauchen sie die Daten der Geimpften beziehungsweise den Nachweis der Impfung etwa in Form des gelben WHO-Impfbuchs. Das digital signierte Zertifikat bekommen sie auf einem gesicherten elektronischem Weg zugeschickt, um es den Geimpften digital oder als Papierausdruck auszuhändigen. Die Geimpften wiederum scannen den QR-Code auf dem Zertifikat mit der „CovPass“-App ein. Zur Kontrolle reicht es dann, die App mit dem QR-Code vorzuzeigen.“

Digitaler Impfnachweise: Was passiert nach der Corona-Impfung mit meinen Daten?

Natürlich fragen sich viele potenzielle Nutzer, was dabei mit ihren persönlichen Daten und Angaben passieren wird. Dazu heißt es, dass ausschließlich in der App folgende Daten gespeichert werden: Name, Vorname, Geburtsdatum, Krankheit (gegen die geimpft wird), Impfstoff, Produkt, Hersteller, Dosennummer, Gesamtdosen, Impfdatum, Land und Aussteller des Zertifikats sowie eine individuelle Identifikationsnummer für das Zertifikat.

Nach wie vor soll keine zentrale Datenbank angelegt werden, in welcher alle Geimpften erfasst sind. Die Firmen mit denen Bechtle die technische Umsetzung durchführt und auch das Robert Koch-Institut (RKI) speichern persönliche Daten nicht. heidelberg24.de* erklärt, wie sicher der digitale Impfnachweis ist*. Vielmehr würden diese direkt nach der Erstellung des digitalen Zertifikats wieder gelöscht. So teilt es das RKI auf der entsprechenden Projekt-Webseite mit.

Corona „CovPass“-App soll mehr können als nur Impfungen digital dokumentieren

Kann ich die App überhaupt auf meinem Smartphone installieren? Auf iPhones mit den iOS-Versionen ab 12.0 soll der „CovPass“ installierbar sein. Ab Version 6.0 des Betriebssystems Android kann die Anwendung für die entsprechenden Geräte heruntergeladen werden.

Später soll die App nicht nur zum Nachweis von Impfungen einsetzbar sein. Auch Genesungen von einer Coronainfektion sollen darin dokumentierbar sein. Außerdem sollen auch negative Testergebnisse darüber nachvollziehbar gemacht werden.

Ist der „CovPass“ international einsetzbar? Noch nicht. Allerdings sind sich EU-Länder wohl bereits einig, dass sie eine einheitliche Lösung brauchen. „EU-Länder und das EU-Parlament hatten sich kürzlich auf Details eines europaweiten Zertifikats geeinigt, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann“, heißt es dazu. So sollen dann auch Reisen wieder erleichtert werden. Lösung soll demnach eine Erweiterung des gelben Impfpasses sein, der weit verbreitet ist. *echo24.de und heidelberg24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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