SOKO Tierschutz veröffentlicht Videos

Grausame Tierquälerei: Jetzt folgen harte Konsequenzen für den Schlachthof in Biberach

Im Schlachthof Biberach werden Rinder ausgeladen.
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Im Schlachthof Biberach werden Rinder ausgeladen. Nach Veröffentlichung von Videomaterial gibt es schwere Tierquälerei-Vorwürfe gegen den Betrieb.

Die Soko Tierschutz hat Videomaterial aus einem Schlachthof in Biberach veröffentlicht. Die Tierquälerei-Vorwürfe haben jetzt Folgen für den Betrieb.

Update vom 26. November: Es waren Videoaufnahmen, die nur schwer zu ertragen waren. Tierschutzaktivisten hatten das Material aus einem Schlachthof in Biberach veröffentlicht. Darauf ist zu sehen, wie unter anderem Rinder durch fehlerhafte Bolzenschussgeräte minutenlang Todesangst erleiden müssen. Außerdem kamen laut dem Kreisveterinäramt Biberach verbotenerweise Elektroschocker zum Einsatz.

Nach den Tierquälerei-Vorwürfen folgen jetzt Konsequenzen für den Schlachthof in Biberach: Er muss schließen! Die Entscheidung wurde vom Landwirtschaftsminister Peter Hauk in Abstimmung mit dem Landratsamt Biberach getroffen. „Bis zur Klärung der Frage, wie es zu solch untragbaren Szenen kommen konnte, dürfen an dem betroffenen Schlachthof keine Tiere mehr geschlachtet werden“, erklärte Hauk am Mittwoch. Bei einer unangekündigten Kontrolle am Montag seien neue Mängel aufgetreten.

Biberach: Minister kündigt nach Schlachthof-Skandal Konsequenzen an

Weiter heißt es, der Schlachthof in Biberach sei Teil des Schlachthof-Monitorings von 2018 gewesen. Damals sei von neun Mängeln berichtet worden, von denen acht als erledigt gemeldet worden waren. Aufzeichnungen im Zusammenhang mit dem Betäubungsgerät hätten noch als fehlerhaft gegolten. Minister Hauk forderte die Soko Tierschutz auf, für die Aufklärung des Vorfalls sämtliches Filmmaterial den Behörden zur Verfügung zu stellen.

Hauk kündigte nach der Schließung des Schlachthofs in Biberach an, im Laufe der Woche das Gespräch mit den zuständigen Behörden im Land und der Schlachtbranche zu suchen. Außerdem will der Landwirtschaftsminister am Freitag einen Maßnahmenkatalog zum Thema „Tierwohl in der Nutztierhaltung und bei der Schlachtung“ vorstellen.

Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk steht nach den Schlachthof-Skandalen in der Kritik.

Biberach/Baden-Württemberg: Erneuter Schlachthof-Skandal - schwere Vorwürfe

Erstmeldung vom 25. November: Tauberbischofsheim, Gärtringen, Kreis Rottweil - und jetzt Biberach. Schon wieder steht ein Schlachthof in Baden-Württemberg unter dem Verdacht der Tierquälerei. Das zeigt ein Beitrag im Magazin „Fakt“ von ARD und SWR vom gestrigen Dienstagabend. Die SOKO Tierschutz, die auch für die Aufdeckung der drei anderen Skandale verantwortlich war, erhebt darin erneut schwere Vorwürfe. Gegen den Schlachthof und gegen die Politik. Das berichtet echo24.de*.

Das Videomaterial, das die SOKO Tierschutz gemacht und das im ARD-Magazin „Fakt“ zu sehen war, zeigt erneut grausame Szenen von Tierquälerei in dem Schlachthof: Schweine, die bei der Schlachtung offenbar nicht ausreichend betäubt sind und Schlimmeres.

Die SOKO Tierschutz hat bei erneuten Aufnahmen in einem Schlachthof offenbar wieder einen Skandal aufgedeckt.

„Man sieht auf diesem Material immer wieder Tiere, die den Kopf heben, die es teilweise schaffen, sich aufzubäumen“, erklärt Friedrich Mülln von der SOKO Tierschutz in „Fakt“. In so einem Fall müsse man sofort eingreifen und nachbetäuben. „Aber es passiert - nichts“, sagt Mülln.

Biberach/Baden-Württemberg: Erneuter Schlachthof-Skandal - grausame Szenen gefilmt

Die SOKO Tierschutz habe die Aufnahmen in dem Schlachthof in Biberach an insgesamt sechs Schlachttagen zwischen dem 5. Oktober und dem 16. November gemacht. Sie zeigten die Schlachtung von etwa 1.500 Schweinen und 75 Rindern. Das Bildmaterial dokumentiere „rechtswidrige Gewalt, mangelhafte Betäubung, schrottreife Technik und ein Personal, dass maximales Desinteresse zeigt“, wie es in der Pressemitteilung des Tierschutzvereins heißt.

Vor allem der fahrlässige Umgang mit Betäubungen steht in der Kritik. „Fehlbetäuben gehören offenbar zum Alltag“, fasst das ARD-Magazin „Fakt“ zusammen. Es ist nicht das erste Mal, dass dieses Problem in einem Schlachthof in Baden-Württemberg auftaucht.

Biberach: Grausame Szenen in ARD-Magazin „Fakt“ - erneuter Schlachthof-Skandal

Die SOKO Tierschutz fordert deshalb den Rücktritt von Baden-Württembergs Agragminister Peter Hauk (CDU). „Das Politikversagen beim Tierschutz der grün-schwarzen Koalition in Baden-Württemberg hat Höllenqualen für zehntausende Tiere zu verantworten. Damit muss endlich Schluss sein“, heißt es hierzu in der Pressemitteilung des Tierschutzvereins.

Hauk selbst hatte noch Mitte Oktober besseren Tierschutz angekündigt. Er musste zu seiner Rolle im Fall der Tierquälerei im Schlachthof in Gärtringen* vor einem Ausschuss im Landtag in Baden-Württemberg Stellung beziehen.

Biberach/Baden-Württemberg: Grausame Szenen in ARD-Magazin „Fakt“ - erneuter Schlachthof-Skandal

Im neuerlichen Schlachthof-Skandal in Biberach wird derzeit laut Stuttgarter Zeitung geprüft, ob der Betrieb geschlossen wird. Strafanzeige sei vom Landkreis bereits erstattet.

Auch im Kreis Rottweil war zuvor bereits ein Schweinemastbetrieb nach dem Eingreifen von SOKO Tierschutz und ARD geschlossen* worden. Auch ein Skandal im Schlachthof in Tauberbischofsheim* von 2018 beschäftigt den Tierschutzverein weiterhin. Zuletzt war ein Verfahren gegen drei Amtstierärzte hier eingestellt worden. *echo24.de ist Teil des Ippen Digital Netzwerks.

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