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Hundehalter aufgepasst: Gefährliche Tierseuche breitet sich aus

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Von: Julia Thielen, Lisa Klein

In Baden-Württemberg breitet sich die Krebspest aus (Symbolbild).
In Baden-Württemberg breitet sich die Krebspest aus (Symbolbild). © Sven Hoppe/dpa

In Baden-Württemberg breitet sich eine gefährliche Tierseuche aus – nun wurde sie auch im Kreis Böblingen entdeckt. Hundebesitzer sollten Acht geben.

Update vom 31. August: Schon seit Monaten geht im Schwarzwald eine hochansteckende Tierseuche um. Nun breitet sich die Tierpest auch im Kreis Böblingen (Regierungsbezirk Stuttgart) aus, wie die Böblinger Zeitung berichtet. Deshalb wurden nun erste Maßnahmen eingeleitet, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Vor allem Hundehalter sollten Acht geben.

Gefährliche Tierseuche breitet sich im Kreis Böblingen und Baden-Württemberg aus

Die Rede ist dabei von der Krebspest, die sich aktuell immer weiter ausbreitet, wie *echo24.de bereits berichtete. Die hochansteckende Erkrankung wird durch eine Art Pilz ausgelöst. Die Sporen der Krebspest können durch jeden mit kontaminiertem Wasser in Kontakt gekommenen Gegenstand, Gefieder oder Fell eingeschleppt werden. Die Krebspest ist nicht behandelbar – Infizierte Tiere sterben.

Besonders Hunde können als Überträger der Erreger dienen und den heimischen Krebsarten so zum Feind werden. Die Krebspestsporen setzen sich im nassen Fell der Vierbeiner fest und werden Umständen zum nächsten Gewässer mittransportiert, wo sie sich erneut ausbreiten können. Die Krebspest ist zwar weder für den Menschen noch für andere Tiere gefährlich, doch insbesondere Hundebesitzer sollten vorsichtig sein. Betroffen von der Krebspest sind vor allem die drei heimischen Arten Edelkrebs, Dohlenkrebs und Steinkrebs. Eingeschleppt wurde die Krankheit vom Kamberkrebs aus Nordamerika.

Tierpest in Baden-Württemberg: Krebse sterben an Seuche

Auch die invasiven Krebsarten Signalkrebs und Kalikokrebs stammen ursprünglich aus Nordamerika und sind nicht ungefährlich. Beide Arten kommen bereits im Landkreis Böblingen vor und könnte laut Böblinger Zeitung in den Oberlauf der Würm und in den Krebsbach vordringen. Im Landkreis Böblingen kommt der Kamberkrebs in einigen Stillgewässern vor, der Signalkrebs in Aich und Murkenbach.

Neben der Krebspest – durch welche die invasiven Arten übrigens nicht getötet werden, sondern nur die heimischen Krebse – gibt es noch ein anderes Problem durch invasive Arten: Die nichtheimischen Krebse können andere Arten ebenfalls schädigen, indem sie Amphibienlaich und Kaulquappen fressen. Im Kreis Böblingen wurden nun „Krebssperren“ installiert, um die heimischen Steinkrebse zu schützen. Die Sperren sollen verhindern, dass gebietsfremde Krebse, die flussaufwärts wandern wollen, keinen Halt finden und sich somit nicht weiter ausbreiten können.

Auch interessant: Gefahr durch eingeschleppte Spinne*

Hundehalter müssen aufpassen: Gefährliche Tierseuche breitet sich aus

Erstmeldung vom 30. Juni: Im Schwarzwald grassiert weiter eine hochansteckende Tierseuche. Es gibt daher ein Betretungsverbot eines Flusses und dessen Seitenbäche bei Freiburg. Besonders Hundebesitzer müssen Umsicht walten lassen. Auch Freizeitaktivitäten und wasserbauliche Maßnahmen im Gewässer sollen unterbleiben, wie echo24.de* berichtet.

Wie das Regierungspräsidium Freiburg mitteilt, verlängerte das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald eine dahingehende Allgemeinverfügung nun bis einschließlich 31. Dezember. Demnach dürfen die Brugga und ihre Bäche im Dreisamtal zwischen Freiburg-Kappel und Oberried auch weiterhin nicht betreten werden. Das Verbot gilt insbesondere auch für Hunde. Diese dürfen wegen der Seuchengefahr weder in der Brugga noch in ihren Nebengewässern baden.

Baden-Württemberg: Achtung, Hundebesitzer - Tierpest breitet sich aus

Grund ist die sich immer noch verbreitende Krebspest in diesem Bereich. Trotz erster Erfolge der Eindämmungsmaßnahmen sind laut Regierungspräsidium immer noch Erreger bei Kappel-Neuhäuser und im Unterlauf der Brugga wirksam. Nach Untersuchungen aus dem Frühjahr, bei denen tote Exemplare der sehr seltenen Dohlenkrebse gefunden worden waren, die mit Krebspest infiziert waren, könne „leider keine Entwarnung“ gegeben werden.

Bereits seit März 2019 kämpfen die Behörden gegen die Krebspest in der Brugga. Nach ihrem Ausbruch hatte sich die Krankheit - ähnlich wie eine giftige Spinne in Baden-Württemberg* - „rasant verbreitet“. Daraufhin reagierten die Verantwortlichen sofort und leiteten verschiedene Maßnahmen ein:

Krebspest in Baden-Württemberg: Tierseuche breitet sich aus

Da die Tierseuche noch nicht vollends bekämpft ist, wird nun offenbar nach weiteren möglichen Maßnahmen gesucht. Experten arbeiteten bereits an einer Lösung, hieß es vom Regierungspräsidium.

Bis dahin müssen Mensch und Tier den Bereich meiden. Die Krebspest ist zwar, anders als die Härchen einer heimischen Gift-Raupe*, weder für den Menschen noch für andere Tiere gefährlich, doch insbesondere Hundebesitzer sollten dennoch Vorsicht walten lassen.

Baden-Württemberg: Hunde können Krebspest-Erreger übertragen

Denn: Besonders Hunde können als Überträger der Erreger dienen und den heimischen Krebsarten so zum unbewusst zum Feind werden. Die Krebspestsporen setzen sich im nassen Fell der Vierbeiner fest und werden so unter Umständen zum nächsten Gewässer mittransportiert, wo sie sich erneut ausbreiten können. Auch an Kleidung, wie zum Beispiel Gummistiefeln, kann sich der Erreger anhaften.

Die unsichtbare Gefahr kann den heimischen Flusskrebsarten dann schnell zum Verhängnis werden. Die hochansteckende Erkrankung wird durch eine Art Pilz ausgelöst. Die Sporen der Krebspest können durch jeden mit kontaminiertem Wasser in Kontakt gekommenen Gegenstand oder durch Gefieder oder Fell eingeschleppt werden.

Krebspest in Baden-Württemberg: Flusskrebse verenden an Seuche

Eine wirksame Behandlung zur Rettung der Flusskrebse gibt es nicht. Infizierte Tiere sterben. Betroffen sind vor allem die drei heimischen Arten Edelkrebs, Dohlenkrebs und Steinkrebs. Eingeschleppt wurde die Krankheit vom Kamberkrebs aus Nordamerika. Wie beispielsweise auch die für den Menschen gefährliche Tigermücke, ist er eine invasive Art. Im Gewässersystem der Brugga wurde der Krebs bislang aber nicht ausgemacht.

Ein Dohlenkrebs.
Die Dohlenkrebse in der Brugga sind ohnehin sehr selten - jetzt macht ihnen auch noch die Krebspest den Garaus. © Regierungspräsidium Freiburg

Die Ausbreitung der Seuche soll zum Schutz der heimischen Flusskrebse nun unbedingt eingedämmt werden. Doch die Krebspest ist tückisch: Nur wenige Sporen im Gewässer reichen laut Regierungspräsidium dazu aus, die Tierseuche „erneut aufflammen zu lassen“.

Baden-Württemberg: Nicht das erste Mal Krebspest

Die gute Nachricht: Bislang gelang es, mit den Maßnahmen eine Ausbreitung auf den Zastlerbach zu verhindern. Dieser und der Krummbach einschließlich ihrer kleinen Zuflüsse wurden deshalb von der Allgemeinverfügung ausgenommen und sind wieder zur Nutzung freigegeben. Die Verbindungsgewässer von der Brugga zum Zastlerbach müssen allerdings weiterhin ohne Wasserzufuhr bleiben, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern.

Es ist nicht das erste Mal, dass die invasive Krebsart für Ärger in Baden-Württemberg sorgt. 2019 gab es auch einen Ausbruch der Tierseuche im Kreis Esslingen. Die Krebspest hatte dort schnell 50 Tiere verenden lassen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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