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Dutzende Verletzte und Millionenschaden – die Folgen des schwersten Erdbebens in BW

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Albstadt - 1978 ereignet sich das stärkste Erdbeben Baden-Württembergs seit der Gründung des Bundeslands. Die Folgen: Zahlreiche Verletzte und ein Millionenschaden.

Baden-Württemberg gehört zu den Gebieten in Deutschland, die am meisten von Erdbeben gefährdet sind. Erst am 10. September erschüttert ein Erdbeben der Stärke 4,6 die Region um Lörrach am Oberrhein. Doch auch die Schwäbische Alb erwischt es nur wenige Wochen vorher, im Juli. In der Gegend bebt es immer wieder. Besonders seit 2019 beobachten Experten eine Häufung der Aktivitäten. Die Erschütterungen erinnern die Anwohner bis heute an das verheerende Erdbeben von 1978.

Schwerstes Erdbeben in Baden-Württemberg: Millionenschaden und etliche Verletzte

Es ist ein Sonntagmorgen im Spätsommer auf der Schwäbischen Alb. Der 3. September 1978, um genau zu sein. Kurz nach 6 Uhr rüttelt ein gewaltiges Erdbeben Hunderttausende Menschen aus dem Schlaf. Laut den Badischen Neuesten Nachrichten ist der Aufruhr der Erde in einem Umkreis von 400 Kilometern zu spüren. Innerhalb von wenigen Sekunden entsteht ein Schaden, der bis heute in der Gegend seine Spuren hinterlassen hat. Dutzende Menschen werden verletzt, zahlreiche Gebäude beschädigt.

Das Beben in Baden-Württemberg wütet mit einer Stärke von 5,7. Gefährlich wird es ab Stärke 5, denn dann werden Gebäude schwer in Mitleidenschaft gezogen, und zur Gefahr für die Menschen. Der Erdbebenherd liegt laut der Zeitschrift Schadenprisma etwa 2,5 Kilometer östlich von Albstadt und 6,5 Kilometer unter der Erde. Nach zehn bis 20 Sekunden Rumpeln zeichnet sich ab: Ein Schaden von etwa 300 Millionen DM ist entstanden. Ein nüchterner Wert für die Folgen, die das Beben eigentlich nach sich zog.

Die Folgen des schwersten Erdbebens Baden-Württembergs: Trümmer, Verletzte, Unsicherheit

In Albstadt und Umgebung werden an besagtem Septembermorgen Tausende Gebäude beschädigt, bnn.de zufolge einige davon schwer. 25 Menschen werden durch herabstürzende Trümmerteile verletzt. Autos werden zerquetscht, Dächer abgedeckt. Auch die beliebte Sehenswürdigkeit Burg Hohenzollern bleibt nicht verschont. Wie Suedkurier.de berichtete, stürzen einige ihrer Türme ein. Im Nachhinein müssen in etlichen Straßenzügen die Fassaden der Häuser mit dicken Holzbalken gesichert werden.

Erdbeben 1978 in Baden-Württemberg
Eine Frau schaut auf dem Archivbild am 4. September 1978 in ein Zimmer der teilweise beschädigten Burg Hohenzollern. © Martin Gerten/Karl_Staedele/dpa/Montage HEADLINE24

„Voller Angst stürzten Tausende ins Freie“, schreibt die lokale Presse einen Tag nach dem Beben. Schon damals verunsichert die Anwohner vor allem eins: Kann sich ein derartiges Erdbeben wiederholen? Das können Experten bis heute nicht vorhersagen. Eins ist jedoch bekannt: Die Schwäbische Alb liegt in der sogenannten Albstadt-Scherzone, in der es durch das aneinander Reiben von Teilen der Erdkruste immer wieder zu Beben kommt. (paw)

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