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Nächster Energie-Schock: Vereinssterben droht – Hilferuf im Sport

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Von: Tobias Becker

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Dieser Hilferuf betrifft viele Menschen in Baden-Württemberg: Hunderte Sportvereine wenden sich an ihre Verbände, da sie die Existenz wegen der hohen Energiepreise bedroht sehen.

Sport-Schock in Baden-Württemberg! Es war absehbar, aber dennoch ist das Schreiben des SV Böblingen, das Hunderte Vereine im Land unterzeichnet haben, eine Warnung, die es in sich hat. Es geht um Existenzangst, um die Bedrohung des Vereinslebens durch die Gas- und Stromkosten. Insgesamt 572 Sportvereine haben den Brief, der an die Landesverbände ging, unterzeichnet.

Vereinssterben in Baden-Württemberg? Sport von der Politik im Stich gelassen

Darin geht es vor allem um Kritik gegenüber der Politik und die bedrohliche Lage, in der sich die Vereine in Baden-Württemberg befinden. Es heißt: „Wie schon in der Corona-Krise scheint der organisierte Sport, der größte nicht-staatliche Akteur in der Kinder- und Jugendarbeit, bei der Politik mit seinen großen Problemen kein Gehör zu finden.“ Die Gefahr existiert auch für Vereine in der Region Heilbronn.

Hintergrund der Kritik: Vereine und Verbände seien nicht in das dritte Entlastungspaket des Bundes aufgenommen worden. Die Vereine bezeichnen das als „enttäuschend“. Das Warn-Schreiben der Vereine ging an die drei Präsidenten des Badischen Sportbundes Freiburg und Nord sowie des Württembergischen Landessportbunds.

Hallenbad
Auch Schwimmbäder verbrauchen viel Energie. © Uwe Anspach/dpa

Vereinssterben in Baden-Württemberg: Angst vor Energiekrise wächst

Ein Satz bringt die Sorge auf den Punkt: „In unseren Sportvereinen wächst die Angst, dass wir dieses Mal nicht nur mit einem blauen Auge davonkommen werden.“ Betroffen sind besonders die Vereine, die eigene Hallen, Bäder oder auch ganze Sportzentren besitzen. Was vor Jahren noch ein großes Plus für den Vereinsbeitritt war, als Luxus gewertet werden konnte und sich die Vereine oft über Jahre erarbeitet haben, könnte nun zu einem regelrechten Vereinssterben führen.

Ein Grund dafür sind die Preisexplosionen bei Strom und Gas, die auch viele Vereine treffen. Manche Vereine haben bereits auf Sparflamme umgestellt. Beispielsweise wird nach dem Training nur noch kalt geduscht, nach den Spielen gibt es noch warme duschen. Doch was ist, wenn das nicht mehr reicht? Die Folge kennen viele noch aus den vergangenen Corona-Jahren, allerdings sei die Lage bedrohlicher als damals.

Energiekrise bedroht Sport: Vereinsleben ist wichtig für die Gesellschaft

Die gesundheitlichen Folgen, das fehlende soziale Miteinander, aber auch die gesellschaftlichen und persönlichen Nachteile, die ein Zusammenbruch des Sports bedeuten würde, sind absehbar. Das gesamte Ausmaß vermutlich aber nicht abzuschätzen. Sport ist in allen Altersklassen wichtig, vereint Jung und Alt und fördert die Gesundheit. Nach der Corona-Pandemie hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sich stark um das Vereinsleben bemüht.

So gab es dort die bundesweite Kampagne „Comeback“, mit der die Menschen wieder für das Sporttreiben in Vereinen motiviert werden sollen. Der Deutsche Tennisbund hat einen großen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen und auch viele örtliche Vereine bekamen neue Mitglieder. Sport im Verein ist wichtig, mit der Energiekrise aber in Gefahr, wie auch das Schreiben der 572 Sportvereine aus Baden-Württemberg zeigt.

Baden-Württembergs Sportministerin reagiert auf Forderung

Immerhin hat die Reaktion der Landesregierung nicht lange auf sich warten lassen. Wie echo24.de berichtet hat, hat sich inzwischen Baden-Württembergs Sportministerin Theresa Schopper zu den Forderungen der Vereine geäußert. In der Stellungnahme verweist sie unter anderem auf Millionen-Hilfen in der Corona-Pandemie.

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