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BW: Landesregierung plant Verschärfungen für Ungeimpfte – aber nur in diesem Fall

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Von: Daniel Hagen

Winfried Kretschmann
Die Landesregierung Baden-Württemberg plant schärfere Regeln für Ungeimpfte. (Symbolfoto) © Sebastian Gollnow/dpa

Baden-Württemberg - Während die 7-Tage-Inzidenz erneut ansteigt und wieder mehr Menschen mit Covid-19 auf der Intensivstation landen, plant die Regierung Regeln für Ungeimpfte.

Die Zeit der sinkenden Corona-Zahlen und 7-Tage-Inzidenzen ist vorbei. Aktuell (27. August) haben in Baden-Württemberg gerade einmal fünf von 44 Land- und Stadtkreisen eine Inzidenz von unter 50*. Zwei Städte haben zudem einen Wert von über 100 erreicht – Tendenz steigend! Die Zahl der Neuninfektionen steigt täglich um über mindestens 1.500, was zumeist auf Urlaubsrückkehrer zurückzuführen ist. Mit diesem Wert steigt aber auch die Anzahl der Menschen, die aufgrund des Coronavirus* wieder ins Krankenhaus müssen und dort sogar auf der Intensivstation landen. Wie die Landesregierung dagegen vorgehen will, verrät HEIDELBERG24*.

Derzeit liegen in Baden-Württemberg* 99 Patienten mit Covid-19 auf Intensivstationen. Das sind ungefähr doppelt so viele wie vor zehn Tagen. Nach einer Prognose des Landesgesundheitsamts könnten schon in knapp zwei Wochen mehr als 300 Intensivbetten belegt sein! Wie viele davon ungeimpft sind, ist nicht bekannt. Wer eine doppelte Impfung erhalten hat, hat aber nachweislich ein niedrigeres Risiko für schwere Verläufe. Auf dem Hoch der zweiten und dritten Corona-Welle seien 640 Intensivbetten belegt gewesen, sagt Stefan Brockmann, Chef-Virologe des Landesgesundheitsamts, der dpa. Damit sich ein solcher Zustand nicht wiederholt, gibt es bereits einen Plan – der nicht jedem gefallen dürfte.

NameBaden-Württemberg
Bevölkerung11,07 Millionen (2019) Eurostat
HauptstadtStuttgart
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Die Grünen)

Baden-Württemberg: Landesregierung plant schärfere Regeln für Ungeimpfte

„Die Landesregierung bereitet für den Eingriffs-Fall bereits jetzt eine entsprechende Corona-Verordnung vor, die unmittelbar in Kraft treten kann. Diese wird insbesondere Restriktionen für Ungeimpfte beinhalten, da das Infektionsgeschehen und die damit verbundene Auslastung der Intensivstationen maßgeblich durch diese Gruppe bestimmt wird“, erklärt ein Sprecher des Sozialministeriums gegenüber der dpa.

Der Entwurf solle in der kommenden Woche in der grün-schwarzen Regierung abgestimmt werden. Die Länder müssen reagieren, weil der Bund angekündigt hat, die 50er-Inzidenz als Leitwert aus dem Infektionsschutzgesetz zu streichen. Über mögliche neue Grenzwerte und Indikatoren werde derzeit intensiv zwischen Bund und Ländern diskutiert, sagt der Sprecher des Sozialministeriums. Es werde aber künftig „Alarmwerte“ für Baden-Württemberg* geben, ab denen eingegriffen werden müsse. Darüber berichtet auch echo24*.

Baden-Württemberg: Inzidenz bei Ungeimpften zwölfmal höher

Sofern die Krankenhäuser noch genug Platz für Corona-Patienten haben, sind keine größeren Beschränkungen mehr geplant. Als Grenzwert wird dem Vernehmen nach die Belegung von etwa 300 Intensivbetten diskutiert. Solche Eingriffe für Ungeimpfte gelten als rechtlich nicht unproblematisch. In Hamburg startet ab Samstag (28. August) dennoch das neue 2G-Modell, bei dem sich Händler und Betreiber dafür entscheiden können, keine Ungeimpften mehr zu bedienen. Seitdem wird darüber diskutiert, ob dieses Modell überall angewendet werden könnte*.

Ein Grund für diesen Schritt im Bundesland Hamburg ist eine 7-Tage-Inzidenz, die nach Geimpften und Ungeimpften aufgesplittert ist. Diese Liste zeigt ein ganz klares Ergebnis. Auf Anfrage von HEIDELBERG24 beim Regierungspräsidium Stuttgart wird klar, dass es in Baden-Württemberg ähnlich aussieht. „Die 7-Tage-Inzidenz für COVID-19 Fälle, die zweimal geimpft oder mit Janssen (Anmerkung der Redaktion: Impfstoff von Johnson und Johnson) geimpft sind, beträgt 10,1 / 100.000 Einwohner, gegenüber 122,5 / 100.000 Einwohner für Ungeimpfte, nicht vollständig geimpfte Fälle und Fälle ohne Angaben“, schreibt eine Sprecherin des Regierungspräsidiums. Das Landesgesundheitsamt plane derzeit, diese Werte im täglichen COVID-19 Tages- und Lagebericht zu verwenden. (dpa/dh) *HEIDELBERG24 und echo24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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