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Corona-Lage in BaWü bewerten: Kretschmann mit deutlichen Worten zur Inzidenz

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Von: Violetta Sadri, Julia Cuprakowa

Mehrere Stühle sind in einem geschlossenen Biergarten im Tiergarten in Berlin an die Tische angelehnt.
In einigen Bundesländern wurden die Corona-Maßnahmen gelockert und Biergärten haben geöffnet. (Symbolbild) © Fabian Sommer/dpa

Inzidenzwert, Impfquote, Krankenhausauslastung - wie soll in Zukunft festgemacht werden, welche Corona-Maßnahmen gelten? Das Land Baden-Württemberg hat dazu klare Ansichten.

Update, 14. Juli: Welcher Wert soll nun künftig die Richtung für geltende Corona-Maßnahmen weisen - weiterhin der Inzidenzwert oder doch die Impfquote und die Krankenhausauslastung? Wenn es nach Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann geht, dann soll der zentrale Maßstab im Kampf gegen die Coronakrise der Inzidenzwert bleiben. Wie echo24.de* berichtet, sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart: „Alle anderen Parameter sind weit nachlaufend.“

Wenn man andere Faktoren, wie die Hospitalisierung, zu stark bewerte, könne es sein, dass in der Zwischenzeit dramatische Entwicklungen stattfinden, die man gar nicht erkennen könne, erklärte Kretschmann laut Deutscher Presse-Agentur (dpa): „Deshalb wird die Inzidenz zusammen mit dem R-Wert immer die belastbare klare Ausgangsgröße sei. Man muss nicht denken, dass wir die einfach verlassen und auf andere übergehen.“ Gesundheitsminister Manne Lucha kündigte ein modifiziertes Modell an, in das weitere Faktoren wie Sterbequote oder Krankheitsverläufe einfließen sollen.

Corona-Maßnahmen und Lockerungen in Baden-Württemberg: Inzidenzwert wichtig, aber nicht mehr ausschlaggebend

Bislang war die sogenannte 7-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - das entscheidende Kriterium für viele Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Die Bundesregierung hatte am Montag, 12. Juli, klargestellt, dass der Inzidenzwert auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen werde, aber andere Werte wie etwa die Zahl der Krankenhauseinweisungen künftig stärker berücksichtigt werden sollen.

Die Maßnahmen und Lockerungen sollen zukünftig nicht nur von der Inzidenz abhängig gemacht werden.

Erstmeldung, 13. Juli: Bisher waren Maßnahmen und Lockerungen in Baden-Württemberg nur von der 7-Tage-Inzidenz abhängig*. Weil aber immer mehr Menschen geimpft sind, wird sich nun an dieser Strategie etwas ändern müssen. Die Richtung weisen solle in Zukunft die Impfquote und die Krankenhausauslastung, sagte der baden-württembergische Sozialminister Manfred Lucha.

Politiker von Bund und Ländern haben zwar in der vergangenen Woche abgelehnt, vollständig von diesem Wert abzurücken, dennoch halten sie zusätzliche Erkenntnisse für notwendig, um Öffnungsschritte bewerten zu können. Lucha erklärte, dass die Inzidenz mittelfristig nicht mehr der einzige Indikator für Lockerungen und Beschränkungen sein könne.

Baden-Württemberg: Inzindez soll in Zukunft nicht einziger Indikator für Corona-Regeln sein

In Großbritannien sieht man, dass die Inzidenz bei über 300 liegt, die Sterblichkeit jedoch bei 2,5 Prozent und damit so niedrig wie in Deutschland ist. Die Inzidenz hier liegt jedoch nur bei 6,4. Lucha: „Deshalb ist eine Betrachtung der Gesamtsituation künftig umso wichtiger, wenn es um die Beschränkung von Freiheitsrechten geht.“

Vor kurzem hatte Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, Krankenhäuser zu einer detaillierten Dokumentation zu verpflichten. Damit erhofft man sich, mehr Daten über Schweregrad von Verläufen, Vorerkrankungen, Sterblichkeit und vieles mehr zu bekommen, um die Gesamtlage besser bewerten zu können.

Baden-Württemberg: Manfred Lucha und Jens Spahn für detaillierte Corona-Dokumentation in Klinken

Auch Lucha hieß das Willkommen. Die deutsche Krankenhausgesellschaft sieht die neue Maßnahme jedoch als „wenig hilfreich“, da schon jetzt die wichtigsten Daten von Corona-Patienten dokumentiert und gemeldet würden. Wie echo24.de* berichtet, schützt eine Corona-Impfung nicht alle Geimpften vor einer Infektion oder gar einem Krankenhausaufenthalt*.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte, die Sieben-Tage-Inzidenz bleibe zwar weiterhin ein wichtiger Parameter, dennoch sei wichtig zu beachten, dass die Inzidenz bei steigender Impfquote an Aussagekraft verliere, besonders wenn Risikogruppen bereits geimpft seien. *echo24.de ist ein Angebot von Ippen.Media.

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