Unterstützung für Porsche

Porsche-Hilferuf aus Stuttgart in der Krise: Jetzt greift Audi Neckarsulm ein

Die Nachfrage nach dem Porsche Taycan ist ungebrochen hoch, deswegen kommt jetzt Hilfe von Audi aus Neckarsulm.

  • 2019 hat Porsche sein erstes Elektroauto auf den Markt gebracht.
  • Der Taycan verkauft sich besser als gedacht.
  • Hilfe bei der Produktion kommt jetzt von Audi aus Neckarsulm.

Porsche in der Krise: So rettet Audi Neckarsulm die Stuttgarter

Stuttgart - Die Corona-Krise hat die Automobilbranche in Deutschland mit aller Härte getroffen und hätte für die Hersteller nicht unterschiedlicher verlaufen können. Während sowohl Audi* als auch Daimler* Verluste vermelden mussten, macht Porsche weiterhin satte Gewinne.

Ein Grund dafür ist der Porsche Taycan, der sich laut echo24.de* für die Zuffenhausener als wahrer Erfolgsgarant erwiesen hat. Dabei ist der Sport-Stromer - der zum innovativsten Auto der Welt gewählt wurde - bei Experten und Kunden gleichermaßen beliebt. Entsprechend gut verkauft sich der erste rein elektrische Porsche.

Audi: Mitarbeiter aus Neckarsulm wechseln zu Porsche

So gut, dass Porsche mit der Produktion des Taycan nicht mehr hinterherkommt. Deshalb bekommt die Sportwagenschmiede aus Stuttgart-Zuffenhausen Unterstützung von der Schwestermarke Audi. „400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Audi-Standort Neckarsulm wechseln temporär zu Porsche nach Zuffenhausen, um unter anderem bei der Produktion des vollelektrischen Porsche Taycan zu unterstützen“, erklärte ein Audi-Sprecher gegenüber der Automobilwoche. Laut 24auto.de*, kommen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen Montage, Karosseriebau und Lackiererei. In den kommenden Monaten sollen weitere Fachkräfte folgen. „In zwei Jahren kehren die Audianer wieder ans Band in Neckarsulm zurück“, sagte Porsche-Sprecher gegenüber 24auto.de*.

20.000 Exemplare des Sport-Stromers wollte Porsche ursprünglich pro Jahr bauen, doch wegen der hohen Nachfrage hat Porsche hier bereits deutlich aufgestockt. „Wir produzieren derzeit mehr als 150 Taycan am Tag“, erklärte ein Unternehmenssprecher der Sportwagenschmiede der Automobilwoche.  „Wir sind nach wie vor in der Hochlaufphase.“ Die Hilfe der Audi-Kollegen aus Neckarsulm wird in Zuffenhausen daher dringend benötigt. Aber auch für einen weiteren Autohersteller scheint es nach unzähligen Krisen endlich wieder bergauf zu gehen. Daimler AG in Stuttgart setzt zum lange geplanten Befreiungsschlag an. Zuerst wird eine neue Fabrik eröffnet, dann wird die neue S-Klasse vorgestellt. Trotzdem spricht Ola Källenius über eine andere Produktionsstätte. 

Bei der Produktion des Taycan bekommt Porsche künftig Hilfe von Audi-Mitarbeitern.

Für zwei Jahre leiht sich Porsche Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen von Audi* aus. Die ersten Audianer unterstützen die Schwestermarke bereits seit Juli. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Werk in Neckarsulm noch in Kurzarbeit, die aber im September endet*. Weitere sollen laut der Automobilwoche - nach dem Ende der Betriebsferien* - in den kommenden Wochen nach Zuffenhausen wechseln.

Audi: Zusammenarbeit mit Porsche für Produktion des Taycan

„Genau das macht die Stärke des Konzernverbundes aus, dass wir gerade in Krisenzeiten zusammenhalten wie eine gute Familie“, sagt der Audi-Sprecher. Zudem arbeiten die beiden Tochterfirmen gemeinsam an der PPE-Architektur (Premium Plattform Electric), auf der in Zukunft hochwertige und leistungsstarke Stromer von Audi und Porsche entstehen sollen.

Vorher sollte mit dem Mission E Cross Turismo ursprünglich noch ein zweites Elektroauto von Porsche auf den Markt kommen, bei dem es sich um einen Ableger des Sport-Stromers handelt. Dabei hätte es sich um eine Art Kombi gehandelt, aufgrund der Corona-Krise und der hohen Nachfrage beim Taycan, wurde das Modell laut Automotive News auf 2021 verschoben. *echo24.de und *24auto.de sind Teil des Ippen-Digital-Netwerks.

Rubriklistenbild: © Porsche

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