Krasse Aussage auf Demo

Attila Hildmann: Muss er ins Gefängnis? Darum droht dem Kochbuch-Autor eine Haftstrafe

Attila Hildmann verbreitet jede Woche auf seinen Demos Hass. Nun hat der Vegan-Koch Politiker Volker Beck bedroht – am liebsten würde er die Todesstrafe für ihn wieder einführen! Die Staatsanwaltschaft hat nun Ermittlungen gegen ihn eingeleitet.

  • Attila Hildmann verbreitet auf Telegram Verschwörungsmythen, Antisemitimus und Rassismus.
  • Bei einer Demo vor dem Reichstag in Berlin äußert er Todesdrohungen gegen Volker Beck.
  • Der Politiker aus Stuttgart* hat Anzeige erstattet.

Update vom 21. Juli, 20:07 Uhr: Seit Wochen geistert Attila Hildmann in den Schlagzeilen der nationalen Presse umher und sorgt mit seinen kruden Thesen zu Corona für Erstaunen und Kopfschütteln. Dabei vermengt er immer wieder antisemitische Verschwörungstheorien mit rassistischem Gedankengut und rundet diese mit einer Prise aggressiver Grundhaltung ab. Doch jetzt scheint der Vegan-Küchenchef doch zu heiß gekocht zu haben. Wie die „Frankfurter Rundschau“ berichtet, sollen mehrere Berliner Behörden nun gegen Hildmann ermitteln, weil sie ihn wegen Volksverhetzung, Bedrohung und der Verharmlosung des Holocausts verdächtigen.

Die Berliner Staatsanwaltschaft twitterte am Montag (20. Juli), dass Hildmann „wegen mutmaßlich antisemitischer öffentlicher Äußerungen“ auf sogenannten „Hygienedemonstrationen“ aufgefallen war und sie danach Ermittlungen eingeleitet haben. Abgesehen von der Anzeige wegen des Verdachts auf Volksverhetzung und Verharmlosen des Holocausts, stünde eine weitere Anzeige im Raum, da Hildman die Todesstrafe für den Grünen Politik, Volker Beck, gefordert hatte. Daraufhin habe der Grünen Politiker mehrere anonyme Drohbriefe erhalten. „Da geht es teilweise ganz konkret darum, mich zu ermorden“, erklärte Beck der Zeitung „Die Welt“.

Attila Hildmann: Skandal-Demo mit Morddrohung – „Todesstrafe für Volker Beck“

Vor der Corona-Pandemie war Attila Hildmann als Autor und veganer Koch mit eigener Kollektion bekannt. Doch in der Krise dreht der Berliner plötzlich völlig durch verbreitet tagtäglich Verschwörungsmythen, Antisemitismus und Rassismus über Telegram* oder auf seinen eigenen Demos vor dem Reichstag. Regelmäßig tauchen von dort Videos auf, in denen der 39-Jährige zu Gewalt aufruft, Journalisten bedrängt und bedroht oder sogar direkt Todesdrohungen ausspricht. So jetzt auch gegen den Politiker Volker Beck. Darüber berichtet MANNHEIM24.de*

NameAttila Klaus Peter Hildmann
Geboren22. April 1981 in Berlin
Größe1,77 Meter
ElternUrsel Hildmann
AusbildungFreie Universität Berlin

Attila Hildmann will Todesstrafe für Volker Beck wieder einführen

Bei der Demo am Samstag (18. Juli) redet sich Attila Hildmann in Rage und verbreitet Verschwörungsmythen – unter anderem die Weltansicht der Reichsbürger*. Kein Wunder also, dass der selbsternannte Patriot mit der Flagge des Kaiserreichs posiert und glaubt, dass Deutschland auch heute noch besetzt sei. Bei seiner aktuellsten Ansprache beginnt er direkt mit einer krassen Ansage an seinen „Freund" Volker Beck. Gegen diesen hat er schon in der Vergangenheit gehetzt. Am gleichen Tag findet übrigens auch eine Anti-Corona-Demo in Mannheim* statt.

Attila Hildmann verbreitet auf seinen Demos Gewalt und Hetze.

Also wenn ich Reichskanzler wäre, dann würde ich die Todesstrafe für Volker Beck wieder einführen, indem man ihn die Eier zertretet auf einem öffentlichen Platz“, droht Attila Hildmann und erntet dafür tosenden Applaus der rund 150 Teilnehmer. Diese haben sich an diesem Tag vor dem Reichstag versammelt, um gegen die „Merkel-Diktatur“ zu demonstrieren, die ihnen die Meinungsfreiheit wegnähme. Die Ironie, dass sie bei dieser Demo frei ihre Meinung äußern und sogar Politiker beschimpfen können, scheinen sie wohl nicht zu bemerken.

Attila Hildmann: Drohungen, Kopfgeld und Verschwörungsmythen

Gegen den gebürtigen Stuttgarter Volker Beck scheint Attila Hildmann aber einen besonderen Hass zu haben. Der Grund dafür ist, dass der Grünen-Politiker 1988 im Sammelband „Der pädosexuelle Komplex“die „Entkriminalisierung“ von Pädophilie forderte. So sollte das Schutzalter von 14 auf 12 Jahren gesenkt werden. Für Verschwörungsmythiker wie Attila Hildmann oder Xavier Naidoo* ist das besonders schlimm, weil sie an eine globale Gruppe glauben, die Kinder entführt, für Adrenochrome foltert* und vergewaltigt! Den sogenannten „Deep State" könnten nur Donald Trump oder Wladimir Putin zerschlagen.

Wie die „taz“ berichtet, habe Volker Beck Anzeige gegen Attila Hildmann erstattet – wegen Beleidigung, Volksverhetzung und Anstiftung zu einer Straftat. Doch ob der selbsternannte „Reichskanzler“ wirklich eine Strafe befürchten muss, ist noch unklar. In den letzten Wochen bedrohte er nämlich schon Journalisten, hielt sich nicht an Corona-Maßnahmen, setzte ein Kopfgeld auf die antifaschistische Gruppe „Hooligans gegen Satzbau" aus und bezeichnete Adolf Hitler als Segen für Deutschland.

In Berlin marschieren wieder tausende Menschen gegen die Corona-Regeln. Nachdem die Polizei die Demo verboten hat, ist sie nun von einem Gericht erlaubt worden.

Attila Hildmann: Staatsanwaltschaft sieht keine Strafbarkeit

Aus diesen Gründen ermittelt die Polizei Brandenburg schon seit Wochen gegen den Vegan-Koch – sogar der Staatsschutz ist involviert. Die Staatsanwaltschaft könne jedoch laut „Tagesspiegel“ keine Strafbarkeit erkennen. Und das, obwohl es innerhalb einer Woche etwa 1.300 Anzeigen gegen Attila Hildmann gegeben hat. Für viele Menschen ist diese Einschätzung unverständlich.

In den letzten Wochen wurde mehrfach kritisiert, dass die Polizei die Verbrechen bei den Demos des Berliners nicht unterbinden würde. Ein Video zeigt sogar, wie Hildmann einen Journalisten des „Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA)„  einschüchtert und wegtreibt, während zwei Polizisten eher wie Bodyguards des 39-Jährigen wirken und nichts unternehmen. Ähnliche Probleme gab es auch mit rechtsextremen Wahlplakaten in Baden-Württemberg. Dort stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen erst ein* – und musste sie später wieder aufnehmen. Es bleibt abzuwarten, ob die Drohungen, der Hass und die Hetze des Vegan-Kochs noch juristische Folgen haben werden. (dh) *HEIDELBERG24.de, MANNHEIM24.de*, 24hamburg.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Carsten Koall/dpa

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