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Toyota-Manager wettert gegen E-Autos: „Ich glaube nicht, dass der Markt bereit ist“

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Von: Julian Baumann

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Der vollelektrische bZ4X von Toyota wird auf der internationalen Auto Show in New York präsentiert.
Das erste E-Auto von Toyota, der bZ4X, erfreut sich einer großen Nachfrage. Ein Manager wettert dennoch weiterhin gegen die Technologie. © IMAGO/Ron Adar

Trotz eigenem Modell wird der weltgrößte Autohersteller mit E-Autos offenbar nicht warm. Ein Toyota-Manager wetterte erneut gegen die Technologie.

Stuttgart/Toyota - Mercedes-Benz, BMW, VW, Stellantis, Ford, General Motors und Tesla sowieso: Die großen globalen Autohersteller verlagern ihre Produktion zunehmend auf E-Autos und rüsten die Werke entsprechend um. Mercedes-Benz will ab 2030 sogar ausschließlich batteriebetriebene Fahrzeuge herstellen. Ausgerechnet der größte Autohersteller der Welt, Toyota, wird mit den Stromern offenbar aber noch immer nicht warm. Ein Toyota-Manager bezeichnete die Mercedes-Strategie bereits als völlig falsch und der japanische Autokonzern kündigte an, auch weiterhin Verbrenner-Modelle bauen zu wollen.

Trotz der skeptischen oder kritischen Einstellung kann sich allerdings auch Toyota dem Wandel in der Autoindustrie nicht entziehen. Die Aussage vonseiten Toyotas, dass es keine Zukunft für E-Autos gebe, wurde bereits deutlich kritisiert. Nun hat der japanische Konzern aus der gleichnamigen Stadt allerdings ein erstes batteriebetriebenes Modell auf den Markt gebracht. Mit dem Marktstart des bZ4X reißt die Kritik an den E-Autos bei Toyota allerdings nicht ab. Ein Manager wetterte erneut gegen die Zukunftstechnologie.

Toyota-Manager glaubt nicht, „dass der Markt bereit“ für E-Autos ist

Zu Beginn des derzeitigen E-Auto-Booms wurde vor allem die mangelnde Reichweite und die stark limitierte Höchstgeschwindigkeit der Modelle kritisiert. Auch das hohe Gewicht der Batterien wurde oftmals als Kritikpunkt angeführt. Inzwischen haben die Hersteller diese Probleme allerdings immer weiter ausgeräumt und die Modelle stark verbessert. Selbst Hersteller von besonders leistungsstarken Supersportwagen bereiten sich auf die Ära der E-Mobilität vor. Ferrari will beispielsweise bis 2025 einen vollelektrischen Sportwagen auf den Markt bringen. Zudem steigt weltweit die Nachfrage an E-Autos immer weiter an, wie nicht zuletzt der immense Erfolg von Tesla zeigt.

Auch die Nachfrage nach dem ersten vollelektrischen Modell von Toyota ist hoch, das Unternehmen sieht in den Stromern aber offenbar noch immer nicht die Zukunft. „Ich glaube nicht, dass der Markt bereit ist. Ich glaube nicht, die Infrastruktur ist bereit. Und selbst wenn ihr bereit wärt, eines zu kaufen, wenn ihr es euch leisten könnt – der Preis ist immer noch zu hoch“, wetterte Jack Hollis, Vizepräsident für den Verkauf von Toyota in Nordamerika, laut dem Portal Electrek. Diese Aussage bezieht sich wohlgemerkt nicht auf den japanischen, sondern auf den US-amerikanischen Markt.

Toyota will Kunden weiterhin Auswahl bieten und sich nicht festlegen

Dass der US-Automarkt nicht bereit für den Durchbruch der E-Autos ist, wie Toyota-Manager Jack Hollis behauptet, klingt äußerst fragwürdig. In E-Auto-Hersteller Tesla kommt nicht nur der Branchenprimus der E-Mobilität aus den USA, auch Modelle von Mercedes-Benz oder BMW sind dort äußerst beliebt. Zudem erklärt Electrek, dass derzeit kein E-Auto-Hersteller die starke Nachfrage nach batteriebetriebenen Fahrzeugen decken könne. Auch in Bezug auf die Infrastruktur widerspricht das Portal dem Toyota-Manager und erklärt, es gebe einer Studie zufolge mehr als genug Stromkapazitäten in den USA. In Deutschland wird der langsame Ausbau der Ladeinfrastruktur ebenfalls immer wieder bemängelt. Ein Energieverband sagte jedoch, es gebe genug E-Auto-Ladesäulen.

Warum sich Toyota weiterhin vehement gegen die E-Auto-Produktion wehrt, ist nicht bekannt. Dass die Japaner weiterhin Modelle mit Verbrennungsmotor bauen wollen, hat aber offenbar den Hintergrund, dass der Toyota Prius in den vergangenen 20 Jahren den Hybridautomarkt dominierte. Das Modell mit Plug-in-Hybrid-Antrieb wird derzeit bereits in der vierten Generation gebaut und soll so schnell wohl nicht aufgegeben werden. Toyota-Technikchef Masahiko Maeda hatte bei der jüngsten Hauptversammlung des Autokonzerns angekündigt, den Kunden weiterhin eine Auswahl bieten zu wollen und sich nicht nur auf eine Antriebsart zu konzentrieren.

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