Autofahrer-Checkliste

Diese Dinge sollten Autobesitzer im November abarbeiten

+

Herbstzeit bedeutet für des Deutschen liebstes Kind auch Vorbereitung auf das, was in den kalten Monaten ansteht – und damit ist nicht nur die Witterung gemeint.

Mannheim ist zwar sicher nicht der Winter-Mittelpunkt Deutschlands. Doch auch bei uns in der Region sollten Autofahrer sich in den allernächsten Tagen ein paar Stunden freischaufeln, um ihren fahrbaren Untersatz auf die Wintermonate vorzubereiten. Die To-do-Liste haben wir schon mal bereitgestellt.

1. Winterreifen aufziehen 

Ob Sommer- oder Allwetterreifen, es gibt keine Ausrede, bei Temperaturen unter 10°C mit etwas anderem als Winterreifen herumzufahren. Nein, es gibt zwar keine Gesetzespflicht, welche ganze Zeiträume umfasst (gern fehlinterpretiert: Von Oktober bis Ostern) aber der Gesetzgeber sagt ganz klar: „Der Führer eines Kraftfahrzeuges darf dies bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte nur fahren, wenn alle Räder mit Reifen ausgerüstet sind, die unbeschadet der allgemeinen Anforderungen an die Bereifung den Anforderungen des § 36 Absatz 4 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung genügen“. Im Klartext: Reifen, auf deren Flanke „M+S“ stehen muss (sofern sie vor dem 31.12.17 hergestellt wurden) bzw. danach das „Gebirgszug+Schneeflocke-Symbol“

Ob man das die Werkstatt machen lässt oder selbst wechselt, ist indes nur eine Frage der Selbermacher-Attitüde.

2. Kühlwasser-Frostschutz prüfen 

Alle modernen Autos haben einen wassergekühlten Motor. In dessen Kühlkanälen fließt jedoch mitnichten nur Wasser, sondern ein Wasser-Glykol-Gemisch. Dessen Aufgabe ist es einerseits, Rost zu unterbinden und die beweglichen Teile der Wasserpumpe zu schmieren. Andererseits stellt das Glykol auch sicher, dass die Flüssigkeit nicht schon bei Null Grad einfriert – würde das passieren und das Eis sich ausdehnen, wären gerissene Schläuche noch das kleinste Übel.

Daher ist es notwendig, zu prüfen, ob das Frostschutz-Level noch ausreicht. Dazu braucht es einen Frostschutzprüfer (ca. 10 Euro im Netz). Bei kaltem Motor öffnet man dann den Kühlmittel-Ausgleichsbehälter und saugt mit dem Prüfer dessen Inhalt an. Die Skala zeigt direkt, bis zu welchen Minusgraden das Gemisch frostsicher ist. Allerdings, auch bei uns sollte das nicht wärmer als -25°C sein. Denn kommen Regen, Fahrtwind und Temperaturen um den Gefrierpunkt zusammen, kann das bei kaltem Motor am Kühler schon anliegen. Falls der Wert zu gering ist, mit dem Prüfer ca. 500ml absaugen und durch zum Auto passenden, reines Frostschutzmittel wieder auffüllen.

3. Versicherung checken

Egal ob es monetäre Gründe hat, etwa, weil die Versicherung den Beitrag erhöht oder man eine andere mit niedrigeren gefunden hat, oder ob man sich bei einem anderen Institut bessere Leistungen verspricht: es gibt gute Gründe, seinen Anbieter zu wechseln und der November ist der wichtigste Monat für die Autoversicherung. Denn die meisten Kfz-Versicherer können für das kommende Jahr nur bis Stichtag 30. November gewechselt werden. Danach muss man, sofern es keine außerordentlichen Kündigungsgründe gibt (etwa, wenn der Versicherer seine AGB ändert), ein ganzes Jahr warten. Selbst wer gar nicht mit dem Gedanken spielt, sollte jetzt ein paar Vergleiche einholen – oft ergibt das auch ziemliche Überraschungen für Fahrer, die eigentlich gar keinen Wechsel im Sinn hatten.

4. Karosserie schützen

Wasser, bei Schneefall noch mit hoch aggressivem Salz oder Split versetzt, ist für die Karosserie eines Autos, seinen Unterboden und die Achsteile eine echte Kraftprobe – die auf lange Sicht die Chemie gewinnt. Denn wo der Lack vielleicht jetzt schon Risse, kleine Steinschläge usw. hat, wo der Unterbodenschutz nach einigen Jahren ausgehärtet ist, da haben die Tatsachen des Winters ganz leichtes Spiel.

Eigentlich wäre es deshalb an der Zeit, falls man seine Winterräder sowieso in der Werkstatt wechseln lässt, bei Autos über fünf Jahren auch den Unterbodenschutz auffrischen zu lassen – eine Arbeit, die man ob ihrer Klebrigkeit besser nicht selbst erledigt. Noch besser wäre es, gleich zum Aufbereiter zu fahren und diese Arbeit mit einer Kaltwachsversiegelung zu kombinieren – denn der Heißwachs, der in der Waschstraße aufgetragen wird, hält bei winterlichen Bedingungen nur einige Tage.

5. Gummi-Fußmatten hinein

Der Stoffbezug eines Fahrzeug-Innenraums ist angesichts dessen, dass man dort direkt mit Straßenschuhen einsteigt, bemerkenswert schlecht gegen den damit einhergehenden Schmutz geschützt. Insbesondere Stoff-Fußmatten, wenn man Schneematsch oder halbverfaultes Herbstlaub unter den Sohlen hat. Daher sollte man die Gelegenheit nutzen, seine normalen Fußmatten einzulagern und gegen robuste Stücke aus Gummi auszutauschen.

6. Scheibenwischertausch

Der erste Frost ist nicht nur häufig das Aus für altersschwache Batterien, sondern auch für Scheibenwischer. Deren dünne Gummilippen werden bei Kälte nicht minder steif als Reifen (weshalb Winterreifen eine weichere Gummimischung aufweisen). Und sobald man unterhalb von zehn Grad wischt, neigen alte, sowieso schon poröse Wischergummis dazu, an zahllosen Stellen einzureißen. Das Ergebnis: Schlieren, schlechte Sicht, Unfallgefahr. Selbst hochwertige Marken-Wischer sollte man jedes Jahr austauschen. Jetzt ist die richtige Gelegenheit dazu, noch bevor das Wetter wirklich ernsthaft herbstlich wird.

7. Winter-Notfallkiste zusammenstellen

Es ist gerade einmal ein halbes Jahr her, da vermeldeten wir, dass in Osthessen die Autobahnen nach einem späten Wintereinbruch viele Stunden lang vollkommen dicht waren. Und das wird auch in diesem Winter mutmaßlich wieder passieren. Bis die Polizei sich durchgeboxt hat, können Ewigkeiten vergehen. Daher sollte man jetzt schon eine Notfallkiste für den Kofferraum bereitlegen. Darin gehört folgendes: 

  • Ein Paar richtig dicke Wollsocken, ggf. sogar gefütterte Gummistiefel aus dem Angelbedarf (falls man bei starkem Schnee aussteigen muss und nur Sneaker trägt) 
  • Eine warme Decke für die Beine 
  • Eine dick gefütterte Jacke / Thermopullover 
  • Strickmütze und Handschuhe 
  • USB-Stecker für den Zigarettenanzünder und zum Handy passendes Ladekabel 
  • Eine LED-Stirnlampe 
  • Etwas (Analoges) zu Lesen 
  • Rote Knicklichter als batterieunabhängige Pannenleuchten 
  • Eine Tüte Studentenfutter

 Bitte allerdings keine Getränkeflaschen in die Kiste packen. Nachts kann es auch im Kofferraum frostig werden. Mit etwas Pech platzt einem die Flasche dann und man merkt es erst, wenn man das nächste Mal wieder die Heckklappe öffnet. Bei gleicher Gelegenheit sollte man sich übrigens auch Eiskratzer und Co. wieder in den Kofferraum packen – die wird man auch ohne Stau brauchen.

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare