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Der erst 25-jährige Larossi Abballa soll sein Attentat über Facebook übertragen haben.

News-Blog zu Terror-Angst in Frankreich

Unternehmen kooperiert: Kein Platz für Terror auf Facebook

Paris - In der Nacht auf Dienstag tötet ein IS-Anhänger einen Polizisten und nimmt in dessen Haus seine Freundin sowie seinen Sohn als Geisel. Als die Polizei das Haus stürmt, ist auch die Frau tot. Alle Entwicklungen in unserem News-Blog.

Update vom 29. Juni 2016: Ein erneuter Terroranschlag hat die türkische Metropole Istanbul erschüttert. Diesmal richteten Selbstmordattentäter ein Blutbad am Atatürk-Flughafen an - dort, wo internationale Passagiere ankommen. Wir berichten über den Terror in Istanbul im Live-Ticker.

  • Ein IS-Anhänger hat im Umland von Paris einen Polizisten mit einem Messer getötet.
  • Nach der Attacke verschanzte sich der Täter in dem Haus des Polizisten und nahm die Ehefrau des Polizisten sowie den dreijährigen Sohn des Paares als Geisel.
  • In der Nacht stürmten Spezialkräfte der Polizei das Gebäude und erschossen den Angreifer.
  • In dem Haus wurde dann die Leiche der Lebensgefährtin gefunden. Der Sohn überlebte.
<<<AKTUALISIEREN>>>

+++ Nach dem Terroranschlag in den USA und der tödlichen Messerattacke bei Paris haben sich die Barack Obama und Francois Hollande gegenseitig ihrer Anteilnahme versichert.

+++ Facebook hat eine enge Kooperation mit den französischen Behörden zugesagt: "Terroristen und Terrorakte haben keinen Platz auf Facebook", erklärte das Unternehmen am Dienstag (Ortszeit). Das Netzwerk arbeite eng mit den französischen Behörden zusammen, die das "schreckliche Verbrechen" aufklärten. 

+++ Nach dem mutmaßlich terroristischen Doppelmord in Frankreich haben Ermittler drei Männer aus dem Umfeld des Angreifers in Polizeigewahrsam genommen. Es handele sich um Männer im Alter von 27, 29 und 44 Jahren, sagte der Pariser Staatsanwalt François Molins am Dienstag. Nähere Details nannte er nicht. Innenminister Bernard Cazeneuve hatte zuvor gesagt, es gehe nun darum, mögliche Komplizen zu finden.

+++ Der mutmaßliche Terrorist soll seine Attacke auf eine Polizistenfamilie nahe Paris über seinen Facebook-Account übertragen haben. Das berichtete der als Dschihadismus-Experte geltende Journalist David Thomson, der für den französischen Sender RFI arbeitet, auf seinem Twitter-Account. Andere Medien beriefen sich auf entsprechende Angaben von Ermittlern. Der Attentäter soll auch Fotos seiner Opfer gepostet haben. Eine Bestätigung für die Informationen gab es bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Paris zunächst nicht. Der Facebook-Account soll gelöscht worden sein.

+++ Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat den islamistischen Angriff auf einen Polizisten in Frankreich mit scharfen Worten verurteilt. Der Angriff führe so kurz nach dem schrecklichen Anschlag in Orlando erneut vor Augen, "welche mörderischen Konsequenzen blinder Hass gegenüber Anderen und extremistisches Gedankengut in der Gesellschaft hat", sagte Steinmeier am Dienstag am Rande seines Besuchs in Albanien der Nachrichtenagentur AFP.

"Ich verurteile diesen feigen Anschlag auf das Schärfste. Terror ist durch nichts zu rechtfertigen." Deutschland stehe fest an der Seite "unserer französischen Freunde, der Angehörigen und Freunde der Opfer".

+++ Wie ein Sprecher des Innenministeriums berichtet, haben die Spezialkräfte vor der Stürmung versucht, mit dem Täter zu verhandeln. Dies führte jedoch zu keinem Ergebnis, weswegen der Befehl zur Erstürmung des Hauses gegeben worden sei. Während des Einsatzes waren Detonationen zu hören, berichtete ein AFP-Reporter.

IS bekennt sich zu Geiselnahme in Paris

Larossi Abballa tötete einen Polizisten mit einem Messer.

+++ Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat die blutig verlaufene Geiselnahme in Paris als Tat eines ihrer Aktivisten bezeichnet. Die auf die Auswertung islamistischer Nachrichtenseiten im Internet spezialisierte SITE-Gruppe aus den USA zitierte in der Nacht zu Dienstag eine Meldung der Nachrichtenagentur Amaq: "Kämpfer des Islamischen Staats tötet Vizechef der Polizeistation von Les Mureaux und seine Frau mit Stichwaffen nahe Paris." Amaq gilt als Sprachrohr des IS. Belege für eine Verbindung des Täters zum IS legte Amaq nicht vor.

+++ Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hat den tödlichen Angriff auf eine Polizistenfamilie als „abstoßenden Terrorakt“ bezeichnet. Zum Stand der Ermittlungen äußerte er sich am Dienstagmorgen nach einem Treffen mit Präsident François Hollande im Élyséepalast nicht. Cazeneuve verwies auf die Pariser Staatsanwaltschaft.

An der kurzfristig angesetzten Sitzung nahmen auch Premierminister Manuel Valls und Justizminister Jean-Jacques Urvoas teil. Cazeneuve betonte erneut die hohe Terrorgefahr in Frankreich, Europa und dem Westen insgesamt. Seit Jahresanfang hätten französische Anti-Terror-Ermittler mehr als 100 Verdächtige festgenommen. Der Minoster wollte sich am Vormittag in die Kommissariate von Les Moreaux und Mantes-la-Jolie begeben, wo die beiden getöteten Beamten gearbeitet hatten.

Täter war wegen Terrorismus vorbestraft

+++ Der mutmaßliche Polizistenmörder war nach französischen Medienberichten wegen Terrorismus vorbestraft. Es handele sich um einen 25-jährigen Franzosen, der 2013 zu drei Jahren Haft verurteilt worden sei, berichteten die Zeitung „Le Monde“ und der Sender Europe 1 übereinstimmend. Sechs Monate der Strafe seien zur Bewährung ausgesetzt worden.

In dem Prozess ging es demnach um ein Netzwerk, das Dschihadisten in das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet brachte. Der Mann sei wegen „krimineller Vereinigung zur Vorbereitung von Terrorakten“ schuldig gesprochen worden, so „Le Monde“ unter Berufung auf Justizkreise.

Eine offizielle Bestätigung für diese Informationen gab es zunächst nicht.

+++ Die getötete Frau war selbst Beamtin des Innenministeriums und arbeitete nach Angaben des Staatsanwalts von Versailles, Vincent Lesclous, als Sekretärin im Polizei-Kommissariat der nahegelegenen Stadt Mantes-La-Jolie. Ihr Mann war laut „Parisien“ stellvertretender Chef der Kriminalpolizei im ebenfalls nahegelegenen Les Mureaux.

Polzistenmörder nimmt Frau und Sohn als Geisel

+++ Bei der Attacke auf den Polizisten vor dessen Haus in der Gemeinde Magnanville soll der Mann laut Augenzeugen auf Arabisch „Allah ist groß“ gerufen haben, wie die Zeitung „Le Parisien“ berichtete. Dann habe er die Frau und den dreijährigen Sohn als Geiseln genommen. Das Kind wurde von den Polizisten befreit und blieb unversehrt, stand aber unter Schock.

+++ Während des tödlichen Angriffs auf eine Polizistenfamilie in Frankreich hat sich der Täter auf die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) berufen.

Die Attacke genau sieben Monate nach den Pariser Terroranschlägen vom 13. November fällt mit der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich zusammen, die aus Furcht vor Anschlägen von Zehntausenden Polizisten geschützt wird.

dpa/AFP

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