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Gedenken an die Opfer von Orlando in Manila.

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Orlando-Blutbad: Homosexuelle werfen Bundesregierung mangelnde Solidarität vor

Orlando - In einem Schwulenclub im Zentrum von Orlando steht plötzlich ein Bewaffneter auf der Tanzfläche und schießt. 50 Menschen werden getötet, Dutzende verletzt. Alle Entwicklungen im News-Blog.

  • Beim folgenschwersten sogenannten „shooting“ in der Geschichte der USA sind laut dem Bürgermeister von Orlando in der Nacht zum Sonntag 50 Menschen in einem Schwulen-Club in Florida getötet worden. 53 weitere Besucher des Clubs "Pulse" wurden verletzt, viele davon seien in kritischem Zustand.
  • Der Täter hatte anschließend mehrere Geiseln genommen. Er starb in einem Feuergefecht mit Polizisten, nachdem Spezialkräfte der Polizei die Bar am frühen Morgen stürmten.
  • Die US-Bundespolizei FBI stufte die Tat als möglichen "Terrorakt" ein und erklärte, der in den USA geborene Täter mit afghanischen Wurzeln habe möglicherweise Verbindungen zum Islamismus gehabt. Doch auch Hass auf Homosexuelle sei ein mögliches Motiv.
  • Am Sonntagabend bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" zu dem Anschlag von Orlando.
  • BKA prüft mögliche Verbindungen nach Deutschland.

<<<AKTUALISIEREN>>>   

+++ Nach dem Anschlag auf einen bei Homosexuellen beliebten Club in Orlando mit dutzenden Toten hat der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Berlin-Brandenburg der Bundesregierung und der Berliner Landesregierung mangelnde Solidarität vorgeworfen. Bisher seien "alle Aktivitäten zu Orlando ausschließlich von der Zivilgesellschaft ausgegangen", erklärte der LSVD am Mittwoch. "In mehreren Erklärungen von Regierungsseite" seien hingegen "erstaunlicherweise die Worte lesbisch, schwul, bisexuell und transgeschlechtlich vermieden" worden. Der LSVD vermisse "ein deutliches Zeichen der Solidarität mit Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender von Seiten der Berliner Landesregierung und der Bundesregierung", hieß es weiter. 

+++ Was wusste die Frau des Orlando-Attentäters von seinen schrecklichem Plan? Sie sieht einer Anklage entgegen. Während sein Vater dem Club eine Mitschuld gibt, könnte Bewegung in das Waffenrecht kommen.

Landesgeschäftsführer Jörg Steinert habe sich daher mit einem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) gewandt und beide zum Handeln aufgefordert. "Während der Eiffelturm in Paris und die Stadtverwaltung in Tel Aviv in Regenbogenfarben erstrahlen, leuchtet kein Regenbogen am Brandenburger Tor", kritisierte der LSVD.

+++ Hatte der Killer von Orlando eine Komplizin? Seine Ehefrau, die 30-jährige Noor S., soll laut Berichten mehrerer Medien bei ihren Vernehmungen durch die US-Bundespolizei FBI ausgesagt haben, sie habe versucht, ihren Mann von den Anschlagsplänen abzubringen. Das würde bedeuten, dass sie über die Planungen informiert war.

Eine FBI-Sprecherin sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP: "Das würde ich nicht bestätigen. Wir werden nicht über im Fluss befindliche Angelegenheiten oder Teile der Ermittlungen sprechen."

Andere Medien berichten, Noor S. müsse laut einem FBI-Insider mit einer Anklage wegen Beihilfe zu 49-fachen Mordes und 53-fachen versuchten Mordes rechnen. Laut des TV-Senders „Fox News“ prüft die Staatsanwaltschaft sogar, ob der Tatbestand des versuchten Mordes gegeben ist – sprich dass Noor S. vorsätzlich die Behörden nicht von einer drohenden Terrorattacke unterrichtet hatte.

Obama kritisiert Trump: "Leeres Geschwätz"

+++ Trump spaltet das Land - so lautet der Vorwurf von US-Präsident Barack Obama gegen den voraussichtlichen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner. Sein Gerede über Einreisestopp für Muslime und seine Achtlosigkeit bringe Amerikaner gegen Amerikaner auf. 

Nur wenige Tage nach dem blutigen Attentat in Orlando wehrt sich Obama zum ersten Mal vehement gegen Trump. Der warf ihm wiederholt vor, radikalen Islamismus nicht beim Namen nennen zu wollen. Obamas Konter: Wie er Terrorismus benenne, spiele keine Rolle. "Was genau würde es bringen, den Islamischen Staat "radikale Islamisten" zu nennen? Das soll das Problem sein? Würde das mehr Alliierte bringen, steckt eine Strategie dahinter?"

Diese Vorhalte seien ein politisches Ablenkungsmanöver und leeres Geschwätz. "Glaubt wirklich irgendjemand, wir wüssten nicht, wen wir bekämpfen?", rief Obama. "Wir können ja die Tausenden Terroristen fragen, die wir von den Schlachtfeldern geholt haben."

+++ Wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Medienberichte schreibt, hatte Mateen auch das berühmte Disneyland in Orlando als Anschlagsziel im Blick.

+++ Die Frau des Todesschützen von Orlando wollte ihren Mann nach Informationen des US-Senders NBC angeblich von seiner Tat abhalten. Das habe sie dem FBI gesagt, berichtete der Sender am Dienstag ohne nähere Angaben von Quellen. Sie sei bei ihm gewesen, als Omar Mateen Munition und ein Holster gekauft habe. Weiterhin habe die Frau angegeben, ihren Mann einmal zu dem Club gefahren zu haben, der am Sonntag Ziel des Terroranschlags wurde, bei dem Mateen mindestens 49 Menschen erschoss. Ihr Mann habe das „Pulse“ auskundschaften wollen, habe sie gesagt.

Gibt es eine Verbindung nach Deutschland?

+++ Wie die "Rheinischen Post" berichtet, könnte die Spur des Orlando-Massakers nach Deutschland führen. Das bestätigte das Bundeskriminalamt, das in Kontakt mit den US-Behörden steht. Demnach könnte der Vater des bei der Schießerei getöteten Omar Mateen eine Verbindung nach Düsseldorf haben. So habe er scheinbar vor drei Jahren ein Spendenkonto bei der Stadtsparkasse Düsseldorf einrichten lassen.

Nach Informationen der „Rheinischen Post“ hatte er in einem Video im Internet-Portal Youtube vor drei Jahren ein Spendenkonto bei der Stadtsparkasse Düsseldorf angegeben. Ausweislich einiger Facebook-Videos ist Mateen senior eine etwas illustre Figur, scheint den Arrest afghanischer Politiker anordnen zu wollen und mit den radikalislamischen Taliban zu sympathisieren.

+++ Auch wenn sich der Angreifer Omar Mateen als Gefolgsmann von IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi bezeichnete und die Dschihadistenmiliz ihrerseits ein einer Erklräung den 29-Jährigen einen "Solaten des Kalifats" nante, vermutet das FBI dennoch, dass Mateen als "einsamer Wolf" handelte.

Mateen habe sich wohl über das Internet radikalisiert. Es werde aber auch weiter ermittelt, welche Rolle "homophober Fanatismus" gespielt habe, sagte FBI-Chef James Comey. Das FBI hatte Mateen drei Mal wegen islamistischer Tendenzen vernommen, die Ermittlungen aber aus Mangel an Beweisen eingestellt.

Attentäter suchte offenbar selbst Kontakt in der Schwulenszene

+++ Die Frau des Attentäters Noor Zahi Salman verweigert bislang die Zusammenarbeit mit den Ermittlern. Seine Ex-Frau Sitora Yusufiy sagte dagegen aus, Mateen habe sie geschlagen. Mateens Vater ist eine schillernde Figur in der politischen Gemeinschaft der afghanischen Minderheit in den USA. Er unterhält eine eigene TV-Show mit Videos auf Youtube, in der er tief konservative Ansichten vertritt und auch die radikalislamischen Taliban bereits gelobt hat.

+++ Zwei Tage nach dem tödlichen Angriff auf den Nachtclub "Pulse" in Orlando mehren sich Hinweise darauf, dass der Attentäter selbst Kontakt zur Schwulenszene suchte. US-Medienberichten (Montagsausgaben) zufolge besuchte Omar Mateen regelmäßig das "Pulse" und nutzte Schwulen-Dating-Apps. Nach vorläufigen Erkenntnissen der US-Ermittler handelt es sich bei dem 29-Jährigen um einen islamistisch radikalisierten Einzeltäter ohne Zugehörigkeit zu irgendeinem Extremistennetzwerk.

"Pulse"-Gast Ty Smith sagte der Zeitung "Orlando Sentinel", Mateen habe in dem Club manchmal allein getrunken, manchmal "war er so betrunken, dass er laut und aggressiv wurde". Er habe Mateen mindestens ein Dutzend Mal in dem Club gesehen. "Wir haben nicht viel mit ihm geredet, aber ich kann mich erinnern, dass er mal etwas über seinen Vater gesagt hat." Auch habe der Sohn afghanischer Einwanderer erzählt, dass er Frau und Kinder habe.

UN fordern schärfere Waffengesetze in den USA

+++ Die Vereinten Nationen drängen die USA zu strengeren Waffenkontrollgesetzen, um nach der Tragödie von Orlando weitere tödliche Attentate zu verhindern. „Es ist schwer, eine rationale Begründung zu finden, die erklärt, wieso Menschen dort so einfach Schusswaffen kaufen können“, sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad Al-Hussein, am Dienstag in Genf. Die USA müssten ihrer Verpflichtung nachkommen, seine Bewohner vor solchen Angriffen zu schützen. Die Attacken seien zu verhindern und würden durch zu lasche Waffenkontrollen entstehen.

„Unverantwortliche Pro-Waffen-Propaganda legt nahe, dass Waffen die Gesellschaft sicherer machen, wenn alle Hinweise das Gegenteil anzeigen“, so Said.

+++ Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat das blutige Attentat auf einen Homosexuellen-Nachtclub in Florida scharf verurteilt. In der am Montag (Ortszeit) von den 15 Mitgliedsstaaten einstimmig verabschiedeten Erklärung war von einem "Terrorangriff" die Rede, dem "Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung" zum Opfer gefallen seien. Dem Votum waren nach Diplomatenangaben schwierige Verhandlungen vorangegangen, weil sich die Ratsmitglieder Russland und Ägypten zunächst gegen einen Verweis auf die sexuelle Orientierung der Opfer gesträubt hätten.

Der stellvertretende UN-Botschafter der USA, David Pressman, kritisierte die fortbestehenden Vorbehalte mancher UN-Mitglieder gegen den Schutz der Rechte von Schwulen und Lesben. Die Weltgemeinschaft müsse sich auf die "grundlegende Prämisse einigen, die universelle Würde aller Menschen zu wahren, ungeachtet wen sie lieben". Es reiche nicht aus, "nur die Terroristen zu verurteilen, die diese Menschen töten".

+++ US-Präsident Barack Obama wird an diesem Donnerstag nach Orlando reisen, um Opfern und Hinterbliebenen des dortigen Terroranschlags vom Wochenende seinen Respekt zu zollen. Das gab das Weiße Haus am Montag bekannt. Einzelheiten zu der Reise seien noch nicht bekannt, sagte Obamas Sprecher Josh Earnest. Der Präsident wolle seine Solidarität mit denen zeigen, die sich nach den Ereignissen wieder fangen müssten. In der Nacht auf Sonntag hatte ein 29 Jahre alter Attentäter in einem vor allem von Homosexuellen besuchten Nachtclub um sich geschossen. 49 Unschuldige starben, Polizisten erschossen auch den Täter.

Attentäter besuchte "pulse"-Club wohl häufiger

+++ Der Attentäter von Orlando soll den bei Homosexuellen beliebten Club "Pulse" häufiger zu Gast gewesen sein, in dem er später das Blutbad anrichtete. Ein Augenzeuge berichtete dem „Orlando Sentinel“, er habe ihn mindestens ein Dutzend Mal in dem Club gesehen. Andere Augenzeugen erklärten, Mateen habe auch eine bei Schwulen populäre Dating-App benutzt, mit der er Bekanntschaften für Begegnungen gesucht habe.

+++ Der Attentäter von Orlando handelte nach vorläufigen Erkenntnissen der US-Ermittler nicht auf Anweisung aus der Führung der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Der Direktor der Bundespolizei FBI, James Comey, sagte am Montag, es gebe keinerlei Hinweis darauf, dass der Terroranschlag auf einen Schwulenclub von außerhalb der USA gesteuert worden sei. Ebensowenig gebe es Indizien dafür, dass der Attentäter Omar Mateen "irgendeinem Netzwerk angehört" habe.

+++ Nach dem Anschlag von Orlando hat der voraussichtliche republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump angekündigt, bei einem Wahlsieg die Einreise aus allen Staaten zu stoppen, die unter Terrorverdacht stünden. Bis geklärt sei, wie die Terrorbedrohung beendet werden könne, werde er die Einreise aus allen Staaten "mit einer erwiesenen Geschichte des Terrorismus gegen die Vereinigten Staaten, Europa oder unsere Verbündeten" unterbinden, sagte Trump am Montag.

Vater des Attentäters mit homophoben Äußerungen

+++ Der Vater des Attentäters von Orlando hat mit homosexuellen-feindlichen Äußerungen Zweifel an seiner zuvor geäußerten Bestürzung über die Bluttat seines Sohnes aufkommen lassen. In einem am Montag ins Online-Netzwerk Facebook gestellten Video sagt Seddique Mateen in der Sprache Dari: "Es ist Sache Gottes, Homosexuelle zu bestrafen. Nicht die seiner Diener." Die Äußerungen lassen seine gleichzeitigen Beteuerungen, er sei "tief traurig" über die Tat seines Sohnes, der "gut und gebildet" sei, in einem anderen Licht erscheinen.

+++ Dasiranische Außenministerium hat das Massaker in Orlando verurteilt. In einer Presseerklärung am Montag forderte Teheran eine ernsthafte und globale Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Terrorismus - dieses „teuflischen Phänomens“, wie es hieß.

+++ Die demokratische PräsidentschaftsbewerberinHillary Clinton hat sich nach dem Massaker mit 50 Toten erneut für ein strengeres Waffengesetz in den USA ausgesprochen. Sie sei zwar der Meinung, dass gesetzestreue Bürger ein Recht hätten, eine Waffe zu tragen, sagte Clinton am Montag dem Sender CNN. "Aber wir können Maßnahmen ergreifen, damit Waffen nicht in die Hände von Kriminellen und Terroristen fallen."

+++ Nach dem Attentat wird gegen weitere Personen ermittelt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft habe auf einer Pressekonferenz erklärt, dass Durchsuchungsbefehle ausgestellt wurden, berichtet "sueddeutsche.de". Demnach soll von den betroffenen Personen keine Gefahr ausgehen. "Wir werden keinen Stein auf dem anderen lassen", habe ein Speziagent des FBI gesagt.

Kölner Polizei: Keine besondere Gefahr an Christopher-Street-Day

+++ Die Kölner Polizei geht nach dem Anschlag auf einen Club für Schwule und Lesben in den USA nicht von einer besonderen Gefahr für die Teilnehmer des Christopher-Street-Day (CSD) in der Domstadt aus. „Wir haben derzeit keine konkreten Hinweise auf eine spezielle Gefährdung“, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Man werde solche Ereignisse bei der Lageeinschätzung natürlich berücksichtigen, erklärte die Kölner Polizei. „Bis zum CSD kann sich die Gefahrenlage natürlich noch ändern.“

Am 3. Juli wollen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender unter dem Motto „anders.Leben!“ in einer Parade durch die Kölner Innenstadt ziehen. Die Veranstalter rechnen mit etwa 800 000 Zuschauern.

+++ Nach den Israelis bekunden auch diePalästinenser ihre Solidarität mit dem amerikanischen Volk: „Die Regierung von Palästina verurteilt diesen sinnlosen Akt des Terrors und des Hasses in Orlando, Florida“, teilte Ministerpräsident Rami Hamdallah am Montag mit. „Die Palästinenser stehen an der Seite der Amerikaner in dieser schwierigen Zeit."

+++ Am Tag nach dem schlimmsten Terrorangriff eines Einzeltäters in den USA seit 9/11 sind viele Fragen unbeantwortet. Fest steht nur eines: Aus einem weithin unauffälligen US-Bürger wurde ein Massenmörder.

Grüne kritisieren Trump

+++ "Er ging zu jedem Einzelnen, der am Boden lag und schoss auf ihn - um sicher zu gehen, dass er tot ist", sagt ein Opfer, das überlebte.

+++ Die Grünen haben die Reaktion des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump auf das Massaker von Orlando mit 49 Todesopfern scharf verurteilt. „So ein Attentat zu nutzen, das ist erbärmlich, das ist widerlich“, sagte Parteichefin Simone Peter am Montag in Berlin. Der US-Präsidentschaftsbewerber hatte nach dem Massenmord in einem Nachtclub im US-Staat Florida den Rücktritt von Präsident Barack Obama gefordert und erneut verlangt, Muslimen die Einreise zu verweigern.

„Wir setzen darauf, dass die amerikanische Gesellschaft sich dagegen wehrt, dass hier Menschen stigmatisiert werden“, sagte Peter. Das Massaker verurteilte sie als Angriff auf eine offene Gesellschaft.

+++ Schwulenbars im Zentrum Londons wollen am Montagabend zum Gedenken an die Opfer des Massakers in Orlando eine Mahnwache abhalten. Die Lokale im Stadtteil Soho sollten ab 19 Uhr (Ortszeit) eine Stunde lang geschlossen bleiben, wie Tom Knight, Organisator der Initiative, der Zeitung „Gay Times“ sagte. Die Gedenkstunde gebe Londonern die Möglichkeit, „in dieser verheerenden Zeit Respekt zu zeigen, zusammenzustehen und Solidarität zu bekunden“. Auch für das Londoner Gay-Pride-Festival am 25. Juni sei eine Schweigeminute geplant, hieß es. 

+++ Ermittler rätseln weiterhin über das Motiv des Attentäters. Laut seiner Ex-Frau wollte er Polizist werden. Freunde beschreiben Mateen als gewalttätig und psychisch instabil.

+++ Weltstars wie Madonna und Justin Timberlake lassen auf Twitter ihrer Wut und ihrer Trauer freien Lauf.

Fast alle Opfer identifiziert

+++ Die Polizei hat zur Befreiung der Geiseln des Todesschützen von Orlando mit einem gepanzerten Fahrzeug ein Loch in die Außenmauer gerammt. Polizeichef John Mina sagte am Montag in Orlando im US-Bundesstaat Florida, die Beamten hätten erst versucht, ein Loch in die Wand zu sprengen, um Menschen zu befreien, die der Todesschütze in einen Waschraum gesperrt habe.

Die Explosion habe jedoch nicht ausgereicht, um einen Fluchtweg freizusprengen. Deshalb seien die Polizisten dann mit dem Fahrzeug gegen die Mauer gefahren. „Wir hatten zu diesem Zeitpunkt den Eindruck, dass sonst der Tod weiterer Menschen zu erwarten gewesen wäre“, fügte Mina hinzu. Anschließend hätten sich zahlreiche Besucher des Nachtclubs durch das Loch ins Freie gerettet. Auch der Todesschütze habe das Gebäude durch dieses Loch im Mauerwerk verlassen. Dabei habe er weiter geschossen.

Staatstrauer: Einen Tag nach dem Massaker hängen die Flaggen auf Halbmast.

+++ Neue Informationen: Der Angreifer von Orlando hat nach seinen ersten Schüssen beim Polizeinotruf 911 angerufen und sich dort zum Islamischen Staat bekannt. Das sagte der örtliche Polizeichef John Mina am Montagmorgen (Ortszeit) in Orlando vor Medien. Bisher hatte es verschiedene Angaben über den Zeitpunkt des Anrufs gegeben. Am Sonntag hatte es noch geheißen, Angreifer Omar Mateen habe sich vor seiner Tat zum IS bekannt. Mina sagte, Mateen habe vermutlich aus einer Toilette angerufen, in der er sich verschanzt hatte. Im Auto Mateens wurde eine dritte Waffe gefunden, die bisher nicht näher bezeichnet wurde.

+++ Ermittler haben die Zahl der Opfer mit 49 angegeben. Der 50. Tote sei der Angreifer, sagten Vertreter der Polizei am Montagmorgen (Ortszeit) vor Medien in Orlando. 48 der 49 Opfer seien identifiziert.  

+++ "Ich werde sterben", schrieb eines der späteren Opfer seiner Mutter per SMS. Man kann nur erahnen, was für entsetzliche Szenen sich in den verzweigten Gängen des Clubs "Pulse" abspielten.

IS-Radiosender: "Gott hat Omar Mateen geholfen"

+++ Der Todesschütze von Orlando war nach Darstellung des IS-Radiosenders Al-Bajan ein Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat. „Gott hat Omar Mateen geholfen“, einen Angriff gegen Kreuzfahrer in einem Nachtclub auszuführen, berichtete der Sender. Al-Bajan gilt als offizielles Verlautbarungsorgan der Dschihadisten in ihrem Herrschaftsbereich in Syrien und dem Irak. Es wurde nicht gesagt, dass die Tat von der Führungsebene des IS geplant und in Auftrag gegeben wurde. 

US-Behörden bestätigen dies noch nicht - sie prüfen derzeit Verbindungen des Attentäters zum IS. Die Bundespolizei FBI erklärte jedoch, der von den Ermittlern als Omar Mateen identifizierte Mann habe sich in einem Anruf bei der Polizei im unmittelbaren Zusammenhang mit der Bluttat zum Islamischen Staat bekannt. 

Bereits am Sonntag zuvor hatte eine IS-nahe Nachrichtenagentur berichtet, der Attentäter von Florida, der mindestens 50 Menschen getötet hat, sei ein Dschihadist der Terrormiliz. Mateen soll sich bei der Polizei im Zusammenhang mit den Schüssen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt haben.

+++ Einen Tag nach der schlimmsten Bluttat eines Einzelschützen in der US-Geschichte ist manches bekannt. Viele Fragen jedoch sind unbeantwortet.

+++ Während führende Politiker aller Länder ihr Beileid aussprechen, sucht US-Wahlkämpfer Donald Trump bereits Schuldige - und fordert, Barack Obama solle zurücktreten. Auch gegen Clinton teilt er aus.

Regenbogenfarben für die Opfer von Orlando: Das One World Trade Center in New York.

+++ Solidaritätsbekundungen auch aus Israel: Staatspräsident Reuven Rivlin sprach von einem „feigen und abscheulichen Angriff“, wie sein Büro am Montag mitteilte. Auch Regierungschef Benjamin Netanjahu verurteilte die „bösartige Attacke“. Das Gebäude der Tel Aviver Stadtverwaltung war am Sonntagabend abwechselnd in Regenbogenfarben und in den Farben der US-Flagge erleuchtet. So auch das One World Trade Center in New York oder das New Yorker Rathaus. 

In Paris wird am Montagabend der Eiffelturm bunt beleuchtet. Außerdem sollen am Rathaus der französischen Hauptstadt eine Regenbogenfahne und eine US-Fahne gehisst werden, wie Bürgermeisterin Anne Hidalgo sagte. Der Eiffelturm in Paris wird immer wieder zu besonderen Anlässen in verschiedenen Farben beleuchtet - auch als Zeichen der Trauer. So erstrahlte das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt nach den Anschlägen von Paris vom 13. November mit 130 Toten in den französischen Landesfarben Blau-Weiß-Rot, so wie zahlreiche andere Monumente in aller Welt.

"Ein Moment der Wahrheit"

+++ Die Reaktionen der internationalen Presse auf das Massaker fallen unterschiedlich aus: 

"La Repubblica" aus Rom schreibt: "Das Blutbad (...) wird nicht nur die Debatte in den USA über Terrorismus, Waffen und den Islam beeinflussen, sondern natürlich auch die im November anstehende Präsidentschaftswahl. (...) Terroranschläge haben gewöhnlich zur Folge, dass sich die öffentliche Meinung nach rechts verlagert, zumindest kurzfristig. Aber diese Tat wird auch die Debatte um den einfachen Zugang zu Waffen wieder anfachen, ein Thema, das Hillary Clinton oft in ihrem Wahlkampf aufgegriffen hat.“

„Mit Blick auf das Urteil der Geschichte wird (US-Präsident) Barack Obama seine Strategie und seine Ziele im Krieg gegen den Islamischen Staat (IS) überdenken müssen, er, der das Feld in den vergangenen Monaten faktisch dem Russen (Präsident) Wladimir Putin überlassen hat. In den USA werden sich der islamistische Terrorismus und die Waffenkontrolle als Themen aufdrängen. Für einen demokratischen Präsidenten, der darauf bedacht ist, den Amerikanern ein „Vermächtnis“ zu hinterlassen, ist dies ein Moment der Wahrheit", schreibt die französische Tageszeitung "Le Figaro". 

The Guardian“ kritisiert im Zuge dessen den leichten Zugang der Amerikaner zu Waffen: „Die furchtbare Wahrheit ist, dass die amerikanische Gesellschaft stärker durch derartige Angriffe gefährdet ist, weil sie glaubt, dass Freiheit auch den leichten Zugang zu tödlichen Waffen erfordert. Es stimmt zwar, dass nicht Waffen Menschen töten, wie es in einem Slogan heißt, sondern dass dies Menschen mit Waffen tun. Aber sie tun es nun einmal sehr viel schneller und effektiver als dies Menschen ohne Waffen machen könnten."

Von einer neuen Form des Terrorismus schreibt "El País" aus Spanien: "Das Blutbad von Orlando beweist, unter welcher Bedrohung wir heute leben. Wir haben es mit einer neuen Form des Terrorismus zu tun. Von den Botschaften des islamischen Radikalismus beeinflusste Täter versuchen, unter völlig wehrlosen Menschen und Gruppen einen möglichst großen Schaden anzurichten."

+++ Die größte Muslimorganisation der USA hat das Massaker von Orlando aufs Schärfste verurteilt. „Es gibt für solch ein Verbrechen keinerlei Rechtfertigung“, sagte Nihad Awad vom CAIR (Council On American-Islamic Relations) am Sonntag in Washington vor Medien. Er sagte: „Wie kann so jemand glauben, für uns zu sprechen? Er ist das Gegenteil von allem, wofür wir stehen, als Muslime und als Amerikaner.“ Der Täter von Orlando sei auch nach islamischem Recht ein Gesetzloser.

Ex-Frau des Attentäters: "Er hat mich geschlagen"

+++ Die Ex-Frau des von den Ermittlern als Attentäter von Orlando identifizierten Omar M., Sitora Y., bezeichnete den 29-Jährigen als instabilen, aufbrausenden und bisweilen gewalttätigen Menschen. "Er hat mich geschlagen", berichtete sie der Washington Post. "Er kam nach Hause und schlug einfach zu. Weil die Wäsche nicht fertig war oder so was ähnliches. Er brauchte keinen echten Grund.“

Nach vier Monaten vertraute sich die Frau ihren Eltern an. Diese fuhren sofort nach Florida und holten ihre Tochter nach Hause. Heute ist Y. sich sicher: „Sie haben mir das Leben gerettet. Ich hatte großes Glück.“

Die gebürtige Uzbekin hatte M. 2009 im Internet auf einem Dating-Portal kennen gelernt, als dieser 21 war. Nach nur wenigen Wochen heirateten die beiden und zogen nach Florida, wo sie eine Dreiraumwohnung in Port Pierce bezogen. "Er schien ein ganz normaler Mensch zu sein", sagte Y. in dem Artikel und beschrieb M. als "Eigenbrötler, der viel Zeit im Fitnessstudio verbrachte." Demnach arbeitete er als Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma in einer Jugendhaftanstalt und besaß eine Waffe.

M. sei ein praktizierender Muslim gewesen, dabei aber nicht sehr religiös. "Es gab aber keinerlei Anzeichen" für eine Radikalisierung, sagte Y. Offiziell geschieden waren die beiden erst im Jahr 2011. 

+++ Der Imam von Fort Pierce, dem Wohnort M.s, berichtete, dieser habe drei bis vier Mal pro Woche am Abendgebet der Moschee seines Wohnorts teilgenommen. Er hätte "niemals erwartet", das M. eine solche Tat begehen könnte, sagte Syed Shafeeq Rahman. Vielleicht habe er sich unbemerkt im Internet radikalisiert.

+++ US-Präsident Barack Obama hat den Anschlag auf einen Nachtclub in Orlando als "Terrorakt" bezeichnet. Obama sagte am Sonntagabend nach der Bluttat mit mindestens 50 Toten im Bundesstaat Florida, "kein Akt des Terrors oder des Hasses" könne die Lebensweise der Menschen in den USA ändern. Der Präsident forderte seine Landsleute auf, "nicht der Angst nachzugeben". Zugleich ordnete Obama Trauerbeflaggung an öffentlichen Gebäuden an.

+++ Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS)hat sich zu dem Anschlag auf einen Nachtclub in Orlando bekannt. Wie die IS-Nachrichtenagentur Amaq am Sonntag unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle meldete, wurde der "Angriff, der einen Nachtclub für Homosexuelle in Orlando, Florida, zum Ziel hatte und mehr als 100 Tote und Verletzte zurückließ von einem Kämpfer des Islamischen Staats ausgeführt".

Video: 50 Tote bei Anschlag auf Schwulenbar in Orlando

Schütze von Orlando soll vor der Tat Polizei angerufen haben  

+++ Der Schütze von Orlando soll einem Medienbericht zufolge kurz vor seiner Tat beim Polizeinotruf 911 angerufen und sich zum Islamischen Staat bekannt haben. Das berichtete MSNBC unter Berufung auf Justizkreise. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür nicht.

+++ Der Schütze von Orlando, der in einem Schwulenclub mindestens 50 Menschen getötet hat, war der US-Bundespolizei FBI bekannt. Wie der Nachrichtensender CNN am Sonntag unter Berufung auf Justizkreise berichtete, hatte das FBI Omar M. als einen von vielen hundert Unterstützern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf dem Radar. Es gebe bisher aber keine gesicherten Erkenntnisse darüber, ob die Tat von Orlando politisch oder religiös motiviert war oder es sich um ein Verbrechen aus Schwulenhass handelte. Ein FBI-Ermittler sagte in Orlando vor Medien, man habe Anhaltspunkte, dass der Verdächtige einer bestimmten Ideologie zuneige, könne das aber nicht mit Gewissheit sagen.

+++ Der Vater des mutmaßlichen Attentäters von Orlando hat Hass auf Schwule als mögliches Motiv genannt, religiöse Beweggründe aber ausgeschlossen. "Dies hatte nichts mit Religion zu tun", sagte Mir Seddique am Sonntag dem Nachrichtensender CBS News. Sein Sohn, Omar Seddique M., sei kürzlich über eine Paar Männer aufgebracht gewesen, die sich vor seiner Frau und seinem Sohn geküsst hätten. "Wir wussten von nichts, wir sind ebenso schockiert wie das ganze Land", sagte Seddique, der im Namen der ganzen Familie für die Geschehnisse um Entschuldigung bat.

Bürgermeister ruft in Orlando den Notstand aus

+++ Der Bürgermeister von Orlando, Buddy Dyer, hat den Notstand in der Stadt ausgerufen. Er habe den Gouverneur von Florida gebeten, dies für den gesamten Staat zu tun, sagte Dyer am Sonntag vor Journalisten. Diese Ausnahmeregelung sollen die Ermittlungen erleichtern, an denen sowohl örtliche als auch Bundesbehörden beteiligt sind.

+++ Nach dem Massaker hat ein islamischer Gemeindeführer die Medien und Öffentlichkeit vor voreiligen Rückschlüssen gewarnt. Er reagierte auf Mutmaßungen, dass radikaler Islamismus bei der Bluttat eine Rolle gespielt haben könnte. Dies sei keine Zeit für Sensationsgeschichten, sagte der Leiter der Leiter der Islamischen Gesellschaft von Zentralflorida, Muhammad Musri, am Sonntag in Orlando. „Es ist ein schrecklicher Vorfall, wir trauern, unsere Herzen sind gebrochen.“ Nun müsse abgewartet werden, was die polizeilichen Ermittlungen an Fakten zutage förderten.

Angreifer war US-Bürger mit afghanischen Wurzeln

+++ Bei dem Angreifer handelte es sich laut US-Medienberichten um einen US-Bürger mit afghanischen Wurzeln. Omar M., Sohn afghanischer Eltern sei 1986 im Staat New York zur Welt gekommen und habe in Port St. Lucie in Florida, etwa 170 Kilometer südöstlich von Orlando gelebt, berichtete der Fernsehsender CBS News am Sonntag. Er sei vor dem Angriff nicht polizeibekannt gewesen und stehe nicht auf Terrorlisten der Regierung.

+++ US-Präsident Barack Obama ist am frühen Sonntagmorgen über die Bluttat in Orlando informiert worden. Das Weiße Haus teilte mit, man sei in Gedanken und Gebeten bei den Opfern und ihren Angehörigen. Obama habe seine Regierung gebeten, die Untersuchungen und die Stadt in Florida mit allem zu unterstützen, was nötig sei.

In einem Schwulenclub in Orlando im US-Bundesstaat Florida sind in der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) Schüsse gefallen. Laut der Polizei wurden dabei etwa 20 Menschen getötet, erklärte Polizeichef John Mina am Sonntag. 42 Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden.
Das FBI ermittelt wegen eines "Terrorakts". Das teilte die US-Bundespolizei am Sonntag mit. Möglicherweise habe der Angreifer "islamistische Tendenzen" gehabt. "Wir haben Hinweise, dass diese Person eine Neigung zu dieser bestimmten Ideologie hatte, können das aber noch nicht definitiv bestätigen", so FBI-Agent Ron Harper. Nichts werde ausgeschlossen: „Wir prüfen alle Aspekte.“

Täter trug "verdächtige Vorrichtung" am Körper"

Der Polizei zufolge hatte der Täter gegen 2.00 Uhr mit einer sturmgewehrähnlichen Waffe im Club „Pulse“ im Herzen der Stadt zu schießen begonnen. Zunächst habe sich ein einzelner Polizist mit ihm ein Feuergefecht geliefert, dann seien zwei weitere Beamte hinzugekommen. Einer von ihnen sei verletzt worden. Der Schütze habe dann Geiseln genommen. Die Polizei habe sich nach ungefähr drei Stunden zu einer gewaltsamen Befreiung entschieden.

Mina zufolge verschaffte sich die Polizei mit Hilfe eines Sprengsatzes Zugang. Der Täter sei in der Nähe einer Eingangstür gewesen und in einem Feuergefecht getötet worden. „Mindestens 30 Geiseln konnten durch die Aktion gerettet werden“, sagte Mina. Wie der Polizeichef weiter mitteilte, trug der Täter eine „verdächtige Vorrichtung“ am Körper, die untersucht werde.

Über den Schützen sagte der Polizeichef lediglich, dass er nicht aus Orlando stamme. Allem Anschein nach sei er „sehr gut organisiert und vorbereitet gewesen“. Es gab nach Minas Worten zunächst keine Hinweise darauf, dass der Schütze aus Hass gegen Homosexuelle handelte, aber natürlich werde auch in dieser Richtung ermittelt.

"Verlasst Pulse und rennt"

Der Club, in dem mehr als 300 Menschen eine „Latin Night“ feierten, eine Nacht mit lateinamerikanischer Musik, postete gegen 2.00 Uhr am Sonntagmorgen (Ortszeit) auf Facebook: „Verlasst Pulse und rennt“. 

Der Augenzeuge Ricardo Negron sagte im Sender Sky News, als die Schüsse begannen, hätten sich die Leute auf den Boden geworfen. Offenbar habe der Angreifer in die Decke geschossen. Glas zerbrechender Lampen sei herabgefallen. "Dann gab es eine kurze Pause bei den Schüssen, und einige von uns sind aufgestanden und zu Hinterausgang gerannt", sagte Negron.

"Ich sah keinen der Schützen. Ich sah nur Körper fallen", berichtete der Clubbesucher Christopher Hanson, der zu Beginn der Schießerei gerade an der Bar ein Getränk bestellte, dem Sender CNN. Er sei hingefallen und mit anderen Besuchern zum Hinterausgang gekrochen, um sich in Sicherheit zu bringen. "Als ich auf die Straße gelangte, waren da Leute, überall Blut", sagte Hanson.

Laut einem Mitschnitt des Notfallfunks wurden 42 Verletzte in Krankenhäuser von Orlando gebracht. Moore zufolge durchsuchte die Polizei mit Bombenspürhunden auch das Gelände rund um das Orlando Regional Medical Center (ORMC), in das die Schwerverletzten gebracht worden seien.

Bürgermeister Buddy Dyer sprach von einem „sehr schrecklichen“ Verbrechen. „Wir müssen stark bleiben“, rief er die Einwohner der Stadt auf.

Neue Diskussion um US-Waffenrecht?

Der Vorfall ereignete sich nur zwei Tage, nachdem in Orlando die Sängerin Christina Grimmie nach einem Konzert erschossen worden war. In den USA gibt es fast täglich Schießereien. Seit Jahresbeginn wurden laut der Internetseite Gunviolencearchive.org bereits mehr als 5800 Menschen durch Schusswaffen getötet, während mehr als 23.000 Vorfälle mit Schusswaffen gezählt wurden. Trotz der hohen Opferzahl hat die mächtige Waffenlobby bisher eine von US-Präsident Barack Obama angestrebte Verschärfung des Waffenrechts verhindert.

50 Tote nach Blutbad in US-Schwulenclub - Bilder

dpa/afp

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