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"Worum geht es eigentlich?"

Nach Dauerstreik: Post schreibt Wutbrief an Verdi

Bonn - "Worum geht es eigentlich?", fragt die Post in einem Wutbrief an die Gewerkschaft Verdi. Nach den wochenlangen Streiks hat die Post am Mittwoch eine ganzseitige Zeitungsanzeige mit einem offenen Brief geschaltet.

Seit Wochen warten viele Bürger in Deutschland vergeblich auf ihre Post. Oder sie wissen nicht, ob die Briefe ihr Ziel erreicht haben. Bei manch einem stehen vielleicht sogar Job oder Gesundheit auf dem Spiel, sollte eine Sendung nicht rechtzeitig ankommen. Nun hat sich die Deutsche Post mit deutlichen Worten an Verdi gewandt:

"Liebe ver.di,

Deutschland fragt sich nach 48 Streiktagen, worum es Euch beim Post-Streik eigentlich geht. Wir auch! Ihr habt den Tarifvertrag zur Wochenarbeitszeit gekündigt, um streikfähig zu sein, aber über unser konkretes Angebot wollt ihr nicht verhandeln? Ihr kämpft gegen die neuen Regionalgesellschaften, obwohl wir dort 6.500 Menschen mit unbefristeten Arbeitsverträgen zu Euren eigenen Tarifkonditionen eine Zukunft geben? Ihr fordert 140.000 Postmitarbeiter zum Streik auf, die von den Regionalgesellschaften nicht betroffen sind und für die sich nichts ändert?

Im Interesse unserer Mitarbeiter und Kunden hoffen wir auf den Beginn konstruktiver Verhandlungen, damit wir gemeinsam die Zukunft unseres Unternehmens sichern können!"

Ende dieser Woche wollen sich Vertreter von Post und Verdi erneut an einen Tisch setzen. Ob bei den Verhandlungen diesmal eine Lösung gefunden wird, ist fraglich.

Poststreik: Streit um liegengebliebene Sendungen

Im Poststreik bleiben jeden Tag Millionen Briefe und Pakete liegen. Bei eiligen Sendungen kann das mehr als ärgerlich sein. Die Post verweist auf ihr Express-Angebot - das ist vom Streik nicht betroffen.

Die Kritik von Kunden an der verspäteten Beförderung eiliger Sendungen wird ebenfalls immer lauter. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte beklagte am Mittwoch in einer Mitteilung, dass Karten mit Blutproben von neugeborenen Kindern nicht rechtzeitig in den Laboren ankämen. Dadurch könne sich die Behandlung von zum Teil lebensbedrohenden Stoffwechselkrankheiten verzögern.

Das Kölner Unternehmen Studimed, das eilige Studienplatz-Bewerbungen ins Ausland verschickt, hatte schon vor Wochen versucht, die Post gerichtlich zur Wiederherausgabe solcher Sendungen zu zwingen. Das Kölner Amtsgericht lehnte den Antrag des Unternehmens aber ab. Gegen diese Entscheidung vom Dienstag kündigte die Firma Studimed am Mittwoch Widerspruch an. Ein Post-Sprecher sagte, für eilige Sendungen biete sich generell der Versand über DHL Express an. Dort werde nicht gestreikt und die Post übernehme eine Zustellungsgarantie.

Studimed ist auf die Vermittlung von Medizin-Studienplätzen an ausländischen Universitäten spezialisiert und sieht sich in seiner Existenz bedroht, wenn die Post verspätet zugestellt wird. Für die Zusendung der Unterlagen gelten meist Fristen. Mit dem Antrag auf Einstweilige Verfügung hatte das Unternehmen erreichen wollen, dass es noch nicht zugestellte Unterlagen zurückbekommt, um sie auf anderem Weg ans Ziel zu bringen.

Fristen bei Bewerbung um Studienplatz schwer einzuhalten

In einem konkreten Fall ging es laut Studimed-Geschäftsführer Hendrik Loll um eine Bewerbung für einen Studienplatz in Litauen, die bis Ende Juni eingereicht werden musste. Für die Unterstützung in den Bewerbungsverfahren berechnet das Unternehmen mehrere Tausend Euro. In dem konkreten Fall ging es laut Loll um 6000 Euro.

Das Kölner Amtsgericht erklärte, in dem Antrag sei nicht ausreichend dargelegt worden, dass die Studienwilligen ihre Unterlagen überhaupt abgeschickt hatten. Diese Begründung nannte ein Studimed-Sprecher „dünn“. Deshalb werde es einen Widerspruch und ein Gerichtsverfahren geben (Az.: 127 C 278/15).

dpa/wes

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