Keine Entwarnung

Milchpreise ziehen an - doch den Bauern hilft das nicht

München - Die im Sommer auf ein Rekordtief gesunkenen Erzeugerpreise für Milch ziehen wieder an. Doch Entwarnung für die Milchbauern bedeutet das nach Angaben von Branchenvertretern keineswegs.

Grund ist, dass die Erlöse der Bauern aus dem Verkauf der Rohmilch nach wie vor nicht ausreichen, um die Produktionskosten zu decken. Derzeit liege der bundesweite Durchschnittspreis pro Kilogramm bei unter 25 Cent, in Bayern gehe es in Richtung 28 Cent, sagte Manfred Nüssel, der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbands, am Donnerstag in München.

Im Sommer war Spotmilch - so genannte „freie“ Milch, die der Bauer nicht vertraglich bei einer bestimmten Molkerei abliefern muss - zeitweise für Preise von unter 20 Cent exportiert worden. „Wir gehen davon aus, dass wir durch das Tal durch sind“, sagte Nüssel. Im Raiffeisenverband sind die meisten genossenschaftlichen Molkereien Deutschlands organisiert.

Doch die Produktionskosten der Bauern liegen nach allgemeiner Einschätzung in der Branche im Schnitt bei etwa 35 Cent pro Kilo. „Wir stehen mit dem Rücken zu Wand“, sagte Hans Foldenauer, Sprecher des Bundesverbands deutscher Milchviehhalter (BDM). „Und wenn die Wand nicht da wäre, würden wir schon ein Stück weit über dem Abgrund hängen.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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