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Bundesinnenminister Thomas de Maizière spricht von einer schrecklichen Tat.

Reaktionen aus der Politik 

De Maizière zu Grafinger Messerattacke: Schreckliche Tat

Grafing - Nach der Messerattacke am Grafinger Bahnhof haben sich nun auch Politiker zu dem tragischen Ereignis geäußert. Sie zeigten sich äußerst schockiert.

Bei einer Messerattacke am Bahnhof im oberbayerischen Grafing ist ein Mann getötet worden. Der 50-Jährige wurde von dem Angreifer am Dienstagmorgen so schwer verletzt, dass er wenig später im Krankenhaus starb. Dies teilten die Staatsanwaltschaft München II und das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) mit. Zunächst blieb offen, ob der Täter möglicherweise aus einem islamistischen Motiv heraus tötete. Der Bayerische Rundfunk (BR) berief sich auf eine Sprecherin des LKA, wonach der Angreifer auf dem rund 30 Kilometer östlich von München gelegenen Bahnhof mehrere Parolen mit offensichtlich politisch oder islamistisch motiviertem Hintergrund rief.

Joachim Herrmann spricht von möglicher Verwirrung wegen Drogenabhängigkeit

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sprach in Berlin von einer "schrecklichen Tat", deren Motiv aber "nicht abschließend geklärt" sei. Er wolle aus der Ferne nicht darüber spekulieren, sagte er weiter und verwies auf die Ermittlungen vor Ort.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, dass sich der mutmaßliche Täter bei den Vernehmungen bisher nicht kooperativ zeige. Herrmann brachte vor Journalisten auch eine mögliche "Verwirrung wegen Drogenabhängigkeit" ins Gespräch, die nun geprüft werde. Die Ermittlungen stünden erst am Anfang. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, äußerte sich erschüttert: „Sollten sich die Hinweise auf die islamistische Motivation des Täters bestätigen, wäre das die erste tödliche islamistische Terrortat in jüngerer Zeit in München und damit auch in Bayern die Realisierung der gefürchteten tödlichen terroristischen Bedrohung, wie sie seit Jahren die Welt in Atem hält.“

Bahn-Chef Grube bestürzt über Gewaltattacke

Die Erste Bürgermeisterin von Grafing, Angelika Obermayr, hat geschockt auf die Messerattackemit einem Toten und drei Verletzten am Bahnhof ihrer Stadt reagiert. „Wir sind ein absolut friedliches oberbayerisches Kleinstädtchen im Münchner Umfeld“, sagte sie am Dienstag dem Sender n-tv. „So was ist absolut neu und erschüttert hier die Menschen wirklich zutiefst, die so was halt nur aus dem Fernsehen kennen“, sagte sie. „Aber dass das hier vor Ort passiert, das ist absolut unfassbar.“

Der Polizeieinsatz auf dem Bahnhofsgelände hatte teils erhebliche Auswirkungen auf den S-Bahnverkehr. Die Polizei sperrte den Tatort, Züge mussten umgeleitet werden.

Bahn-Chef Rüdiger Grube zeigte sich "bestürzt und betroffen" über die Gewaltattacke. Er dankte den Bahn-Mitarbeitern. Diese hätten beherzt eingegriffen und den Täter von weiteren Angriffen abgehalten.

Täter soll von ungläubigen Menschen gesprochen haben, die er töten wolle

Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer sagte, dass sich die Tat kurz vor der Abfahrt der ersten S-Bahn Richtung München kurz vor 5.00 Uhr ereignet habe. Demnach betrat der Angreifer den Zug und stach dort unvermittelt auf einen Mann ein. Danach griff er auf dem Bahnsteig drei weitere Männer an. Wenig später sei er von einer alarmierten Polizeistreife festgenommen worden. Die Tatwaffe wurde sichergestellt. Kammerer berichtete von Zeugenaussagen, wonach der Täter von ungläubigen Menschen gesprochen habe, die er töten wolle.

Mehr Informationen zu dem Vorfall in Garching bekommen Sie in unserem News-Ticker.

dpa/AFP

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