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Das TV-Duell Clinton gegen Trump hat begonnen.

Ticker zum Nachlesen

1. TV-Duell im US-Wahlkampf: Persönliche Angriffe dominierten

München - Wir waren im Live-Ticker dabei, als sich Donald Trump und Hillary Clinton in der Nacht auf Dienstag zum ersten TV-Duell getroffen haben. Die Kandidaten konfrontierten sich auf persönlicher Ebene - hier zum Nachlesen.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Moderator Lester Holt hat auf einen Faktencheck verzichtet und die Kandidaten weitgehend frei debattieren lassen.
  • Einen größeren Ausrutscher oder ausufernde Beleidigungen hat sich keiner der Kandidaten geleistet.
  • Clinton ist gelassen und faktenbasiert aufgetreten, Trump dominierte gerade zu Beginn lautstark und publikumssicher.
  • Persönliche Angriffe prägten die Debatte: Trump möchte seine Steuererklärung offen legen - wenn Hillary Clinton ihre E-Mails veröffentlicht.
  • Themen waren unter anderem Arbeitslosigkeit, Steuern, Rassismus und Sicherheit.
  • Trump versprach vor allem "Recht und Ordnung" für die USA.

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+++5.45 Uhr: Wer hat das Duell gewonnen? Hillary Clinton sammelt Tweets, die sie in Führung zeigen. Auch eine CNN-Umfrage sieht sie vorn, ebenso wie unser US-Korrespondent Friedemann Diederichs - und mit dieser Einschätzung verabschieden wir uns aus dem Ticker.

Rudolph Guliani, ein Unterstützer Trumps, schreibt hingegen: "Das war nicht Trumps beste Debatte, aber es folgen noch zwei." und in einem späteren Tweet "Trump war zu Beginn sehr gut, dann ok. Es kommen noch mehr Debatten."

+++5.05 Uhr: Die ersten Reaktionen der Kandidaten auf Twitter: Clinton positioniert sich weiter gegen Trump. "Diese Präsidentschaft ist keine Reality-Show!"

Auch Trumps Wahlkampfteam hat das TV-Duell auf Twitter begleitet und dort erste Kritik an den Themen geübt: Weder die E-Mails, noch die Clinton-Foundation und Benghazi seien zur Sprache gekommen. Stimmt nicht ganz: Zumindest die E-Mail-Affäre wurde angesprochen, allerdings nur kurz.

TV-Duell: Trump liefert Clinton zum Ende Vorlage für Sexismus-Vorwürfe

+++4.43 Uhr: Ersten Zählungen zu Folge hat Donald Trump Clinton rund 40 Mal unterbrochen. Er wirkte insgesamt angespannter und aggressiver als seine Kontrahentin. Man darf gespannt sein auf einen ausführlichen Faktencheck der Aussagen beider Kandidaten.

+++4.39 Uhr: Das TV-Duell ist beendet, die Kandidaten reichen sich artig die Hand und kommen mit ihren jeweiligen Unterstützern und Familienmitgliedern zusammen. Insgesamt hat sich keiner der Kandidaten einen großen Ausrutscher geleistet.

+++4.36 Uhr: Die Schlussplädoyers: "Hillary gibt 100 Millionen Dollar aus, um eine Negativkampagne gegen mich zu machen", kritisiert Trump nochmal auf den letzten Metern.

Ob die Kandidaten bereit sind, den Willen der Wähler zu akzeptieren? Ja. Trump gibt sogar an, Clinton zu unterstützen, wenn sie gewinnt.

+++4.34 Uhr: Clinton sei nicht geeignet für das Präsidentenamt, so Trump. Sie habe weder das Durchhaltevermögen noch die Statur - eine Anspielung auf ihren Schwächeanfall und darauf, das sie als Frau nicht für den Job geeignet sei. Clinton erwidert: "Ich habe Erfahrung." Trump kontert: "Und zwar schlechte". Die Demokratin lässt sich nicht beirren und spricht weitere sexistische Äußerungen Trumps an, als Beispiel nennt sie Alicia Machado, die Trump als "Miss Piggy" bezeichnete

+++4.32 Uhr: Die angesetzte Zeit von 90 Minuten ist mittlerweile überschritten. Holt hat die Kandidaten zu oft länger diskutieren lassen, als geplant. 

TV-Duell: Trump gibt Clinton Schuld am Erstarken des IS

+++4.19 Uhr: Trump möchte nach wie vor "den IS in die Hölle bomben". Er spricht Clinton auf ihre Zustimmung zum Irakkrieg an. Clinton verweist auf ihre damalige Einschätzung der Situation und nutzt das Thema Atomwaffen zum Angriff auf Trump: "Solche Waffen sollte man nicht leichtfertig verwenden. Diesen Mann sollte man nicht in die Nähe von Atomwaffen lassen." 

Trump gibt auf Frage Holts hin an, keinen Erstschlag mit Atomwaffen zu planen. Man müsse aber gegen Angriffe gewappnet sein. Er kritisiert das Iranabkommen. Der Republikaner wirkt immer öfter, als Stünde er unter Druck, Außenpolitik ist eben nicht sein Fachgebiet. "Ich habe das Temperament, zu gewinnen", ist sein Argument.

+++4.06 Uhr: Nun geht es um das Thema Sicherheit. Clinton betrachtet Cyberkriminalität als das Thema der Zukunft. Die USA werden sich nicht von anderen Ländern ausspionieren lassen, weder im privaten noch im öffentlichen Sektor. "Ich war schockiert, als Donald Trump Russland einlud, uns zu hacken. Er kann nicht Oberhaupt unserer Streitkräfte werden."

Trump fordert ein hartes Vorgehen im Cyberkrieg. Gerade der IS sei hier gefährlich. Aber auch Clinton verweist auf ihre Pläne zur Bekämpfung des IS. Holt hakt nach, wie gegen durch den IS inspirierte Anschläge in den USA vorgegangen werden soll. Trump hat darauf keine konkrete Antwort und sagt stattdessen: "Clinton und Obama haben durch den Abzug der Truppen im Irak das Erstarken des IS zu verschulden." Die Demokratin weißt dies von sich. Sie fordert stattdessen eine Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden und auch mit Muslimen - diese sei unter Trump nicht möglich.

Das Magazin Politico sagt an dieser Stelle im Faktencheck: Der IS entstand 2004, bevor Hillary Clinton Außenministerin und Barack Obama Präsident war. Trump beharrt allerdings schon länger auf dieser Aussage.

TV-Duell: Clinton benennt institutionellen Rassismus als Problem, Trump verspricht "Recht und Ordnung"

+++3.59 Uhr: Trump räumt währenddessen ein, dass er sich in Bezug auf die Herkunft des amtierenden Präsidenten Barack Obama getäuscht habe. Schade: Lester Holt verzichtete bisher auf einen Faktencheck und lässt die Kandidaten überwiegend frei debattieren. 

+++3.51 Uhr: "Menschen auf der Straße zu durchsuchen, ist gegen die Verfassung", weist Clinton Trump zu recht. "Wenn Sie in diesem Land schwarz sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie festgenommen und verurteilt werden, viel höher." Sie unterstellt Trump eine Zusammenarbeit mit der Waffenlobby und fordert eine Überprüfung der Menschen, die eine Waffe tragen.

Clinton scheint hier Punkte bei den Zuschauern zu sammeln: "Danke, dass Sie institutionellen Rassismus als Problem benennen." Trump wirft ihr vor, hier im Wahlkampf leere Versprechungen zu machen. Sie sei ja auch nicht wie er durch das Land gereist und habe mit den Leuten gesprochen. Clinton: "Ich habe mich darauf vorbereitet, Präsidentin zu werden."

+++3.43 Uhr: Das nächste Segment hat das Thema "Rasse" und widmet sich auch der Polizeigewalt gegen Schwarze. Wie soll die Spaltung des Landes überwunden werden? Clinton fordert, jeder müsse vom Gesetz respektiert werden und auch selbst das Gesetz respektieren. Sie möchte das Strafsystem gemeinsam mit der Polizei reformieren. Auch die Waffengesetze möchte sie angehen: "Nicht jeder sollte einfach eine Waffe tragen können." Trump schiebt in Sachen Kriminalität erneut Ausländern den schwarzen Peter zu und bezieht sich dabei auf Vorfälle in Chicago. "Man muss Leute nach bestimmten Profilen überprüfen und kontrollieren." Er zeichnet ein Bild von einem chaotischen Land, in dem "Recht und Ordnung" wieder eingeführt werden müssen.

TV-Duell: "Ich lege meine Steuererklärung offen, wenn Sie Ihre gelöschten E-Mails veröffentlichen!"

+++3.40 Uhr: Trump verteidigt seine Finanzen: "Es wird Zeit, dass dieses Land jemanden an der Spitze hat, der weiß, wie man mit Geld umgeht!" Clinton entgegnet, das ihr viele Menschen begegnet seien, die von Trumps Firma abgezogen worden seien - Menschen wir ihr Vater, einem Gardinenmonteur. Sie möchte mit ihrer Herkunft aus der Mittelschicht punkten. Außerdem sei Trumps Unternehmen bereits vier Mal bankrott gegangen. "Alles nur Gequatsche, ich hab ein tolles Unternehmen aufgebaut." Man habe sich immer im Rahmen der Gesetze bewegt. 

+++3.36 Uhr: Holt fragt, ob Clinton sich zu der E-Mail-Affäre äußern möchte. Sie will, aber sie macht es kurz: "Ich habe einen Fehler gemacht, ich werde nie wieder einen privaten Server verwenden. Ich übernehme dafür die volle Verantwortung". Trump sieht hier jedoch einen größeren Fehler.

+++3.32 Uhr: "Natürlich werde ich meinen Finanzen offen legen!" 649 Millionen Dollar habe er im vergangen Jahr verdient und gibt an, zu wissen, wie man wirtschaftliche Erfolge erzielt. Sobald die Prüfung abgeschlossen sei, werde er seine Steuererklärung veröffentlichen. "Ich werde im Gegensatz zu anderen jedes Jahr kontrolliert und beschwere mich nicht darüber." Nach rund 30 Minuten thematisiert er jetzt zum ersten Mal Clintons E-Mail Affäre. "Wenn Sie Ihre gelöschten Mails offen legen, lege ich meine Steuererklärung offen." Clinton kontert, jeder Bewerber habe bisher seine Steuererklärung offen gelegt. Ob Trump etwas verheimliche? Trump zahle außerdem keine Bundessteuer.

+++3.28 Uhr: Im nächsten Block geht es um Steuern. Trump fällt Clinton während ihrer zwei Minuten Redezeit ins Wort, Moderator Holt muss eingreifen. Clinton gibt sich humorvoll: "Ich glaube am Ende dieses Abends bin ich an allem Schuld", sagt sich lachend und fokussiert sich auf ihr Thema. Sie will in der Mittelschicht investieren.

TV-Duell: Trump spricht die Demokratin mit "Außenministerin Clinton" an

+++3.25 Uhr: Clinton weißt auf den Fakt-Checker ihrer Kampagne hin, "The Briefing". Trump weicht daraufhin vom Thema ab: "Soll sie uns doch sagen, wie man den IS bekämpft!" 

+++3.19 Uhr: Nur kurz hat er durchgehalten: Schon ist er bei "Hillary". Warum die Außenministerin ihre tollen Vorschläge nicht schon früher hatte? Clinton verweist auf Erfolge in der Vergangenheit mit einigen Abkommen. Die Kandidaten fallen sich allmählich immer öfter ins Wort. "Donald, ich weiß, dass sie versuchen wollen, mich in ein schlechtes Licht zu rücken", reagiert Clinton auf Vorwürfe, sie würde ihre Meinung auf Konfrontation hin ändern. Trump versucht Clinton dazu zu bringen, Obama die Schuld für einige Versäumnisse zu geben, die Demokratin geht nicht darauf ein.

+++3.14 Uhr: Mit "Außenministerin Clinton" will Trump die Demokratin möglichst politisch korrekt ansprechen. Er thematisiert für die USA nachteilige Handelsabkommen, welche Clinton mit ausgehandelt hat. Die Kandidaten versuchen den Anschein eines respektvollen Umgangs mit einander zu erwecken.

+++3.08 Uhr: Der erste Themenblock dreht sich um Arbeitslosigkeit. Das Wort geht zu erst an Clinton: Sie will durch Investitionen neue Arbeitsplätze schaffen und Gesetzeslücken schließen. Trump kritisiert, dass viele Arbeitsplätze ins Ausland, zum Beispiel nach Mexiko abwandern. Er will die Unternehmenssteuern senken, um die Abwanderung zu stoppen. Clinton kritisiert, das Trumps Pläne vor allen den Reiche zu Gute kämen. Erster Seitenhieb gegen Trump: "Er hatte sehr viel Glück gehabt. Nicht jeder hat einen Vater, der einen mit seinen Millionen rettet."

+++3.03 Uhr: Mit drei Minuten Verspätung geht es los. Moderator Holt erklärt das Prozedere, dann treffen die Kandidaten ein. Die Wetteinsätze gingen übrigens daneben: Hillary Clinton trägt rot, Trump eine blaue Krawatte. Die Begrüßung fällt kurz und knapp mit einem Händeschütteln aus.

+++3.02 Uhr: Politfact wird den Wahlkampf live mit einem Faktencheck begleiten. Allerdings gab es schon im Vorfeld Kritik, das Portal wäre Clinton nah.

+++3.00 Uhr: Gleich geht's los. Vielleicht macht es mit diesem Bingo mehr Spaß:

+++2.53 Uhr: Ingo Zamperoni ist vor Ort und hat noch einen Tipp für die Kandidaten: "Sie sollten sich nicht provozieren lassen".

+++2.51 Uhr: Das Prozedere heute Abend: Es wird sechs Themenblöcke à 15 Minuten geben. Zu Beginn wird Moderator Lester Holt (Republikaner, NBC) eine Frage stellen, zu der beide Kandidaten je zwei Minuten Stellung nehmen. Anschließend können Trump und Clinton zehn Minuten lang diskutieren, bis der nächste Themenblock kommt.

+++2.47 Uhr: Wie ARD berichtet, sind die Kandidaten vor Ort und bereit. Bis zu 1000 Journalisten sind vor Ort, 100 Millionen Zuschauer werden erwartet.

TV-Duell: Clinton fährt Anti-Trump-Kampagne im Vorfeld

+++2.41 Uhr: Was macht eigentlich Präsident Barack Obama während des TV-Duells? Sein Pressesprecher Josh Earnest verriet Reportern laut der LA Times, dass er "erwarte, dass dieser Montag Abend ähnlich wird wie alle alle anderen Montag Abende im Weißen Haus. Der Präsident wird heute Nacht mit dem laufenden Fernseher im Hintergrund arbeiten." 

+++2.30 Uhr: Vor der Wahl hat die Amerikaner das Wettfieber erfasst. Der „New York Times“-Blog „The Upshot“ hat vieles zusammengetragen. Demnach ist eine Wette auf eine rote Krawatte Trumps und eine blaue Jacke Clintons eine ziemlich sichere Sache. Außerdem würden sich die beiden wohl vor Beginn förmlich die Hand geben, zu einem Begrüßungsküsschen werde es aber kaum kommen.

+++2.21 Uhr: Die Augen sind bei der Debatte aber auch auf den Moderator Lester Holt gerichtet. Wird er die richtigen Fragen stellen und den Wahrheitsgehalt der Aussagen live im Fernsehen prüfen? Da hat nämlich Donald Trump etwas gegen einzuwenden. Sein Wahlkampfteam ist der Meinung, ein Faktencheck solle lediglich den Gegnern unter einander vorbehalten sein. Im Clinton-Lager sieht man dies anders: "Worum wir bitten, ist, dass wenn Donald Trump lügt, dass darauf auch hingewiesen wird“, sagte Clintons Wahlkampfmanager Robby Mook dem Sender ABC News.

+++2.05 Uhr: Hillary Clinton scheint ihre Anti-Trump Kampagne auf Twitter bis zum Duell durch zuziehen - auch wenn Posts wie "Hier sind 35 Fragen, die Trump noch nicht beantwortet hat" und "Trump kann die Debatte nicht gewinnen, wenn er eine diese Lügen wiederholt" fast ein bisschen wirken, als würde sie ihrem Konkurrenten Hilfestellung geben wollen. Ihr Gegner verhielt sich vor dem Duell erstaunlich ruhig. Er teilte bislang lediglich eine Umfrage, bei der er führt und wies darauf hin, dass sein Wahlkampf-Team die Debatte auf Twitter begleiten wird. 

+++1.30 Uhr: Peinlicher Fehler oder Absicht? Auf der Eintrittskarte für die Debatte ist der Name der Demokratin Hillary Clinton auf den Eintrittskarten zur Debatte falsch geschrieben - "Hilary" statt "Hillary". Das berichtet CBS:

TV-Duell: Diese Gäste sind eingeladen

+++ 23.00 Uhr: Donald Trump hat zur ersten Fernsehdebatte mit Hillary Clinton Gäste eingeladen, deren Anwesenheit seine Kontrahentin irritieren könnten. Unter anderem wird Mark Geist im Publikum sitzen, ein Überlebender der Terrorattacke auf das US-Konsulat in Bengasi, wie der Republikaner-nahe US-Sender Fox News unter Berufung auf Parteiquellen berichtete. Der Anschlag 2012 wird von Kritikern als Folge schwerer Fehler der damaligen US-Außenministerin Clinton betrachtet.

Außerdem sitzen mit Mike Flynn und Keith Kellogg zwei Ex-Generäle für Trump im Raum. Clinton bietet unter anderem Mike Cuban auf, ein milliardenschwerer Unternehmer und einer der führenden Figuren in der Anti-Trump-Bewegung. Gerüchte, wonach Trump auch Gennifer Flowers in der ersten Publikumsreihe platzieren wollte, bestätigten sich jedoch nicht. Die heute 66-Jährige hatte eine Affäre mit Clintons Ehemann, dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton.

+++ 22.52 Uhr: Kursverluste bei Bankenwerten und die Zurückhaltung der Anleger vor einer Fernsehdebatte der beiden amerikanischen Präsidentschaftskandidaten haben die Wall Street am Montag belastet. Der Dow Jones Industrial schloss 0,91 Prozent tiefer bei 18 094,83 Punkten. Der marktbreite S&P 500 fiel um 0,86 Prozent auf 2146,10 Zähler und für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 0,86 Prozent auf 4817,17 Punkte nach unten.

Gespannt warten die Investoren darauf, wer aus dem TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump als Sieger hervorgeht. Grundsätzlich sind sich viele Analysten einig, dass ein Wahlerfolg des Populisten Trump das größere politische und wirtschaftliche Risiko mit sich brächte. Dementsprechend könnten die Reaktionen an den Finanzmärkten eher negativ ausfallen, sollte Trump als Gewinner hervorgehen und sich damit seine Siegchancen am 8. November verbessern.

+++ 22.26 Uhr:  Im historischen Vergleich hat das erste Aufeinandertreffen von US-Präsidentschaftskandidaten in einer Fernsehdebatte eine große Bedeutung. In den bisher elf Wahlkämpfen, in denen es zu Fernsehduellen kam, wurde in neun Fällen der in der ersten Debatte als Sieger empfundene Kandidat zum Präsidenten gewählt. Nur Jimmy Carter 1976, Ronald Reagan 1984 und Barack Obama 2012 konnten eine Niederlage im ersten Duell noch einmal wettmachen.

„Die erste Debatte hat normalerweise dann eine große Bedeutung, wenn ein Kandidat etwas beweisen muss oder das Rennen eng ist“, schrieb die Zeitung „USA Today“ am Montag. „Bei keiner Präsidentschaftswahl in drei Jahrzehnten - seit Jimmy Carter und Ronald Reagan ihre einzige Debatte eine Woche vor dem Wahltag abhielten - hatte ein TV-Duell ein solch hohes Potenzial, die Wahl zu beeinflussen.“

TV-Duell: Manche Amerikaner machen ein Trinkspiel daraus

+++ 22.21 Uhr: Bei vielen Amerikanern ist es offenbar Tradition, aus der TV-Debatte ein Trinkspiel zu machen. Dabei werden vorher bestimmte Signalwörter oder -Sätze vereinbart. Jedes Mal, wenn die Wörter fallen, wird getrunken. Auf Twitter finden sich bereits zahlreiche Vorschläge für mögliche Codewörter, zum Beispiel Trumps Slogan "Make America Great Again". Ein anderer User will dagegen jedes Mal trinken, wenn Clinton hustet.  

+++ 21.48 Uhr: Hillary Clinton und Donald Trump werden nach Angaben von Mitarbeitern bis kurz vor Beginn ihrer ersten direkten TV-Debatte auf das Duell vorbereitet. Die Debatte habe insgesamt drei Phasen, meinen Experten in der hochintensiven Vorberichterstattung der US-Medien: Das Spiel mit den Erwartungen, die Debatte selbst und die sofortige Interpretation - wer hat gewonnen?

+++ 21.10 Uhr: Gut sechs Wochen vor der Wahl liefern sich Trump und Clinton in den Umfragen in knappes Kopf-an-Kopf-Rennen. Das TV-Duell heute Nacht könnte den Kandidaten in dieser Situation entweder besonders helfen oder besonders schwer schaden. Beide Kandidaten haben ihre Stärken und Schwächen. Welche das sind verraten wir in diesem Artikel mit den Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die US-Wahl

+++ 20.53 Uhr: Wenn sich in der Nacht Hillary Clinton und Donald Trump zum ersten Mal direkt gegenüberstehen, wird wohl selbst US-Präsident Barack Obama auf seine geliebte Football-Übertragung verzichten. Gefragt, was der Präsident denn am Montagabend mache, sagte sein Sprecher Josh Earnest: „Ich erwarte, dass dieser montägliche Herbstabend ähnlich wie andere in der Residenz verlaufen wird, dass der Präsident also arbeiten und im Hintergrund ein wenig Fernsehen laufen wird.“ Es gebe aber doch einen Unterschied zu anderen Montagen, an denen abends immer ein Footballspiel läuft, sagte Earnest: „Es wird wohl ein klein wenig mehr politische Diskussionen geben.“

TV-Duell: Wirbel um Trumps Snapchat-Filter

+++ 20.01 Uhr: Das Internet diskutiert derzeit nicht nur über die TV-Debatte selbst, sondern vor allem über eine Kampagne von Donald Trump in dem sozialen Netzwerk Snapchat. Zum ersten Mal steht Nutzern im ganzen Land ein Filter zur Verfügung, den Trump gesponsort hat. Sie können Selfies und Bilder nun mit einem Rahmen versehen. Der trägt allerdings einen provozierenden Slogan: "Debate Day: Donald J. Trump vs. Crooked Hillary." Clintons Anhänger kritisieren diese einseitige Ausrichtung.  

+++ 19.06 Uhr: Insidern zufolge haben sich Trump und Clinton ganz unterschiedlich auf die Debatte vorbereitet. Laut New York Times schlüpfte Clintons ehemaliger Pressesprecher Philippe Reines bei mehreren Proben in die Rolle des Republikaners. Trump hingegen setzt auf spontane Schlagfertigkeit und hat sich angeblich alle vergangenen Debatten seiner Kontrahentin angesehen, um Clintons Schwächen ausfindig zu machen.  

+++ 18.16 Uhr: Die erste TV-Debatte wird sich um drei große Themenblöcke drehen: Die Zukunft Amerikas sowie Wirtschafts- und Sicherheitspolitik stehen im Fokus.  

+++ 17.36 Uhr: Deutliche Worte kommen auch von Clintons Vize-Kandidaten Tim Kaine. "Dieser Job fordert Reife, Hingabe und Weisheit. Nur ein Kandidat hat das Zeug dazu", schreibt der Senator von Virginia auf Twitter. 

+++16.55 Uhr: Trump hält sich bisher zurück, während Clinton weiter eine Kampagne gegen den Republikaner fährt. "Unsere Töchter verdienen etwas besseres", schreibt sie im Bezug auf frauenfeindliche Aussagen Trumps

+++16.05 Uhr: Die Kandidaten durften Gäste zur TV-Debatte einladen: Hillary Clinton hat unter anderem eine Überlebende der Anschläge vom 11. September, eine alleinerziehende Mutter, ein Opfer häuslicher Gewalt und eine Brieffreundin eingeladen, berichtet "ABC". Außerdem Mark Cuban, einen langjährigen Konkurrenten Trumps. Wer auf Trumps Gästeliste steht, ist noch nicht bekannt - er drohte aber damit, Gennifer Flowers, eine ehemalige Geliebte von Bill Clinton, einzuladen. Das Publikum darf aber weder buhen noch klatschen.

TV-Duell: Trump und Clinton wärmen sich auf Twitter auf

+++15.27 Uhr: Die Demokratin bleibt im Angriffsmodus: "Kein einziger lebender Präsident unterstützt Donald Trump". Einen ausführlichen Artikel dazu gibt es auf ihrer Website.

+++14.40 Uhr: Hillary Clinton holt knapp zwölf Stunden vor dem Start des TV-Duells zum ersten Angriff aus: Sie teilt ein Faktencheck-Video, indem sie Äußerungen ihres Kontrahenten widerlegt. Dazu schreibt sie: "Trump kann die Wahl nicht gewinnen, in dem er das amerikanische Volk belügt." Trump selbst übrigens lehnt einen Faktencheck während des TV-Duells durch den Moderator ab

Video Fakten-Check

+++14.25 Uhr: Donald Trump wärmt sich schon mal auf. Via Twitter postet er eine Umfrage, laut der er Hillary Clinton überholt hat. Die Demokratin steht bei 41 Prozent, er selbst liegt zwei Prozentpunkte vor ihr. Die Umfrage stammt von Bloomberg. Die Führung erringt Trump aber nur, wenn auch Kandidaten von anderen Parteien zur Wahl stehen. Im direkten Vergleich kamen beide auf jeweils 46 Prozent. Trotzdem geht die Hälfte der Befragten davon aus, das Clinton die bessere Figur im TV-Duell machen wird.

+++13.40 Uhr: Trotz des anstehenden Duells haben beide Kandidaten haben heute noch einen Termin mit Benjamin Netanyahu, Israels amtierenden Ministerpräsidenten. Trump erklärte via Twitter, Netanyahu um 10 Uhr Ortszeit im Trump Tower zu treffen. Wie "ABC News" berichtet, hat der israelische Staatsmann dann am Nachmittag ein Treffen mit Hillary Clinton in einem Hotel in Manhattan.

+++13.21 Uhr: Auch bei "Anne Will" war die US-Wahl am Sonntag Thema der Sendung. Dort war man sich einig, Trump arbeite mit Gefühlen, nicht mit Fakten. Man darf also auf das Auftreten des republikanischen Kandidaten gespannt sein.

+++12.40 Uhr: Dem Dax bescherte das TV-Duell einen schwachen Wochenstart: Die Nervosität der Anleger machte sich dort bemerkbar.

+++12.25 Uhr: Ein Tweet von Clinton-Unterstützern geht viral: Das Foto zeigt, wie die Anhänger der Demokratin den Rücken zu kehren - und zwar um ein Selfie zu machen. Das eindrucksvolle Bild wurde bereits über 16.000 mal geteilt.

+++12.04 Uhr: Noch haben die Kandidaten nichts von sich hören lassen. Auf Long Island laufen währenddessen die Vorbereitungen für den großen Schlagabtausch. In New York ist es 6 Uhr morgens.

TV-Duell: Unterstützung für Clinton und Trump

Eigentlich kann man es sich kaum vorstellen: Donald Trump, der Kandidat der Republikaner, der einen äußerst aggressiven Wahlkampf führt, will sich im ersten von drei TV-Duellen zurückhalten. Clinton wiederum wird alles dafür tun werden, zwei Wochen nach ihrer Lungenentzündung die Zweifel an ihrer gesundheitlichen Eignung für das Weiße Haus zu zerstreuen

Es wird also spannend, wenn sich die beiden Kandidaten in der Nacht auf Dienstag zur ersten Debatte live im US-Fernsehen treffen. Nach einer Umfrage der Washington Post und des Fernsehsenders ABC lagen Hillary Clinton und Rivale Donald Trump zuletzt praktisch gleichauf. Demnach käme Clinton bei einer Wahl auf 46 Prozent, Trump auf 44 - ein statistisches Patt. Im August hatte die Ex-Außenministerin durchschnittlich um neun Prozentpunkte vor dem Unternehmer gelegen.

Clinton kann sich derweil in der US-Wahl über eine wichtige Rückenstärkung freuen: Am Vorabend des ersten TV-Duells hat sich die New York Times offiziell hinter die Demokratin gestellt. Sie habe eine langjährige Erfahrung und eine Menge pragmatische Ideen vorzuweisen, hieß es in einem Meinungsartikel. Der Republikaner Donald Trump dagegen habe nur viel versprochen, aber nichts Konkretes über sich selber oder seine Pläne offenbart. Er sei "der schlechteste Kandidat ist, den eine größere Partei in der modernen Geschichte nominiert hat".

Doch auch Trump bekommt Unterstützung: Ted Cruz, erzkonservativer US-Senator aus Texas, hat seine innerparteiliche Opposition gegen den Kandidaten der Republikaner aufgegeben. Er werde bei der Wahl am 8. November für ihn stimmen, schrieb Cruz auf seiner Facebook-Seite. Die Demokratin Hillary Clinton sei "in keinster Weise akzeptabel", begründete Cruz seinen Schritt. Der Texaner war einer der härtesten Widersacher Trumps im Vorwahlkampf und von ihm wiederholt als "Lügen-Ted" beschimpft worden. Noch auf dem Republikaner-Parteitag im Juli hatte Cruz für Aufsehen gesorgt, als er seinem Konkurrenten Trump die Gefolgschaft verweigerte.

TV-Duell: US-Journalist Lester Holt moderiert die Debatte

Das erste von drei TV-Duellen wird von Lester Holt (57) moderiert. Er ist ein journalistischer Vollprofi mit jahrzehntelanger Erfahrung - sowohl als Moderator als auch als Reporter von vielen Krisen- und Kriegsschauplätzen der Welt. Holt ist Afroamerikaner. Er ist einer jener amerikanischen Nachrichten-Moderatoren, die eine stählerne Unbeirrbarkeit in der Berichterstattung vereinen mit lässigem Charme und tiefer Detailkenntnis. Ein Spitzname aus früherer Zeit: "Eiserner Hosenboden" - es heißt, er könne Stunde um Stunde durchmoderieren.

Der 57-Jährige ist Moderator und Gesicht von NBC Nightly News. Er arbeitete in seinem Geburtsstaat Kalifornien, in New York und Chicago. Holt berichtete unter anderem aus Konfliktgebieten wie El Salvador, Nordirland, dem Libanon und Somalia sowie über die Kriege im Irak und in Afghanistan. Auch in den USA war er zu vielen Katastropheneinsätzen unterwegs. Außerdem berichtete er bereits vor Rio von acht Olympischen Spielen in Folge.

In den USA wurde Holt gerühmt für seine ausgezeichnete Moderation der Wahlnacht des Jahres 2000, als lange Zeit wegen eines Gleichstands in Florida kein Wahlsieger feststand. Dazu sagte er: "Das war so cool. Wir haben einfach alles über den Haufen geworfen. Das waren echte breaking news (Eilmeldungen), und es war Berichterstattung in reinster Form."

Holt spielt seit der High School Bass, unter anderem in der "Band on TV" mit dem Schauspieler Hugh Laurie ("Dr. House"). Holt ist verheiratet, das Paar hat drei Kinder. Er ist seit 2003 in New York als Mitglied der republikanischen Partei registriert, dennoch warf Trump ihm vor, er sei ein Demokrat. Der Moderator sagt, er habe grundsätzlich vor nichts Angst - außer vor Schlangen.

Was Sie zur TV-Debatte zwischen Trump und Clinton wissen müssen, können Sie hier nachlesen.

dpa/pak

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