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CDU-Spitzenkandidat Lorenz Caffier bei der Landtagswahl 2016 in Mecklenburg-Vorpommern.

Landtagswahl 2016 in Mecklenburg-Vorpommern

Das ist CDU-Spitzenkandidat Lorenz Caffier

Schwerin - Momentan ist Lorenz Caffier Innenminister in Mecklenburg-Vorpommern, nun strebt er mit der Landtagswahl 2016 das Amt des Ministerpräsidenten an. Alle Infos über den 61-Jährigen.

+++ Alle aktuellen Hochrechnungen und das amtliche Ergebnis finden Sie in unserem Live-Ticker zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016. +++

Er lässt sich nicht unterkriegen: Bereits 2011 trat Lorenz Caffier als CDU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern an und scheiterte. Die CDU holte ein überraschend niedriges Wahlergebnis von 23 Prozent.

Die Parteikollegen waren erst mal sauer. Vor allem eine von Caffier durchgesetzte Kreisgebietsreform passte ihnen überhaupt nicht. Doch der 61-Jährige kämpfte sich zurück nach oben: 2015 bestätigte man ihn mit 89,2 Prozent als Landesvorsitzenden. Auch als Spitzenkandidat wollte eine große Mehrheit Caffier noch einmal sehen - allerdings stellten sich viele jüngere Kandidaten gar nicht erst zur Wahl.

Landtagswahl 2016 in Mecklenburg-Vorpommern- Lorenz Caffier: Sein Werdegang

Caffier hat in der DDR sein Berufsabitur mit Ausbildung zum Forstarbeiter gemacht und war später als Ingenieur tätig. Der Christdemokrat ist verheiratet und hat vier Kinder. Er war Mitglied in der ersten bzw. letzten frei gewählten DDR-Volkskammer und gehörte anschließend dem 1990 neu gegründeten Schweriner Landtag an.

Ganze 16 Jahre lang war er CDU-Fraktionsgeschäftsführer. Seit 2009 hat Caffier den Landesvorsitz der CDU inne. 2006 und 2011 wurde er in der rot-schwarzen Koalition zum Innenminister ernannt. Er gilt zwar nicht als großer Redner, aber als verlässlich und bodenständig: besonders im letzten Jahr erhielt der 61-Jährige viel Lob für seine Arbeit in der Flüchtlingskrise - sogar von Ministerpräsident Erwin Sellering. Caffier hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Aufnahme und Verteilung von Asylbewerbern im Herbst relativ geordnet ablief. Er ist Mitinitiator des NPD-Verbotsverfahrens. Zuletzt setzte sich Caffier besonders für ein Burka-Verbot und die Abschaffung des Doppelpasses ein.

Landtagswahl 2016 in Mecklenburg-Vorpommern - Lorenz Caffier: Sein Wahlprogramm

Der Innenminister und die CDU besetzen in ihrem Wahlprogramm klar das Thema "Innere Sicherheit". Obwohl er gute Statistiken hinsichtlich der Bewältigung der Flüchtlingskrise und eine gesunkene Kriminalitätsrate vorweisen kann, möchte Caffier 550 neue Stellen bei der Polizei schaffen, um auf das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung und neue Herausforderungen wie Cyberkriminalität zu reagieren. 

Caffier besteht darauf, das die Flüchtlingsfrage eine gemeinsame Aufgabe für Bund und Länder sei und erklärt, dass die Integration in den Arbeitsmarkt eine langwierige Aufgabe sei. In der NDR Wahlarena betonte er zudem, dass eine Situation in Flüchtlingsländern geschaffen werden müsse, bei der die Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurück kommen könnten. Weiterhin schlägt der CDU-Spitzenkandidat vor, Patenschaften für Flüchtlingslager vor Ort zu übernehmen.

Um die Wirtschaft zu stärken will Caffier die Strukturschwäche "zur Chefsache machen" und Ressourcen bündeln, um gerade die Region Vorpommern für die Wirtschaft attraktiv zu gestalten. Kleine und mittelständische Unternehmen sollen gefördert werden. Die Schulbildung soll gestärkt, Infrastruktur und Breitbandanschlüsse geschaffen werden. Auf die Frage hin, in welchem Zeitraum die Verbesserung geschehen sollen, sagte Caffier in der Wahlarena: "Wenn möglich innerhalb von einer Legislaturperiode."

Landtagswahl 2016 in Mecklenburg-Vorpommern - Lorenz Caffier: So will er der AfD entgegen treten

Auch das Image von Berufen, in denen Ausbildungsplätze frei sind, wie in der Landwirtschaft, und der Realschulabschluss sollen mehr Ansehen gewinnen. Der Betreuungsschlüssel in Kitas soll ebenfalls verkleinert werden: Dazu will der CDU-Spitzenkandidat mehr Ausbildungsplätze in Mecklenburg-Vorpommern schaffen und die angehenden Erzieher sollen mehr finanzielle Unterstützung durch das Land erhalten. Auch die Integration von Schwerbehinderten soll gefördert werden. Hier möchte Caffier, dass die Ministerien mit gutem Beispiel bei der Einstellung vorangehen. 

Das Erstarken der Alternative für Deutschland begründete der amtierende Innenminister damit, dass die Politik in der Vergangenheit viele Fragen unbeantwortet ließ und in eine für viele Bürger "unverständliche Sprache" zurückgefallen sei. Hier gelte es, die Menschen wieder abzuholen, so der CDU-Spitzenkandidat 

Weiterhin plant Caffier, keine neuen Schulden zu machen. Auch eine Tourismusabgabe soll es nicht geben. Ebenso möchte er ehrenamtliches Engagement fördern und eine glaubwürdige Politik machen.

Lorenz Caffier selbst fasste sein Programm am Ende der NDR Wahlarena so zusammen: "Weniger Arbeitslosigkeit, weniger Kriminalität, mehr Wirtschaft: Dran bleiben und eine verlässliche Politik machen. Keine Experimente in der Schulbildung. Mehr Sicherheit durch mehr Polizei schaffen, gute Flüchtlingspolitikmachen und eine Rentenpolitik, die die jüngere Bevölkerung nicht benachteiligt."

Momentan liegt die CDU mit 22 Prozent nur knapp hinter ihrem Ergebnis der letzten Wahl - allerdings auch nur einen Prozentpunkt vor der AfD.

Lesen Sie hier alle Informationen zur Landtagswahl 2016 in Mecklenburg-Vorpommern und die aktuellen Umfragewerte.

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