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Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser aus (plus 35,3 Prozent). Foto: Arne Dedert

Immobilienboom: Stärkster Januar bei Baugenehmigungen seit 2006

Die Bauzinsen sind niedrig, das Sparbuch und einige andere Anlageformen werfen kaum noch etwas ab. Das treibt die Nachfrage nach Immobilien an. Doch die Sorge vor schädlichen Nebenwirkungen wächst.

Wiesbaden (dpa) - Getrieben von niedrigen Hypothekenzinsen und einer starken Nachfrage läuft der Wohnungsbau in Deutschland auf Hochtouren.

Im Januar stieg die Zahl der Baugenehmigungen hier im Vergleich zum Vorjahresmonat um 34,5 Prozent auf 26 300. Dies war der höchste Stand seit zehn Jahren, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Angeschoben wird die Baukonjunktur seit geraumer Zeit durch das extrem niedrige Zinsniveau. Erst kürzlich hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf 0,0 Prozent gesenkt. Investiert wird ins Bauen und Renovieren auch deshalb, weil Sparen wegen der Niedrigzinsen kaum noch etwas abwirft. Daher stecken viele Menschen lieber ihr Geld in "Beton-Gold".

Die Bundesbank betrachtet die Entwicklung jedoch inzwischen mit gewisser Sorge. Vorstandsmitglied Andreas Dombret warnte vor einer Überhitzung des Immobilienmarkts in deutschen Metropolen. "Von einer Immobilienblase kann man noch nicht sprechen, allerdings sehen wir in einigen deutschen Städten durchaus Preisübertreibungen bei Wohnimmobilien", sagte er dem "Focus" laut einem Vorabbericht. "Der Immobilienboom nimmt langsam, aber sicher bedenkliche Züge an."

Zwar würden Banken und Sparkassen in aller Regel Immobilienkredite weiter nach konservativen Kriterien vergeben. Das Volumen der Wohnimmobilien-Kredite sei aber 2015 so stark gewachsen wie seit 13 Jahren nicht mehr. "Institute sollten angesichts des Marktes sehr vorsichtig sein und ihre Immobilien-Entscheidungen besonders gut abwägen", mahnte der für Risikokontrolle zuständige Bundesbanker.

Nach Schätzungen der amtlichen Gutachterausschüsse dürften im vergangenen Jahr Wohnungen, Häuser und Grundstücke für 200 bis 210 Milliarden Euro den Besitzer gewechselt haben. Angesichts weiter gesunkener Zinsen rechnen die Experten damit, dass diese Summe 2016 weiter steigt.

Die Gefahr einer Immobilienblase sehen die Ausschüsse noch nicht, einen weiteren Anstieg der Preise beurteilen sie jedoch skeptisch. "Wir beobachten mit Interesse und gespannt, was passiert, wenn die Zinsen ansteigen. Behalten dann die Immobilien ihren Wert?", sagte Peter Ache, Geschäftsstellenleiter des Arbeitskreises der Gutachterausschüsse jüngst.

Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei den Baugenehmigungen nach Angaben der Statistiker im Januar für Einfamilienhäuser aus (plus 35,3 Prozent). Aber auch die Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser (plus 28,0 Prozent) und Zweifamilienhäuser (plus 24,1 Prozent) legten stark zu.

In der Baubranche lässt der Boom die Kassen klingeln. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie rechnet damit, dass der Umsatz der Branche in diesem Jahr um nominal 3 Prozent steigt.

Mitteilung Bundesamt

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