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Auch der Name Winfried Kretschmann fällt als möglicher Bundespräsident.

Kretschmann, Lammert, Huber und Co.

Wer wird nächster Bundespräsident? Diese Namen sind im Rennen

Berlin - Es gibt viele Möglichkeiten: Union und SPD einigen sich auf einen Kandidaten für die Gauck-Nachfolge. Oder Union und Grüne. Oder SPD und Linke und Grüne. Oder jede Partei schickt ihren eigenen Mann oder ihre eigene Frau. Noch ist alles offen.

Die Vorgabe ist eindeutig und wolkig zugleich. „Es sollte versucht werden, einen Kandidaten oder eine Kandidatin zu finden, der auf breite Unterstützung zählen kann“, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor einigen Wochen. Seitdem vergeht kein Tag, an dem in Berlin auf Pressekonferenzen und in Hintergrundgesprächen nicht die eine ganz große Frage diskutiert wird: Wer wird Nachfolger von Bundespräsident Joachim Gauck?

Genau genommen sind noch vier Monate Zeit - am 12. Februar 2017 tritt die Bundesversammlung zur Wahl zusammen. Aber die allgemeine Erregung steigt. Bis Ende Oktober müsse jemand gefunden sein, heißt es. Klare Favoriten gibt es nicht, Argumente für oder gegen jeden potenziellen Kandidaten aber jede Menge. Eine (unvollständige) Übersicht:

NORBERT LAMMERT: Von Anfang an der am häufigsten genannte Name. Dem CDU-Bundestagspräsidenten traut man das Amt zu. Er hält geschliffene Reden, kann repräsentieren. Lammert selbst weist alle Ambitionen zurück, aber das muss nichts heißen. Unterstützung der Union ist ihm sicher, aber wer sollte ihn sonst noch wählen? Und das kurz vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen. CDU und CSU haben am 12. Februar jedenfalls keine eigene Mehrheit, zumindest in den ersten beiden Wahlgängen.

FRANK-WALTER STEINMEIER: Dem SPD-Außenminister geht es etwa so wie Lammert: An seiner Eignung zweifelt niemand, in Umfragen liegt er vorne. Aber warum sollte die Union den SPD-Mann wählen und auf einen eigenen Kandidaten verzichten? Immerhin haben CDU und CSU 542 bis 543 Stimmen, die SPD kommt nur auf 386 bis 388. Selbst wenn Merkel wollte: Die CSU und Teile der CDU würden da wohl nicht mitziehen.

WINFRIED KRETSCHMANN: Der Grünen-Ministerpräsident aus Baden-Württemberg gibt überzeugend den Landesvater und punktet auch im bürgerlichen Lager. Seine Wahl wäre unweigerlich ein Signal für eine schwarz-grüne Koalition im Bund. Aber wer will diese Koalition derzeit überhaupt? Merkels Union stünde mit einer Festlegung schon jetzt vor einer Zerreißprobe.

GERDA HASSELFELDT: Endlich eine Frau. Die CSU- Landesgruppenvorsitzende gilt als pragmatisch und integer, ihre Kandidatur wäre ein Zeichen der Versöhnung zwischen CDU und der bayerischen Schwester. Aber außerhalb Bayerns ist sie nicht besonders populär.

ANNEGRET KRAMP-KARRENBAUER: Die saarländische CDU-Ministerpräsidentin gilt als modern, ist relativ jung, und kann auch mit den Grünen. Sie brächte frischen Wind ins Schloss Bellevue, heißt es. Aber im März 2017 wird im Saarland gewählt. Und die Regierungschefin hat angekündigt, als Spitzenkandidatin anzutreten.

VOLKER BOUFFIER: Auch der hessische CDU-Regierungschef ist bei den Grünen wohl gelitten, schließlich führt er die schwarz-grüne Koalition in Wiesbaden. Und die gilt als erfolgreich. Aber angeblich bleibt Bouffier lieber im Hessenland. Abwarten.

URSULA VON DER LEYEN: Die CDU-Verteidigungsministerin gilt als Allzweckwaffe. Auch in der CSU genießt sie Ansehen. Aber will sie wirklich Bundespräsidentin werden? Oder doch etwas anderes?

MALU DREYER: Die SPD-Regierungschefin aus Rheinland-Pfalz führt dort eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen. Manche in der SPD halten sie für die „Traum-Kandidatin“ eines rot-rot-grünen Bündnisses, das sogar mit ein paar FDP-Stimmen rechnen könnte. Nur ob sie wirklich wollen würde, ist nicht bekannt.

WOLFGANG HUBER: Der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende wird immer wieder als überparteilicher Kandidat genannt. Nach dem ehemaligen DDR-Pastor Gauck also schon wieder einen evangelischen Geistlichen? Das muss kein Gegenargument sein. Zusammenhalt und Versöhnung wären sein Thema.

CHRISTINE HOHMANN-DENNHARDT: Die ehemalige Verfassungsrichterin kam ins Spiel, als der amtierende Präsident des Karlsruher Gerichts, Andreas Voßkuhle, der Kanzlerin einen Korb gab, angeblich. Hohmann-Dennhardt ist derzeit im Vorstand bei Volkswagen. Aber sie ist Sozialdemokratin. Und relativ unbekannt.

dpa

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