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Dieser Anschlag in Nigeria soll auf das Konto der Terrororganisation Boko Haram gehen. Foto: Str/Archiv

Boko Haram bedroht deutsche Geisel mit dem Tod

Abuja (dpa) - Die nigerianische Terrororganisation Boko Haram hat nach eigenen Angaben einen Deutschen in ihrer Gewalt und droht, ihn zu töten. Ihr Anführer Abubakar Shekau sagte in seiner jüngsten Videobotschaft nicht ausdrücklich, dass es sich um einen Mitte Juli im Nordosten verschleppten Lehrer handelt.

Der Leiter eines Berufsbildungszentrums war in Gombe im Bundesstaat Adamawa entführt worden. Das Auswärtige Amt teilte am Wochenende auf dpa-Anfrage lediglich mit, der Fall sei bekannt und der Krisenstab eingeschaltet.

Shekau dementierte zugleich, dass seine Gruppe mit der nigerianischen Regierung eine Waffenruhe vereinbart hat. Damit schwinden auch die Hoffnungen auf eine Freilassung der mehr als 200 Schülerinnen, die Mitte April in Chibok im Nordosten von der radikalislamischen Gruppe verschleppt worden waren. "Das Thema Mädchen gehört schon lange der Vergangenheit an, weil ich sie längst verheiratet habe", sagte Shekau laut "Premium Times" in dem Video.

Die Regierung in Abuja hatte am 17. Oktober erklärt, sich bei Verhandlungen mit Boko Haram auf eine Waffenruhe geeinigt zu haben. Der Boko-Haram-Chef erklärte in dem Video, er kenne Danladi Adamu nicht, den angeblichen Vertreter der Islamistenmiliz, der mit der Regierung verhandelt habe.

Auf dem Video verwendet Boko Haram eine schwarze Flagge mit weißem Schriftzug, wie sie auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bei ihren Propagandavideos aus dem Irak und aus Syrien nutzt.

In den vergangenen beiden Wochen war es in Nigeria trotz der angeblich mit Boko Haram vereinbarten Waffenruhe weiter zu Gewalt gekommen. Erst am Freitag waren bei einem Bombenanschlag auf einem Busbahnhof in der Stadt Gombe im Nordosten nach Krankenhausangaben 30 Menschen ums Leben gekommen.

Erst vor wenigen Tagen war ein Deutscher nach knapp einer Woche Geiselhaft wieder freigekommen. Ob für den Mitarbeiter der Baufirma Julius Berger Lösegeld gezahlt wurde, wollte das Wiesbadener Unternehmen nicht sagen. Auch die nigerianische Polizei hielt sich mit Details zu der Freilassung zurück.

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