Internationales Provinzflair

"Trash Detective": Schrullige Gewaltorgie auf Schwäbisch

München - Entgegen dem englischen Titel, spielt "Trash Detective" mitten in der tiefsten Provinz. Abgründig und irgendwie sinnbefreit erinnert der Film an ein Meisterwerk der Coen-Brüder.

„Des Beschde seit Fargo“, sagt Uwe – nicht im Film, sondern auf dem Plakat zu „Trash Detective“. Ganz Unrecht hat Uwe, die Hauptfigur in Maximilian Bucks Abschlusswerk für die Filmakademie Baden-Württemberg, damit nicht. Mit seinem Mix aus Krimi, Thriller, schwarzhumoriger Komödie und Gewaltorgie erweist der junge Regisseur nicht nur dem zugleich abgründigen und irgendwie sinnbefreiten US-Kino der Coen-Brüder die Ehre. Er wertet auch den deutschen Film auf.

Obwohl „Trash Detective“ in der tiefsten Provinz spielt, besitzt die schrullige Geschichte internationales Flair. Das Gesicht von Rudolf Waldemar Brem passt perfekt in das (erfundene) schwäbische Dorf Matringen. Brem, der früher viel mit Rainer Werner Fassbinder arbeitete, verkörpert mit Uwe so etwas wie den Antichristen des dörflichen Friedens. Uwe ist Abschaum. Uwe säuft, Uwe stinkt und belästigt Frauen. Kein Wunder, dass er zum Hauptverdächtigen avanciert, als die Schönheitskönigin Susi ermordet wird.

Gesprochen wird in „Trash Detective“ ausschließlich Schwäbisch. Diese Mundart schien bislang der Komödie vorbehalten, etwa in Ulrike Grotes „Die Kirche bleibt im Dorf“-Reihe. Doch funktioniert der Dialekt in seiner Breite und freundlichen Schnoddrigkeit auch in dieser düsteren Schauergeschichte und offenbart zwischen den teils abstoßenden, teils melancholischen, teils verstörend sadistischen Bildern durchaus so etwas wie eine Dialektik. Schwäbisch zeigt sich nicht nur als Kennzeichen der Provinz und Spießigkeit. Mitunter wirkt es geradezu herzlich und heimelig. Genau diese Wärme vermag den Zuschauer in den brutalsten Momenten wieder aufzufangen, auch wenn sie ein trügerisches Idyll verheißt.

„Trash Detective“

mit Rudolf Waldemar Brem

Regie: Maximilian Buck

Laufzeit: 106 Minuten

Sehenswert

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie ein Herz für Außenseiter haben.

Katrin Hildebrand

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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