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Kann man diesem Lächeln widerstehen? Florian David Fitz ist als Frauenschwarm bekannt.

Diskussionen nach ARD-Experiment

„Terror - Ihr Urteil“: Wurde er freigesprochen, weil er so sympathisch ist?

Berlin - Das Votum zum Film „Terror - Ihr Urteil“ war deutlich. Doch hätten die Zuschauer den Piloten auch freigesprochen, wenn er nicht Florian David Fitz hieße? 

Die Zuschauer sprachen beim Votum zum ARD-TV-Experiment „Terror - Ihr Urteil“ am Montagabend eine klares Urteil und stimmten damit gegen das Grundgesetz. Mehr als 87 Prozent befanden den Piloten des Films für unschuldig. Dass er ein Passagierflugzeug mit 164 Menschen abschoss, um einen Terroranschlag zu verhindern, bei dem 70.000 Menschen sterben hätten können, finden sie nachvollziehbar. Angesichts der Terror-Bedrohung in unserer Gegenwart, sogar als das einzig Richtige.

Doch wäre das Urteil ebenso eindeutig ausgefallen, wenn der fiktive Bundeswehrsoldat und Pilot Lars nicht von dem für die meisten gut aussehenden und sympatischen Schauspieler Florian David Fitz verkörpert worden wäre? Diese Frage wirft die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer TV-Kritik auf. Fitz sei „eine der Wunderwaffen des deutschen Fernsehens und das weiß er auch“, heißt es darin. Immerhin habe er auch schon mal Jesus gespielt, „auch das ziemlich überzeugend“. Auch der „Focus“ warf die Frage auf, ob Florian David Fitz zu attraktiv für die Rolle ist. Immerhin ist der frühere Seriendarsteller von „Doctors Diary“ ein „Frauenschwarm“.

„Terror - Ihr Urteil“: Richter wies darauf hin, sich nicht von Sympathien leiten zu lassen

Es scheint, als wäre auch den Machern des TV-Films der Charme des Münchner Schauspielers durchaus bewusst. Nicht umsonst wies der Richter im Film darauf hin, sich nicht von eigenen Sympathien leiten zu lassen. „Focus“ frage bei Degeto, einer Gesellschafterfirma der ARD nach. Diese teilte folgendes mit: "Natürlich haben wir uns während des Castings auch diese Frage gestellt, aber Ferdinand von Schirach hat hierzu angemerkt, dass es im wahren Leben ähnliche Voraussetzungen gibt. Dort treten auch sympathische und weniger sympathische Angeklagte vor einen Richter." 

Das klingt einleuchtend. Doch auch in den sozialen Medien wird die Kritik laut, dass Fitz als Sympathieträger und Martina Gedeck als knallharte, strenge Staatsanwältin die Entscheidung des Publikums beeinflusst hat.

maw

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