Hängt fest – in dieser Szene zwar nur mit Klettverschluss-Anzug an  der  Hüpfburg,  doch auch sonst hat es Pauline (Isabelle Carré) im Leben nicht ganz leicht. foto: Verleih

Bittersüß und märchenhaft

„Die fast perfekte Welt der Pauline“: Zauberhaftes französisches Kino

München - „Die fast perfekte Welt der Pauline“ ist charmantes französisches Kino und ähnelt stark der "Fabelhaften Welt der Amélie". Mit einer märchenhaften Verspieltheit zaubert die Regisseurin eine bittersüße Komödie auf die Leinwand.

Um es kurz zu machen: Dieser Film ist eine französische Liebeskomödie, in die Regisseurin und Drehbuchautorin Marie Belhomme all das eingewoben hat, was wir an französischen Liebeskomödien eben so lieben: bittersüße Chansons, spitzfindig-spöttischer Humor à la française, kreativ-verspielte Ausstattung. Und: eine zauberhafte Hauptdarstellerin. Dass Isabelle Carré die in ihrem Überfordertsein ganz und gar liebenswerte Chaotin spielen kann, hat sie bereits in „Die anonymen Romantiker“ bewiesen.

Nun ist sie Pauline, eine mittellose Enddreißigerin, deren musikalisches Talent nur zur Gelegenheits-Geigenlehrerin und Kindergeburtstags-Alleinunterhalterin gereicht hat. Sie wurstelt sich von Job zu Job, von Tag zu Tag. Und haut dann versehentlich – es war ein Unfall, mon dieu! – einen ihr unbekannten Passanten ins Koma.

Es ist kein Zufall, dass der Originaltitel „Les chaises musicales“ im Deutschen in „Die fast perfekte Welt der Pauline“ übersetzt wurde. Wie der französische Kinoerfolg „Die fabelhafte Welt der Amélie“ erleben wir auch hier eine mitunter schüchterne, in entscheidenden Momenten aber erstaunlich resolute junge Frau, die sich in das Leben anderer Menschen einklinkt – und dadurch selbst erst richtig zum Leben erweckt wird

An die märchenhafte Verspieltheit von Amélie-Erfinder Jean-Pierre Jeunet kommt Regie-Debütantin Belhomme nicht heran. Mit Pauline gelingt ihr aber eine zauberhafte Mischung aus Jeunets Klassiker, Jonathan Charles Turteltaubs „Während du schliefst“ und am Ende sogar noch einem Hauch von „E-Mail für Dich“.

„Die fast perfekte Welt der Pauline“

mit Isabelle Carré

Regie: Marie Belhomme

Laufzeit: 83 Minuten

Sehenswert 

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