Starbesetzung in "Alles ist Liebe"

Kino-Tipp: Deutsche Version von "Tatsächlich Liebe"

"Alles ist Liebe" von Markus Goller ist eine witzige, romantische, aber nie kitschige Weihnachts-Komödie in einer Star-Besetzung. Unser Kino-Tipp für die Vorweihnachtszeit.

Natürlich könnte man meckern. Ja, auch in diesem Weihnachtsfilm spielt der religiöse Hintergrund des Fests keine Rolle. Doch, dies darf man ketzerisch anführen: Das macht nichts. Tragt Liebe in die Welt – ist das nicht eine zentrale weihnachtliche Botschaft? „Alles ist Liebe“ transportiert sie nicht nur dem Titel nach.

Dieser durch und durch gelungene Episoden-Weihnachtsfilm hat was vom schon zum Klassiker gewordenen Streifen „Tatsächlich Liebe“. Es ist die gewissermaßen deutsche Variante: statt Londoner Downing Street eher Prenzlauer Berg und Binnenalster-Schick. Es gibt lakonischen Humor, aber trotzdem Romantisches – und das ganz ohne Matthias Schweighöfer oder Til Schweiger, die ja allzu schablonenhaft die immer gleichen Herz-Schmerz-Komödien produzieren.

Regisseur Markus Goller setzt weniger auf blumige Bilder, dafür auf witzige, freche, überraschende Dialoge und richtig gute deutsche Schauspieler. Heike Makatsch und Wotan Wilke Möhring zum Beispiel, die wieder einmal beweisen, dass Komödie mehr ist als Grimassenschneiden. Sie übernehmen das Drama-Stück im großen Filmpuzzle: als Clara und Hannes, die weder mit- noch ohne einander können und deren Liebe irgendwo im Alltag verloren gegangen zu sein scheint. Er ging fremd mit der Grundschullehrerin des Sohnes. Sie will nichts mehr von ihm wissen. Sein Kampf um einen Neuanfang der Ehe inmitten der Adventszeit wird gelungen geschildert – und ist niemals kitschig. Oder Kehrem (Fahri Yardim), der sich aus Liebe zu seiner Familie in immer größere Schwierigkeiten manövriert, sodass man kaum noch hinschauen kann. Yardim ist als liebevoller, Weihnachtspullis tragender Papa überraschend, das Gegenteil seiner Ermittler-Rolle im Hamburger „Tatort“. Und dann sind da noch Christian Ulmen und Nora Tschirner, die eben spielen, wie sie immer spielen: gewohnt amüsant.

Jedes Paar hat hier seine eigenen Probleme. Geldsorgen, Bindungsängste, Sehnsucht, Trennungsschmerz. Und zwischen all diesen kleinen Geschichten irrt ein trauriger alter Mann (hervorragend: Elmar Wepper) durch die Straßen, der zum Weihnachtsmann auserkoren wurde. Und darauf zu allerletzt Lust hat.

Kurzweilige 120 Minuten bietet dieser Film, die richtig Lust machen auf das, was Weihnachten auch ist: Christkindlmärkte, süßliche Musik, Überraschungen, Plätzchenduft – und eben ganz viel Liebe.

von Katja Kraft

Rubriklistenbild: © Anne Wilk / Henning Ferber Filmproduktion / Universal

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