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"Barbarenschatz" im Landesmuseum Mainz

Zum dritten Mal

Barbarenschatz: Fall wird erneut aufgerollt

Zweibrücken/Frankenthal - Der Fall des Finders eines Gold- und Silberschatzes aus der Spätantike findet kein Ende: Das „Barbarenschatz“-Verfahren wird zum dritten Mal verhandelt. 

Der Prozess gegen den Entdecker des spätantiken „Barbarenschatzes“ von Rülzheim (WIR BERICHTETEN) wird zum dritten Mal neu aufgelegt!

Das Pfälzische Oberlandesgericht (OLG) habe das Urteil des Landgerichts Frankenthal aufgehoben und den Fall zur Neuverhandlung an das Gericht zurückverwiesen, sagte ein OLG-Sprecher am Mittwoch in Zweibrücken. 

Das Landgericht hatte den Schatzfinder in einem Berufungsverfahren im Januar wegen Unterschlagung zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten verurteilt. Dagegen hatte der Mann aus Speyer Revision eingelegt. 2015 war der Schatzsucher vor dem Amtsgericht Speyer wegen Unterschlagung zunächst zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Der Barbarenschatz von Rülzheim

Er hatte 2013 in der Südpfalz einen als einmalig bezeichneten Schatz ausgegraben, diesen monatelang behalten und erst herausgerückt, nachdem Fotos davon der Polizei in die Hände gefallen waren. In Rheinland-Pfalz gehören Funde, die kulturhistorisch wertvoll sein können, unter bestimmten Umständen automatisch dem Staat. 

Neuauflage wegen Verfahrensfehler

Nach OLG-Angaben wurde das Frankenthaler Urteil wegen eines Verfahrensfehlers aufgehoben. Das Landgericht habe nicht ausreichend ermittelt, ob der Schatz eine besondere wissenschaftliche Bedeutung habe. Dies sei aber für die Strafbarkeit des Beschuldigten entscheidend. Zudem habe das Gericht nicht geprüft, ob der Eigentümer des Grund und Bodens, in dem der Schatz gefunden wurde, nicht Eigentümer des Schatzes sein könnte. 

Der Schatz besteht aus mehr als 100 Teilen – aus Gold und aus Silber. Der gelernte Einzelhandelskaufmann hatte den Fund gemacht, als er ohne Genehmigung mit einem Metalldetektor den Boden absuchte. Er reinigte den Schatz und versteckte ihn zunächst bei einem Bekannten, angeblich aus Angst vor Einbrechern. 

Die Verteidiger des Mannes, der im Januar 24 Jahre alt war, wollen einen Freispruch durchsetzen. Ohne ihren Mandanten wäre der Schatz nie gefunden worden, sagen sie.

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dpa/rmx

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