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Auf einem Facebook-Foto ist der mutmaßliche Geiselnehmer S.M. (l.) mit seinem Freund zu sehen.

Spurensuche

Kinopolis-Geiselnehmer: Provozierte er den Suizid?

Viernheim – Mit Sturmmaske und Schreckschusswaffen betritt S.M. (19) am Donnerstag das Kinopolis, nimmt 18 Geiseln und wird schließlich vom SEK erschossen. Jetzt gilt es, die Hintergründe seiner schockierenden Tat zu klären:

War der 19-jährige Geiselnehmer aus Mannheim, der am Donnerstag im Kinopolis für Angst und Schrecken gesorgt hat, wirklich ein „verwirrter Einzeltäter“?

Davon gingen die Ermittler zunächst aus, es sei ke in terroristischer oder politischer Hintergrund erkennbar.

Geiselnahme: SEK-Einsatz im Kinopolis

Der Kriminalpsychologe Rudolf Egg vermutet, es könnte sich um einen „provozierten Suizid“ des 19-Jährigen gehandelt haben, erklärt er der Deutschen Presseagentur (dpa) am Freitag. „Wir können das weder bestätigen noch dementieren“, kommentiert die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nina Reininger.„Wir haben auch noch nicht alle Informationen.“ Unklar sei demnach auch noch, ob der Mann verwirrt gewesen sei, wie Sicherheitskreise zunächst gesagt hatten.

Ein verzweifelter Apell auf dem Facebookprofil des mutmaßlichen Geiselnehmers Anfang April 2015.

Das Facebook-Profil des mutmaßlichen Geiselnehmers zeigt, das S.M. zumindest zeitweise sehr verzweifelt gewesen sein muss. Seit Anfang 2016 scheint der 19-Jährige allerdings in einer glücklichen Beziehung. Er war Fan von Rocket Raccoon, einer computeranimierten Figur im Science-Fiction Film „Guardians of the Galaxy“ (2014), hat ein Bild des Superhelden als Profilfoto.

Auffällig ist auch, dass er auf seinem Profil am 19. März 2016 ein Bild hochgeladen hat, das den Fuchs und die Häsin aus dem Disney-Film „Zoomania“ zeigt – genau dieser Film lief am Donnerstag um 14:30 Uhr im Kinopolis in Viernheim – kurz vor dem ersten Notruf aus dem Kino.

War die Tat lange geplant?

Das spricht für die Theorie der Kriminologin Britta Bannenberg, die glaubt, der Täter habe die Geiselnahme im Kino schon länger geplant: Man könne davon ausgehen, dass der Täter sein Vorhaben Wochen, wenn nicht Jahre im Sinn gehabt habe, erklärt sie gegenüber der dpa.

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Möglicherweise habe er das auch angedeutet. Oft agierten einzelgängerische Personen, „die voller Wut und Hass in dem Moment sind“. Die Kriminologin geht auch davon aus, dass eine psychische Störung eine Rolle spielte.

HINTERGRUND

Ein maskierter Geiselnehmer hatte am Donnerstag im Viernheimer Kinopolis 18 Menschen - darunter auch Kinder - als Geiseln genommen und sie bedroht. Seine Pistole und sein Gewehr waren Schreckschusswaffen, seine Handgranaten Attrappen. Als es laut Polizei zu „einer Bedrohungssituation“ kam, wurde er erschossen.

>>> Hier geht‘s zu unserer Sonderseite zur Geiselnahme im Kinopolis

red/dpa

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