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Symbolfoto

„Heilig´s Blechle“!

FR-AU trifft MA-NN: Wunschkennzeichen im Südwesten

Stuttgart - Wer im Südwesten Auto fährt, trifft MA-NN und FR-AU. Auch KN-UT und EM-MA sind unterwegs. Mit ES-EL, S-AU, KA-TZ und MA-US kann es auf den Straßen des Landes zudem tierisch hergehen.

Kfz-Wunschkennzeichen werden bei Autobesitzern im Südwesten immer beliebter. Immer mehr Autofahrer schmücken ihr „Heilig's Blechle" auch mit persönlichen Buchstaben und Zahlen. Schnapszahlen, Doppelbuchstaben, Geburts- und Hochzeitstage und die Initialen aus Vor- und Zuname würden oft gewünscht, sagt Dusan Minic vom Landratsamt Böblingen. 

„Das Auto ist halt der Deutschen liebstes Kind", nennt Roman Müller vom Ordnungs- und Bürgeramt der Stadt Karlsruhe einen Grund für die steigende Nachfrage. Nahezu jedes zweite Kennzeichen sei bereits ein Wunschkennzeichen, berichtet auch Martina Guizetti vom Landratsamt Tübingen. Das Verlangen sei konstant hoch, die Einnahmen steigend, sagt Martin Thronberens von der Stadt Stuttgart.

Im vergangenen Jahr haben die 35 Landkreise nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur im Schnitt 263.758 Euro durch die Kennzeichen eingenommen. 10,20 Euro – mit vorheriger Reservierung 12,80 Euro – lassen sich die Autofahrer ihr Wunsch-Nummernschild kosten. Immer häufiger wird dieses dann bei einem Fahrzeugwechsel behalten, wie Oliver Müller vom Landratsamt Enzkreis sagt. Allerdings wird für das neue Fahrzeug erneut die Wunschkennzeichen-Gebühr fällig.

Beliebte Kennzeichen

Lukrativ für die Kommunen war auch die Kennzeichenliberalisierung vom 25. Februar 2013, wodurch in Baden-Württemberg 15 Altkennzeichen wieder eingeführt wurden. In elf Landkreisen wurden die Anträge abgelehnt. Eine Besonderheit im Südwesten ist das Kennzeichen BÜS – dieses ist den Autobesitzern unter den 1355 Einwohnern in der Enklave Büsingen am Hochrhein vorbehalten. 

In Stuttgart besonders beliebt sind die Buchstaben-Kombinationen S-EX, S-KY, S-AU oder S-OS. Aber auch Medien geben sich in der Landeshauptstadt mit ihren Fahrzeugen zu erkennen, wie der Südwestrundfunk (S-WR), die Stuttgarter Zeitung (S-TZ) oder die Stuttgarter Nachrichten (S-TN). 

>>> DIESE Kennzeichen lieben Heidelberger!

Auch glatte 100er- oder 1.000er-Zahlen und sogar Hausnummern seien begehrt, sagt Anja Halbauer vom Landratsamt Heidenheim. Wunschkennzeichen hingen oft auch vom Familiennamen ab. Deshalb seien M und S für die häufigen Familiennamen Müller, Maier, Schmidt oder Schulz gefragt, sagt Christiane Calis von der Stadt Heidelberg. Weniger kämen die Buchstaben Q, Y und X an, berichtet Markus Moll vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis. 

In Ulm (UL-M) und Horb (HOR-B) kann der Gemeindenamen gezeigt werden, in Baden-Baden (BAD-EN) sogar ein ganzer Landesteil. Auch das Auto von Oberbürgermeisterin Margret Mergen schmückt ein solches Kennzeichen. BAD-EN 1 ist dagegen dem Markgrafen von Baden vorbehalten. 

Verbotene Kfz-Kennzeichen im Land

Bereits seit der Einführung des neuen bundesweiten Kennzeichensystems Ende der 1950er Jahre haben sich Bund und Länder darauf verständigt, dass Auto-Kennzeichen mit anstößigen Wortbildungen und Buchstabenkombinationen nicht erlaubt werden. Hierzu zählte auch die Verwendung bestimmter Buchstabenkombinationen, die an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft erinnern. Die Buchstabenkombinationen KZ, SA, SS, HJ und NS dürfen daher nicht mehr vergeben werden. In Mannheim ist auch 88 gesperrt. 

Nach Paragraf 8 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) dürfen die Zeichenkombination der Erkennungsnummer sowie die Kombination aus Unterscheidungszeichen und Erkennungsnummer „nicht gegen die guten Sitten verstoßen".

Wolf Günthner/dpa/kab

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