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Rätselhafter Fund: Ein rund 1.500 bis 2.000 Jahre altes Skelett aus der Römerzeit mit gebrochenen Schienbeinen und abgetrenntem Oberkörper liegt in Eisenberg.

Skelett in Eisenberg gefunden

Liegt hier ein 2.000 Jahre altes Mordopfer?

Speyer - Ein Skelettfund aus der Römerzeit gibt den Archäologen Rätsel auf. Der Mann muss brutaler Gewalt ausgesetzt gewesen sein – und auch der Fundort ist ungewöhnlich:

Wurde in Eisenberg ein Mordopfer entdeckt?

In Eisenberg bestand seit dem frühen ersten Jahrhundert nach Christus eine römische Siedlung. Seit etwa 370 nach Christus steht dort eine Kleinfestung. In deren Innenhof wurde bei Grabungen der Universität Heidelberg und der Landesarchäologie Rheinland-Pfalz nun ein Skelett gefunden.

Die Schienbeine sind gebrochen, der Oberkörper abgetrennt – das klingt wie ein Kriminalfall. „Der Mann war grober Gewalt ausgesetzt“, sagt Ulrich Himmelmann, Leiter der Direktion Landesarchäologie – Außenstelle Speyer. Die Schienbeine sind wenige Zentimeter unterhalb der Knie gebrochen, am Fundort liegt der abgetrennte Oberkörper im rechten Winkel zum Rest des Skeletts. 

Ungewöhnlicher Fundort

Archäologen säubern das Skelett an seinem Fundort in der Nordpfalz.

Rätsel gibt auch der Ort auf, an dem die Überreste des Mannes gefunden wurdem: „Er lag mitten in einer römischen Siedlung“, so Himmelmann. Dabei sei die Siedlungsbestattung damals vor allem aus hygienischen Gründen per Gesetz verboten gewesen. Klar ist bislang nur, dass es sich um ein männliches Skelett handelt, etwa 1,65 Meter groß. Wie alt das Skelett genau ist, können die Forscher noch nicht sagen. „Die Römer waren hier von etwa 0 bis 450 nach Christus“, sagt Himmelmann – demnach wäre das Skelett rund 1.500 bis 2.000 Jahre alt. Anthropologen sollen die Knochen jetzt medizinisch untersuchen. Aus den Ergebnissen könnten dann weitere Hintergründe zum Tod des Mannes abgeleitet werden. Dazu sollen auch weitere Funden untersucht werden, die bei dem Skelett entdeckt wurden – zum Beispiel Ziegelscherben.

Über die Hintergründe könne bislang nur spekuliert werden, sagt der Archäologe. „Es könnte sich um ein Mordopfer handeln, das man hier versteckt hat.“ Das Skelett war unter großen Steinbrocken begraben worden – auch das sei sehr ungewöhnlich.

dpa/kab

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