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Rentnerin macht schlechte Erfahrung mit dem öffentlichen Nahverkehr

Kein Sitzplatz für Gehbehinderte im Bus – Schwetzingerin (65) geht in die Offensive

Das Wort Inklusion ist in aller Munde. Doch gerade im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel scheinen behindertengerechten Angebote alles andere als Standard zu sein. Einer Rentnerin aus Schwetzingen, die auf einen Rollator angewiesen ist, bekam dies zu spüren.

„Wissen Sie, ich habe langsam Angst, mit dem Bus zu fahren“, erzählt Leserin Waltraud Becker der Schwetzinger Zeitung. Die 65-Jährige ist zu 70 Prozent schwerbehindert. Für ihre Arztbesuche in Heidelberg auf den Bus zwischen Schwetzingen und Eppelheim angewiesen. Als sie kürzlich mit ihrem Rollator in einen Linienbus einstieg, suchte sie in der Mitte des Wagens den behindertengerechten Sitz – jedoch vergeblich! Also fragte sie beim Busfahrer nach. Dafür musste die Schwetzingerin aber erst einmal durch den engen Gang – ohne ihren Rollator! Denn dafür war der Gang viel zu eng. Eine Gefahr für die Frau, denn der Busfahrer fuhr nach deren Aussagen "wie eine gesenkte Sau".  

Ein Bus ohne einen Platz für „mobilitätseingeschränkte Menschen“, wie es im Fachjargon heißt, der auch mit Rollator erreichbar ist? Das kann in der heutigen Zeit doch eigentlich nicht sein! 

Laut Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) scheint Waldtraud Becker ausgerechnet einen Bus erwischt zu haben, der "zu den wenigen Ausnahmen" gehört, die eben nicht für Menschen mit Beeinträchtigungen beim Gehen geeignet sind. Demnach würden die Linien 713 und 717 zum Linienbündel Schwetzingen-Hockenheim gehören, auf dem seit 2012 „bis auf wenige Ausnahmen“ Niederflurbusse eingesetzt werden, so die VRN. Diese Fahrzeuge würden über mindestens zwei Sitzplätze für mobilitätseingeschränkte Personen verfügen. Personen mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollatoren finden im mittleren Teil des Fahrzeugs einen Platz an der sogenannten Sondernutzungsfläche. Hier gibt es zwei Klappsitze (...)“, zitiert die Schwetzinger Zeitung aus der Stellungnahme der Verkehrsbetriebe. Im Fahrplan seien diese Niederflurbusse durch ein Rollstuhlsymbol gekennzeichnet. 

Für die Schwetzinger Seniorin ist klar: Jede "Ausnahme" bei Bussen, die nicht über einen Klappsitz verfügt, ist eine Ausnahme zu viel! 

Und wo sie recht hat, hat sie recht! 

ü/ena/kb

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