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Weil sie ihn nicht aufs Klo lassen und gewaltsam Handschellen anlegen, müssen sich zwei Polizisten vor Gericht verantworten (Symbolfoto).

Toilettengang verweigert

Körperverletzung im Amt: Polizisten vor Gericht 

Mosbach – Sie fesseln einen Autofahrer bei einer Kontrolle und lassen ihn nicht aufs WC – Jetzt müssen sich zwei Beamte vor dem Landgericht verantworten. Der Vorfall im Frühjahr 2014:

Weil er zu schnell fährt, stoppt eine Zivilstreife im März 2014 einen Autofahrer. Bei der Fahrzeugkontrolle vor dem Wohnhaus des heute 59-Jährigen in Wertheim eskaliert die Situation. Laut Anklage fesseln die Polizeibeamten den Autofahrer und drücken ihn zu Boden. 

Obwohl er mehrfach darum bittet, verweigern sie dem Mann,auf die Toilette zu gehen, so die Staatsanwaltschaft Mosbach. Stattdessen fordern die Polizisten ihn zu einem Alkoholtest auf, weil sie vermuten, dass er getrunken hat. 

Besonders unangenehm: Als sie ihm daraufhin Handschellen anlegen wollen, kann er seinen Stuhlgang nicht mehr halten. Die Polizisten drücken ihn währenddessen gewaltsam zu Boden und legen ihm die Handschellen an. Dabei erleidet er Schmerzen und Rötungen an den Handgelenken.

Bei der Kontrolle kommt dann heraus, dass der Autofahrer keinen Alkohol getrunken hat.

Angeklagt sind die beiden verantwortlichen Polizisten nun wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung im Amt und der Verfolgung Unschuldiger, wie die Staatsanwaltschaft Mosbach auf Anfrage der dpa mitteilt. 

Sie müssen mit dem Verlust ihrer Stellen rechnen, wenn sie zu Freiheitsstrafen von mehr als einem Jahr verurteilt werden. Für den Prozess ist ein Verhandlungstag angesetzt. Am Freitag soll das Urteil fallen.

dpa/sag

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