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Musik oder eine Qual für die Ohren? Entscheidet etwa die Qualität über die Spiel-Erlaubnis?

So ist die Straßen-Beschallung geregelt 

Straßenmusiker: Der eine darf´s, der andere nicht!

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Mannheim/Heidelberg - Auch wenn es manchmal so scheint: Auf der Straße darf nicht jeder einfach auftreten. Warum Saxofon-Spieler schlechte Karten haben, schlechte Gitarren-Spieler dagegen nicht:

Mit Gitarre, Flöte oder Geige in der Hand stehen sie an den Straßenecken – die Rede ist von Straßenmusikern. 

Manchmal handelt es sich bei den Musikanten tatsächlich um Künstler, die zeigen wollen was sie können, vielleicht sogar darauf hoffen, entdeckt zu werden und den Menschen mit ihren Liedern ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Oft ist die Musik jedoch eher eine andere Art des Bettelns – jenseits von jeglicher Musikalität. Regelmäßig sorgt das Gedudel dann für Beschwerden von Anwohnern und Besuchern, die bei den Ordnungsämtern landen. 

Die Aufgabe der Ämter: einen Spagat zwischen Kunst und Ärgernis meistern. Um dieses Problem einzudämmen, haben mittlerweile die meisten Kommunen Verordnungen erlassen, die die musikalische Untermalung in den Städten regeln.

Wer beispielsweise Trompete, Saxofon oder Schlagzeug spielt, hat in den meisten Städten Baden-Württembergs schlechte Karten als Straßenmusiker – diese Instrumente sind nämlich in Heidelberg, Stuttgart und Tübingen verboten. 

Besser sieht es da für Akustik-Instrumente und Gesang aus: Diese sind zwar grundsätzlich erlaubt – trotzdem müssen die Musiker meist nach einer halben Stunde den Standort wechseln.

Ob die Musik tatsächlich gut ist, ist in Baden-Württemberg übriges völlig egal: Lediglich in München müssen Straßenmusiker vor dem Ordnungsamt ihre Fähigkeiten beweisen, um eine Genehmigung zu erhalten. 

In Mannheim ist dagegen die maximale Anzahl der Musiker begrenzt: Zeitgleich dürfen bis zu fünf Musiker auftreten – in Stuttgart sind es sogar nur drei. Zudem erhebt die Quadratestadt pro Tag eine Gebühr. 

In Heidelberg sorgen insbesondere kaputte Instrumente für viel Ärger: „Bei einem Geiger fehlte eine Seite, bei einem Akkordeonspieler waren die Tasten defekt“, berichtet der Leiter des Bürgeramtes Bernd Köster. Wenn dann auch noch mitten im Sommer Weihnachtslieder oder „Hänschen klein“ in Dauerschleife gespielt werden, bleiben die Beschwerden natürlich nicht aus. „Wir können dann leider nichts machen, auch wenn es nervt“, erklärt Köster. 

Da hilft nur eins: Ohren zu und durch. Nach maximal einer Stunde müssen Musiker in Heidelberg nämlich weiterziehen. 

dpa/mk

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